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VW Variosport (2021): Vorschau Der Variosport ersetzt zwei Vans

— 01.08.2017

Der Variosport ersetzt zwei Vans

Die Tage von Golf Sportsvan und Touran sind gezählt. 2021 will VW beide Modelle durch den neuen Variosport ersetzen – mit Platz für bis zu sieben Leuten und cooler Optik.

Golf Sportsvan, Touran, Caddy, Caddy Maxi, Sharan, T6: Sechs Vans hat Volkswagen aktuell im Angebot. Nach Meinung der Wolfsburger Produktstrategen ist das mindestens einer zu viel, das Angebot ist größer als die Nachfrage. Selbst der Golf Variant geht auf Basis der achten Generation 2020 möglicherweise in seine letzte Runde, die Händler wären mit einem verlängerten T-Roc Allspace vermutlich besser bedient. Im ersten Schritt wird allerdings aus Sportsvan und Touran eins: der neue Variosport, der in rund drei Jahren ins Rampenlicht rollt.

Die dritte Sitzreihe ist Pflicht

Der Variosport soll Sportsvan und Touran ersetzen und deutlich cooler aussehen.

Der Entscheidung, Sportsvan und Touran zusammenzulegen, liegen detaillierte Hochrechnungen zugrunde, die beiden Modellen einen deutlichen Absatzeinbruch vorhersagen. Parallel zum Höhenflug der SUVs macht die platzsparende modulare Elektroplattform den Vans das Leben schwer. Mit den Stromern rollen demnächst einige neue VW-Elektroautos mit reichlich Raum an den Start. Auf der Grundfläche des Golf lässt sich beispielsweise schon im kleinsten CUV das Platzangebot eines Passat realisieren. Was das für den Variosport bedeutet? Um einigermaßen mithalten zu können, ist die dritte Sitzreihe Pflicht für den Variosport Life. Das optionale Lounge-Paket ist dagegen nur für vier bis fünf Personen ausgelegt. Zu den neuen Verwöhn-Extras gehören vielfach verstellbare Drehsitze in Reihe zwei, eine stufenlose Liegefunktion für den Beifahrer und das sitzintegrierte Infotainment, das von Cinemascope und Surroundsound bis zur Ruhefunktion mit Schlafmaske und Kopfhörer sämtliche Bedürfnisse abdecken dürfte.

Wer verdient das Goldene Lenkrad?

Keine Schiebetüren für den Lifestyle-Cruiser

Hintere Schiebetüren und der gleichzeitige Entfall der B-Säulen wären ein nettes Alleinstellungsmerkmal, das aber in der Preisklasse von 20.000 bis 30.000 Euro viel zu teuer wäre. Vor allem dann, wenn die Langlebigkeit nicht leiden und der Mechanismus nicht zu schwer sein darf. Und überhaupt: Schiebetüren, sind die nicht eher was für Lieferwagen? Dieses am reinen Nutzwert orientierte Türkonzept passt nur bedingt zum geplanten Image des Variosport. Der nämlich will kein kastenförmiger Familientransporter, sondern ein schnittiger Lifestyle-Cruiser sein. Entsprechend dynamisch wirken die Proportionen mit der coupéartig leicht abfallenden Dachlinie, der schräg eingesetzten Heckscheibe, den dreidimensional ausgeformten Flanken und dem gegenüber dem Golf VIII (kommt 2019) leicht veränderten Gesicht.

Innovatives Cockpit und Luxus-Innenraum

Der Kunde soll das innovative Cockpit als zeitgeistig-schlicht und selbsterklärend-funktionell wahrnehmen. Ziel der Designer ist es, ein intuitives Bedienkonzept zu entwickeln, das sich auf Sprachsteuerung und Touch-Eingabe konzentriert. Der Innenraum lässt gegen Zuzahlung kaum noch Wünsche offen. Bedeutet: Zusätzliche Bildschirme, Flachlautsprecher im Dachhimmel, verschiebbare Konsolen mit Stromanschluss, programmierbare Smartphone-Anbindung, teilautonomes Fahren, drahtlos freischaltbare Zusatzfunktionen und regelmäßige Software-Updates. Weil das Auto über das Handy die Vorlieben des Fahrers bis ins Detail kennt, werden automatisch die Wunschtemperatur eingestellt, die Lieblingsmusik gestreamt, Mails vorgelesen und der Schleichweg nach Hause aus dem Navi-Speicher abgerufen.

Bewährte Golf-Technik

Die Basistechnik des rund 4,70 Meter langen Variosport unterscheidet sich kaum vom Golf. Schon der Mildhybrid kann mit 10 bis 15 kW Leistung über den verzögerungsfrei ansprechenden Booster das Turboloch beim Anfahren auffüllen, bei voller Beschleunigung zeitlich beschränkt zusätzlich Stoff geben sowie emissionsneutral kriechen und einparken. Außerdem werden die meisten Nebenaggregate elektrisch angetrieben. Der deutlich kräftigere Elektrobaustein der Plug-in-Hybrid-Version verspricht dank 48-Volt-Bordnetz, 70 kW E-Leistung und 330 Zusatz-Nm noch mehr Punch und – in Abhängigkeit vom Batterietyp – eine emissionsfreie Reichweite von 50 bis 100 Kilometern. Die Palette der Vierzylindermotoren mit 1,5 und 2,0 Liter Hubraum birgt kaum Überraschungen. Interessant für Dynamiker sind vor allem die starken Benziner mit 197, 292 und 347 PS. Die Dieselparade reicht vom 95 PS schwachen Sparwunder bis zum Doppelturbo-Selbstzünder, dem 224 PS und 470 Nm nachgesagt werden. Wer mag, kann alternativ mit Erdgas oder Strom fahren.

Autoren: Georg Kacher, Michael Gebhardt