/WEC: Honda steigt in IMSA ein Daytona-Prototypen statt LMP1?

WEC: Honda steigt in IMSA ein Daytona-Prototypen statt LMP1?

— 07.08.2017

Daytona-Prototypen statt LMP1?

Honda steigt als vierter Hersteller in die amerikanische Sportwagenmeisterschaft ein. Und zwei weitere Konzerne klopfen bereits an der Tür.

Spektakuläre Prototypen, packendes Racing und der für Hersteller so wichtige amerikanische Markt: Die Daytona-Prototypen-Klasse boomt. De facto handelt es sich dabei um LMP2-Rennwagen aus der Sportwagen-Weltmeisterschaft, die aber in Amerika durch Hersteller etwas modifiziert werden dürfen. Drei sind schon an Bord, mit Honda-Tochtermarke Acura hat ein vierter Autobauer seinen Einstieg für 2018 verkündet.

Roger Penske verantwortet die Einsätze von Acura in der IMSA

Die dominierende Marke ist Cadillac aus dem amerikanischen Chevrolet-Konzern, die bisher sieben von Rennen gewonnen hat. Erst an diesem Wochenende konnte sich erstmals Nissan durchsetzen. Mazda hinkt noch hinterher, spannt für 2018 aber mit dem langjährigen Audi-LMP1-Einsatzteam Joest zusammen. Basis des Cadillac-Prototypen ist der LMP2-Prototyp von Dallara. Als Motor setzt Cadillac auf einen voluminösen 6,2-Liter-V8-Sauger. Konkurrenten sind zum einen Nissan (Ligier-Chassis, 3,8-Liter-V6-Turbo), zum anderen Mazda (Riley-Chassis, 2,0-Liter-Reihen-4-Turbo). Die Leistung ist auf etwa 600 PS begrenzt, könnte aber jederzeit erhöht werden.

Die technischen Details des neuen Acura  stehen noch nicht fest. Die Basis werden wohl die LMP2-Chassis von Oreca werden, die in der WEC dominieren. Als Einsatzteam fungiert das IndyCar-Topteam Penske, die in der amerikanischen Sportwagenszene auch schon als Porsche-Kundenteam engagiert war.

Es klopfen zudem zwei weitere Konzerne an. Das GT-Werksprogramm von Ford soll Ende 2018 nach drei Jahren eingestellt werden. Chip Ganassi, der das Projekt leitet, will Ford davon überzeugen, als nächstes einen Daytona-Prototyp zu entwickeln. Auch Lamborghini soll Interesse an einem möglichen DPI-Projekt haben.

Was Hersteller zusätzlich anlocken könnte: Weil die LMP1-Klasse in der Sportwagen-WM derzeit stark wackelt, gelten die Daytona-Prototypen bereits als mögliche neue Spitzenklasse auch für den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Derzeit sind sie von Le Mans noch ganz ausgeschlossen. Der Le-Mans-Veranstalter ACO sieht die amerikanische Sportwagenmeisterschaft als Konkurrenz.