/VW T-Roc, Skoda Karoq, Opel Crossland X: SUVs im Euro NCAP Crashtest 2017 Die Fünf-Sterne-Liga

VW T-Roc, Skoda Karoq, Opel Crossland X: SUVs im Euro NCAP Crashtest 2017 Die Fünf-Sterne-Liga

— 08.11.2017

Die Fünf-Sterne-Liga

Gleich sieben SUVs und Crossover hat Euro NCAP gecrasht. Auch wenn einige ein paar Schwachstellen offenbarten: Fünf Sterne schafften sie alle!

SUVs sind nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sie gute Übersicht und guten Schutz für ihre Insassen bieten. Dass dies tatsächlich so ist, hat der Crashtest des Euro NCAP bewiesen, bei dem sieben SUVs und Crossover auf ihre Unfallsicherheit geprüft wurden. Beruhigendes Ergebnis: Für VW T-Roc, Skoda Karoq, Opel Crossland X, Volvo XC60, Citroën C3 Aircross, Mitsubishi Eclipse Cross und Seat Arona gab’s je fünf Sterne. 

VW T-Roc zeigte keine Schwächen

Der VW T-Roc absolvierte alle Tests souverän und sicherte sich so fünf Sterne. 

T-Roc, das klingt ein bisschen nach T-Rex. Kein ganz unpassendes Bild: Das VW-SUV ist ein harter Kerl, der sich nicht so schnell einschüchtern lässt. Das lässt das Ergebnis des aktuellen Crashtests von Euro NCAP vermuten, bei dem der T-Roc hervorragende fünf Sterne einheimste. Und nicht nur das Gesamtergebnis stimmt, sondern auch die Punktzahl in den verschiedenen Testkapiteln. Zu meckern gibt es: nichts. Erwachsene sind in allen überprüften Crash-Szenarien auf allen Sitzen mindestens “angemessen” geschützt, Kinder im Fond sogar durchweg “gut”, eine selten gesehene Wertung. Auch der Fußgängerschutz verdient fünf Sterne, auch wenn neben den bekannten kritischen Stellen an den A-Säulen die Kanten oberhalb der Scheinwerfer rot (hohe Verletzungsgefahr bei Kollision) eingefärbt wurde. Assistenzsysteme: alle geforderten sind da, arbeiten tiptop. 

Schwacher Schutz für Sechsjährige im Skoda Karoq 

Rückbänkler im Karoq drohen eventuell Verletzungen im Nacken- und Brustbereich. Trotzdem: fünf Sterne. 

Vorneweg gesagt: Der Karoq ist sicher, auch er holte die Topnote fünf Sterne. Viel hatten die Unfallexperten von Euro NCAP nicht zu beanstanden. Auch wenn es keinen serienmäßigen Spurhalteassistenen gibt, reichte es dank Gurtwarner, Geschwindigkeitswarner und Notbremssystem in der Kategorie Assistenzsysteme für fünf Sterne. Auch der Fußgängerschutz ist gut, kritisch ist aber auch hier die Motorhaubenkante. Erwachsene sitzen bei Frontal- und Seitencrashs sicher, lediglich im Fond ist der Schutz im Brustbereich nur “gering”. Bei Kindern wirkt sich das noch stärker aus: Der “sechsjährige” Dummy zeigte nur “schwachen” Schutz. Zudem ist – auch bei älteren Kindern – der Schutz vor Schleudertraumata bei ein einem Heckaufprall nur “gering”. Davon abgesehen: alles “gut” oder zumindest “angemessen”.

Seat Arona schlägt sich  besser als Bruder Ibiza

Klein, aber oho: Der Arona ist sogar noch besser als sein Bruder Ibiza. Fünf Sterne!

Der Arona hatte es leicht: Da er technisch weitestgehend mit seinem Bruder Ibiza identisch ist, wurden einige Ergebnisse einfach aus dessen Test im Juli 2017 übernommen. Laut Euro NCAP musste er nur einige Zusatz-Übungen absolvieren, was gut gelang: Der Arona sammelte in den Disziplinen Kindersicherheit (80 Prozent) und Fußgängerschutz (77) sogar ein paar Pünktchen mehr als der Ibiza (77 bzw. 76 Prozent). Auch beim Frontalcrash mit Aufprall auf voller Breite schnitt der Crossover laut der Experten “ein winziges bisschen” besser ab als der Bruder – beide erhielten aber 95 Prozent der möglichen Punktzahl, ein tolles Ergebnis, das für einen Kleinwagen keinesfalls selbstverständlich ist. Kritische Belastungswerte meldeten die Kinderdummys von der Rückbank: Beim Frontalcrash war der Brustschutz des “Sechsjährigen” nur “schwach”, beim Seitenaufprall der des “Zehnjährigen” gar “mangelhaft”. Davon abgesehen: keine nennenswerten Schwächen.

Volvo XC60: Unverwüstlicher Schwedenstahl

Der Volvo XC60 leistete sich quasi keine Schwächen. 

Wieder ist es der Brustbereich der Fondpassagiere, der nicht perfekt geschützt ist: Bei Erwachsenen ist er im Volvo XC60 nur “gering”. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, denn ansonsten hatten die Experten quasi überhaupt nichts am Schweden-SUV auszusetzen. 98 Prozent der möglichen Punkte im Fach Erwachsenenschutz, 87 bei den Kindern, 76 bei den Fußgängern, 95 bei den Assistenzsystemen. Top Ergebnis!

Opel Crossland X: Achtung, Schleudertrauma?!

Fünf Sterne gab’s auch für den crossen Opel: Wer hier drin sitzt, ist gut geschützt. Kleine Einschränkung: Erwachsene auf der Rückbank laufen Gefahr, bei einem Heckaufprall ein Schleudertrauma zu erleiden, Euro NCAP beurteilte den Schutz davor als “mangelhaft”. Der Brustbereich ist auch nur “gering” geschützt, alles andere aber mindestens “angemessen”. Genauso bei Kindern; auf dem mittleren Sitz im Fond sollte kein Sitz mit Gurten befestigt werden, hier sehen die Crash-Experten ein nicht näher definiertes Sicherheitsrisiko. Die Assistenzsysteme funktionieren gut und sind fünf Sterne wert, auch wenn der nur optional erhältliche Notbremsassistent nicht in die Wertung einbezogen wurde. 

Paradiesvogel lässt kaum Federn: Citroën C3 Aircross

Sieht böse aus, ist es aber gar nicht: der freche C3 Aircross schaffte ebenfalls die Topnote.

Mit einem serienmäßigen Notbremsassistenten hätte der extrovertierte C3 Aircross noch mehr Punkte sammeln können – weil der elektronische Helfer, der auch Fußgänger gut erkennt, aber nicht serienmäßig an Bord ist, wurde er bei der Wertung nicht berücksichtigt. Das kann sich in der Gesamtnote unschön bemerkbar machen, gibt es doch Abzüge in sämtlichen Testkapiteln, also nicht nur bei den Assistenzsystemen, sondern auch beim Erwachsenen-, Kinder- und Fußgängerschutz. Umso bemerkenswerter, dass der freche Franzose trotzdem noch fünf Sterne geschafft hat! Verdient hat er sich Topnote durch einen durchweg mindestens “angemessenen” Schutz für alle Passagiere. Eine Schwachstelle: Der Nackenbereich von Erwachsenen auf der Rückbank ist “mangelhaft” geschützt. Wie beim Opel sahen die Experten zudem bei konventionell befestigten Kindersitzen in der Mitte der Rückbank ein Sicherheitsrisiko.

Mitsubishi Eclipse Cross: ein sicherer Typ

Wie schlägt sich der neue Mitsubishi beim Crashtest? Durchaus eine Frage wert, denn der kantige Typ ist das erste neue Modell der Japaner seit fünf Jahren, gegen die Wand gefahren wurde schon lange keines mehr. Eventuelle Zweifel erwiesen sich aber als unbegründet: Der Eclipse Cross überstand die Tests souverän. Erwachsene Rückbänkler müssen zwar nicht nur mit der abfallenden Dachlinie und entsprechend beengten Verhältnissen, sondern auch mit “geringem” Schutz im Brustbereich klarkommen, davon abgesehen leistete sich der kleine Offroader aber keine Schwächen. Auch bei ihm gilt aber: keine Kindersitze mit Gurtbefestigung auf dem Mittelsitz.