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WEC: Nach Porsche-Ausstieg So soll die LMP1-Klasse gerettet werden

— 04.09.2017

So soll die LMP1-Klasse gerettet werden

Porsche steigt Ende 2017 aus der Langstrecken-WM aus. Jetzt gilt es, die spektakuläre LMP1-Klasse zu retten. Mit diesen Schritten soll das gelingen.

Einen Monat hatten der Automobilweltverband FIA und der Le-Mans-Veranstalter ACO Zeit, um nach der Ausstiegsverkündung von Porsche die LMP1-Klasse mit den spektakulären 1000-PS-Prototypen zu retten. Vor dem Sportwagen-WM-Lauf in Mexiko präsentierten sie ihr Rettungskonzept. Es beinhaltet konkret drei Punkte.

Erstens: Die LMP1-Klasse wird in der Saison 2018/2019 geöffnet. Hersteller müssen dann nicht mehr mit Hybrid-Motoren an den Start gehen, sondern dürfen auch herkömmliche Verbrenner verwenden. Dazu wird es eine sogenannte Balance-of-Performance geben, die Hybrid- und konventionelle Antriebseinheit ausgleicht. Die Details dazu sind noch nicht bekannt. Heißt aber auch: Sollte Toyota der einzige Hersteller bleiben, dann würden die Japaner so gebremst werden, dass die privaten LMP1-Fahrzeuge ähnlich schnelle Rundenzeiten fahren – und damit eine Siegchance haben. Das soll neue Wettbewerber anlocken.

Porsche feierte in Mexiko einen Doppelsieg

Zweitens: Das beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans enthüllte Reglement für 2020 soll ebenfalls überarbeitet werden. In welche Richtung sich die Sportwagen-WM dann bewegen wird, ist aber noch unbekannt.

Drittens: Der Kalender wird völlig revolutioniert. Die Supersaison 2018 reicht bis ins Jahr 2019. Sie beginnt mit dem Sechs-Stunden-Rennen von Spa 2018 als Vorbereitung auf das Le-Mans-Rennen. Und sie endet mit dem Le-Mans-Rennen 2019. Sie beinhaltet damit zwei 24 Stunden von Le Mans und dazu auch das 12-Stunden-Rennen von Sebring – einem Langstreckenklassiker in Amerika.

ACO-Präsident Pierre Fillon zeigt sich zuversichtlich: „Wir sind bereits mit mehreren Herstellern und Privatiers im Gespräch, die großes Interesse haben, 2018/2019 in die LMP1-Kategorie einzusteigen.“ Konkrete Namen nennt er nicht. Bekannt ist: Toyota hat sich offiziell noch bis Ende 2018 zur WEC bekannt, will aber bis Oktober neu entscheiden. Private LMP1-Teams soll es 2018 von Kolles, SMP und Ginetta geben.

Enttäuscht ist die boomende Sportwagenszene in Amerika: Denn die Daytona-Prototypen locken mit Cadillac, Nissan, Mazda und Honda zahlreiche Hersteller an. Doch sie sind weiterhin ausdrücklich vom Le-Mans-Rennen ausgeschlossen.

In Mexiko dominierte derweil Porsche und feierte einen Doppelsieg. Timo Berhard, Brendon Hartley und Earl Bamber sind daher weiter auf Titekurs.

Der WEC-Kalender 2018/2019
5. Mai 2018: 6 Stunden von Spa
16./17. Juni 2018: 24 Stunden von Le Mans
14. Oktober 2018: 6 Stunden von Fuji
4. November 2018: 6 Stunden von Shanghai
7. Februar 2019: Noch offen
15./16. März 2019: 12 Stunden von Sebring
4. Mai: 6 Stunden von Spa
15./16. Juni: 24 Stunden von Le Mans