/WTF: Jetzt für Beerdigungen: Der elektrische Mini-Mönch

WTF: Jetzt für Beerdigungen: Der elektrische Mini-Mönch


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Jetzt für Beerdigungen: Der elektrische Mini-Mönch


Olivia von Westernhagen

(Bild: Nissei Eco)

Japanische Beerdigungszeremonien sind ein teurer Spaß. Die Firma Nissei Eco will Abhilfe schaffen – und vermietet Service-Roboter, die in die Rolle buddhistischer Mönche schlüpfen.

Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Ein wesentlicher Bestandteil japanischer Trauerfeiern ist das Beauftragen eines Mönchs mit dem Rezitieren traditioneller buddhistischer Verse im Repeat-Modus. Laut Japan Times meint das japanische Unternehmen Nissei Eco, hier eine Marktlücke entdeckt zu haben. Die Idee: Man nehme als Sparvariante einen kahlköpfigen humanoiden Plastik-Roboter namens “Pepper”, stecke ihn in eine Mönchskutte der Größe XXS und programmiere ihn so, dass er während der Trauerfeier die Rolle eines echten Geistlichen übernimmt.

Die Vorteile: Pepper beherrscht das Mantra-Repertoire von gleich vier buddhistischen Sekten und ist auch nach dem 500sten Rezitations-Durchlauf garantiert noch nicht heiser. Auch durch das exzessive Abbrennen von Räucherstäbchen ausgelöste Hustenanfälle sind höchst unwahrscheinlich.

Roboter mit Social Skills

Ist das nun eine gute Idee? Man könnte dagegenhalten, dass es einem Roboter an Eigenschaften wie Mitgefühl, Wärme sowie der nötigen Pietät fehle, um eine Beerdigung zu gestalten. Die Hersteller Aldebaran Robotics/SoftBank Robotics präsentieren Pepper auf ihrer Website allerdings als umgänglichen Kumpeltyp, der in der Lage ist, menschliche Emotionen anhand von Mimik, Gestik, Stimme und Gesagtem zu interpretieren. Die Gefahr, dass Pepper sich mal daneben benimmt, dürfte somit auch nicht größer sein als bei so manchem menschlichen Beerdigungs-Teilnehmer.

Pepper in Aktion auf der “Life Ending Industry Expo”. (Quelle: Japan Times)

Fröhlich, günstig, gutaussehend?

Wie der kleine Roboter mit unerfreulichen Anlässen zurechtkommt, wird sich bei der momentan in Tokyo stattfindenden “Life Ending Industry Expo” zeigen. Neben Highlights wie modernen Särgen, die Interessierte laut Japan Times “selbst ausprobieren” können, ist auch die Firma Nissei Eco nebst Pepper im Mönchskostüm vor Ort. Eine Wahl zum bestaussehenden Mönch soll auf der Messe übrigens auch stattfinden. Zufall – oder doch Marketing?


(ovw)