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VW California XXL (2017): Vorstellung Der Florida ist zurück

— 14.09.2017

Der Florida ist zurück

VW pumpt den California auf und macht aus dem Crafter einen Campingbus. AUTO BILD hat sich das gute Stück auf der IAA näher angeschaut.

Mit 2,9 Metern Höhe und 6,2 Metern Länge ist der Crafter als California XXL ganz schön gewachsen.

Nach der Einstellung des Florida vor über 20 Jahren klafft oberhalb des VW California eine Lücke im Programm, die bis jetzt nur von anderen Anbietern gefüllt wird. Und weil VW mit der eigenen Reisemobilfertigung in Hannover-Limmer nun schon seit 2004 erfolgreich ist, läge ja nichts näher, als auch den neuen Crafter selbst zum Wohnmobil zu krönen. Der Kastenwagen biete mit seiner großen Zahl an Assistenzsystemen, dem komfortable Fahrverhalten und dem sparsamen Verbrauch die einmalige Gelegenheit, die Qualitäten des California auf die nächst größere Klasse von VW-Reisemobilen zu übertragen, so VW. Zwar handelt es sich bei dem Camper bislang noch um eine Studie, die Eckdaten klingen aber vielversprechend: 2,2 Meter Stehhöhe, 6,2 Meter Länge bei einem Radstand von nur 3,6 Metern und Fußbodenheizung.

Panoramadach und viele kleine Details

Vorne ein normaler Crafter. Nur die Polster und die Lackierung des Armaturenbretts wurde an die Studie angepasst.

Fangen wir aber vorne an, denn um mit dem California XXL campen zu können, muss erst einmal zum Ziel gefahren werden. Im Cockpit ist alles wie im Crafter. Die Pilotensitze mit Armlehnen lassen sich auch im Transporter bestellen, nur die Polster sind exklusiv für den XXL. Das Armaturenbrett besteht zwar aus hartem Plastik, macht aber optische etwas her. In der Studie ist es im unteren Bereich in einem zum Innenraum passenden Weiß lackiert. Das Leder-Lenkrad fühlt sich gut an und ähnelt dem der anderen VW Modelle sehr. Das Infotainmentsystem “Discover Pro” kommt auch im T-Roc zum Einsatz. Die Verarbeitung ist gut. Camper-typische Funktionen finden sich im Fahrerhaus aber nicht.

Ganz anders ist das hinten. Die Studie wirkt sehr aufgeräumt und puristisch. Das ist aber nur das Design, denn sobald man sich mit dem XXL auseinander setzt fällt auf, dass VW hier zeigt, was sie in den letzten Jahren gelernt haben. Viele kleine Details sollen das Leben im Mobil entspannter machen. Der California XXL verfügt über vier Schlafplätze, allerdings ist das Alkovenbett nur bis 80 Kilogramm belastbar, was es eher zu einem Kinderbett macht. Dafür gibt es ein großes Dachfenster. Das hintere Bett ist voll belastbar und sogar im Winter beheizt und im Sommer belüftet. Es misst 2,0 Meter in der Länge und 1,7 Meter in der Breite. Die Polster sind sehr bequem und nicht zu weich. Tagsüber klappt man sie dank eines Klappmechanismus zur Seite und nutzt die so entstandene Hecksitzgruppe, um sich einen Film über den integrierten Beamer anzusehen. Mittelpunkt des Mobils ist die vordere Sitzgruppe. Ähnlich wie im gewöhnlichen California lassen sich die vorderen Sitze drehen und machen den vorderen Bereich zusammen mit der Sitzbank somit zur Sitzecke.

Abnehmbarer Tisch und ausziehbares Bad

Die vorderen Sitze lassen sich Campingbus-typisch um 180 Grad dehen, somit ensteht eine Sitzecke.

Der Tisch lädt zum gemeinsamen Essen ein, das im Eingangsbereich auf dem zweiflammigen Kocher zubereitet wird. Er fährt elektrisch ein und aus. Neben dem Kocher findet sich eine Spüle mit herausziehbarer Armatur. Der Küchenblock beherbergt einen der zwei Kühlschränke. Er ist so verbaut, dass er auch von außen bei geöffneter Schiebetüre zugänglich ist. Im Deckel ist auch ein Schneidebrett untergebracht, das sich über dem Kocher und der Spüle platzieren lässt und verschiebbar ist. Der zweite Kühlschrank findet oberhalb der Spüle im Staukasten Platz. Das Bad nimmt im Camping-Crafter besonders wenig Platz weg, denn es ist in der Wand integriert und lässt sich ausziehen. Dadurch wird es zum Raumteiler zwischen vorne und hinten. Im Inneren finden sich verschiedene Staufächer, eine Regendusche, ein Waschbecken und ein Standard-Campingklo.

Spannend ist auch das Lichtkonzept des großen California. Ein Ambientelicht in zwei Ebenen wurde im Dach des Campers verbaut. Steuern lässt es sich über eine App, mit der sich alle anderen wohnmobilrelevanten Elemente ebenfalls bedienen lassen. Dazu findet sich in der Wand der Nasszelle ein Einschub für ein iPad, auf dem die “California XXL App” installiert wird. Hier lassen sich beispielsweise die Füllstände des Frisch- und Abwassertanks, der Ladezustand der Batterien oder die Luken im Panoramadach bedienen. Eine Bedieneinheit im Dachhimmel des Fahrerhauses, wie es beim T6-California üblich ist, entfällt. Beheizt wird das Wohnmobil im Winter über eine Fußbodenheizung. Um die Insassen jederzeit mit Strom zu versorgen, finden sich im California XXL ganze neun 220-Volt-Steckdosen und sechs USB-Buchsen.

Bis zu 2,2 Meter Stehhöhe und TDI unter der Haube

Das große hintere Ausstellfenster sorgt für Frischluft nach dem Aufstehen.

Die Studie basiert auf dem Crafter mit mittlerem Radstand. Das ergibt eine Länge von 5,9 Metern von Stoßstange zu Stoßstange. Allerdings hat VW den Aufbau nach hinten noch verlängert, um mehr Platz für die Liegefläche zu gewinnen und den Wendekreis nicht zu vergrößern. Die Verlängerung setzt bewusst erst oberhalb der Rückleuchten an, um im Falle eines Heckaufpralls den Insassenschutz zu gewährleisten. Dadurch ergibt sich eine Gesamtlänge von 6,2 Metern. Die Breite beträgt 2,03 Meter (2,42 Meter mit Außenspiegeln). In der Höhe misst der California XXL 2,9 Meter, also noch einmal rund zehn Zentimeter mehr als der Crafter mit sogenanntem Superhochdach. Im Innenraum lässt sich damit eine Stehhöhe von bis zu 2,2 Metern realisieren. Motorisiert wird die Studie mit dem stärksten TDI im Crafter. Der Zweiliter-TDI leistet 177 PS und 410 Nm Drehmoment. Die Studie greift auch auf VWs Allradantrieb 4Motion zurück. Damit könnten im Alltagsbetrieb dann auch schlechtere Straßen befahren werden.