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VW Abgasskandal: Aktuelle News und Updates Neue Milliardenlast für VW

— 29.09.2017

Neue Milliardenlast für VW

Der Dieselskandal kostet VW in den USA weitere Milliarden. Ein Ex-Porsche-Vorstand und Winterkorn-Vertrauter sitzt in U-Haft. News und Infos zum Abgasskandal!

(dpa/Reuters/mas/brü/cr/cj/lhp) Die Aufarbeitung der Dieselaffäre in den USA kostet Volkswagen weitere Milliarden. Weil der Rückkauf und die Nachrüstung der von Abgasmanipulationen betroffenen 2,0-Liter-Autos “erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller” sei als geplant, muss der Dax-Konzern noch mehr Geld zur Seite legen. Es gab eine Gewinnwarnung, die VW-Aktie drehte ins Minus. Das Ergebnis im laufenden Geschäft werde im dritten Quartal mit rund 2,5 Milliarden Euro belastet, teilte das Unternehmen am 29. September 2017 in Wolfsburg mit. Damit steigt die Rechnung für die Bewältigung des Abgas-Skandals auf nunmehr 25,1 Milliarden Euro.

Ex-Porsche-Vorstand Hatz inhaftiert

Ex-Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz wurde Ende September 2017 in Untersuchungshaft genommen.

©dpa

Im VW-Skandal ist erstmals ein hochrangiger Ex-Vorstand festgenommen worden. Wie “Süddeutsche Zeitung”, NDR und WDR am 28. September 2017 berichteten, sitzt der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz in Untersuchungshaft. Hatz ist ein enger Vertrauter von Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn. Laut Staatsanwaltschaft hat sich bei den Ermittlungen der Kreis der Beschuldigten erweitert. Es habe auch zwei Durchsuchungen und Beschlagnahmen gegeben. Weiterhin sei aber kein Vorstand oder ehemaliger Vorstand der Audi AG darunter, hieß es. Hatz war von 2001 bis 2007 zunächst Chef der Motorenentwicklung bei Audi, danach bei VW und von 2011 bis zu seiner Beurlaubung im September 2015 Entwicklungsvorstand der Porsche AG. Im vergangenen Jahr einigte er sich mit Porsche auf einen Aufhebungsvertrag. Bei einer internen Untersuchung war ihm allerdings kein Fehlverhalten nachgewiesen worden.

Koblenz: Kundenklage gegen Händler abgewiesen




‘Dieselskandal: Würden Sie Ihr Auto zurückgeben?’

Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz hatte am Donnerstag (28. September 2017) in einem Berufungsverfahren die Klage einer VW-Fahrerin abgewiesen. Die Klägerin wollte Verkaufspreis, Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge für einen VW-Tiguan in Höhe von insgesamt fast 40 000 Euro erstattet bekommen, weil ihr Dieselmotor EA 189 vom Abgasskandal betroffen ist. Bundesweit sind im Zusammenhang mit manipulierten Dieselmotoren Tausende Klagen erhoben worden. Diese Koblenzer Klage richtete sich gegen ein Autohaus in Heiligenroth im Westerwald, das rechtlich und wirtschaftlich unabhängig vom VW-Konzern sei. Es sei nicht haftbar für eine etwaige Täuschung von Volkswagen, entschied das OLG. Es schloss sich damit ähnlichen Urteilen anderer Oberlandesgerichte an: Die Klägerin habe ihren Tiguan schon 2014 gekauft, die Abgasmanipulationen seien aber erst 2015 bekanntgeworden. Somit könne dem zuvor unwissenden Autohaus auch unter Berufung auf ein Vertrauensverhältnis mit Kunden keine arglistige Täuschung vorgeworfen werden. Ein Software-Update für den Motor hatte die Klägerin als unzureichend abgelehnt.

29. September 2017: VW gibt bekannt, dass die Aufarbeitung des Dieselskandals in den USA im dritten Quartal weitere 2,5 Milliarden Euro kostete, da Rückkauf und Nachrüstung von 2,0-Liter-Autos nicht wie gewünscht liefen.

27. September 2017: Der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz wird Medienberichten zufolge in Untersuchungshaft genommen. Er gilt als enger Vertrauter von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn.

25. August 2017: Im VW-Dieselskandal verurteilt ein US-Bundesrichter einen VW-Konzerningenieur zu drei Jahren und vier Monaten Haft sowie zu einer Geldstrafe von umgerechnet 168.000 Euro.

31. Juli 2017: Laut einem Bericht der BILD-Zeitung soll das KBA Berichte zum Abgasskandal geschönt haben. Demnach wusste die Behörde schon seit längerem von Manipulationen bei Porsche und entschärfte Unterlagen im Sinne des Herstellers.

27. Juli 2017: Laut Verkehrsminister Dobrindt (CSU) gibt es einen amtlichen verpflichtenden Rückruf für 22.000 Porsche Cayenne 3.0 V6 TDI nach Euro 6, da eine unzulässige Abschaltvorrichtung bei der Abgasreinigung festgestellt wurde. Zudem gelte ein Zulassungsverbot bis zum Einsatz einer neuen, vom KBA genehmigten Steuersoftware.

27. Juli 2017: VW kündigt an, insgesamt vier Millionen Diesel in Deutschland nachrüsten zu wollen. Das wären rund 650.000 weitere Fahrzeuge, nach den 2,5 Millionen ursprünglich betroffenen Autos sowie der Extra-Nachrüstaktion bei Audi mit 850.000 Autos.

25. Juli 2017: In den USA will sich ein VW-Manager im Zusammenhang mit dem Abgasskandal vor Gericht schuldig bekennen. Oliver S., der ehemalige Chef des für die Koordination mit den US-Behörden zuständigen Umweltbüros, war im Januar 2017 nach einem Urlaub in Florida festgenommen worden.

21. Juli 2017: Audi gibt bekannt, freiwillig rund 850.000 Dieselfahrzeuge mit einem Software-Update für bessere Abgasreinigung versehen zu wollen. Dabei geht es um Sechs- und Achtzylindermotoren nach Euro 5 und Euro 6.

20./21. Juli 2017: Mehrere Medien berichten über den Verdacht der jahrelangen Absprache unter den fünf deutschen Autobauern VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Diese sollen auch die Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen betroffen haben.

10. Juli 2017:  Die Staatsanwaltschaft Stuttgart eröffnet ein Verfahren gegen unbekannte Porsche-Mitarbeiter wegen möglicher Abgas-Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen. Laut der Behörde besteht ein Anfangsverdacht des Betruges und der strafbaren Werbung.

10. Juli 2017: Der in München inhaftierte ehemalige Audi-Manager will mit den Behörden kooperieren und laut seinem Anwalt “seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts leisten”. Ihm wird vorgeworfen, die amerikanischen Umweltbehörden mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß der VW-Diesel getäuscht zu haben.

9. Juli 2017: Neue Aussagen eines Kronzeugen belasten Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Laut “Bild am Sonntag” soll Winterkorn bereits im Juli 2015, also zwei Monate vor Bekanntwerden der Manipulation, umfassend über alles informiert worden sein. VW äußert sich dazu nicht.

7. Juli 2017: Die Staatsanwaltschaft München gibt bekannt, dass erstmals in Deutschland ein Beschuldigter im VW-Skandal festgenommen wurde. Laut Medienberichten handelt es sich um einen ehemaligen Audi-Manager, der für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war.

22. Juni 2017: Fünf bei der Abgasmanipulation möglcherweise verantwortliche VW-Manager schreibt die US-Justiz weltweit zur Fahndung aus, berichten mehrere deutsche Medien. Die Fahndung läuft über Interpol.

14. Juni 2017: Nach Verhandlungen mit der EU-Kommission wird bekannt, dass VW als “vertrauensbildende Maßnahme” zwei Jahre lang mögliche Schäden behebt, die durch Nachrüstung entstehen. Eine finanzielle Entschädigung wie in den USA lehnt der Konzern weiter ab.

12. Juni 2017: Porsche gerät nach einem auffälligen Abgastest ins Visier der Behörden. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte am Montag, das Kraftfahrtbundesamt sei beauftragt worden, Untersuchungen vorzunehmen. Generell liefen die Tests wegen des Verdachts von Abgasmanipulationen bei einer Vielzahl von Fahrzeugtypen und seien nicht abgeschlossen. Es gebe aber immer wieder neue Hinweise: “Dementsprechend werden sie angepasst und fortgesetzt.”

1. Juni 2017: Verkehrsminister Dobrindt teilt mit, dass 24.000 Audi A7 und A8 zurückgerufen werden müssen, davon 14.000 in Deutschland. Grund: Bei den Fahrzeugen Baujahr 2009 bis 2013 mit V6- und V8-Motoren sei eine illegale Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung nachgewiesen worden.

17. Mai 2017: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart teilt mit, dass sie bereits seit Februar gegen VW-Konzernchef Matthias Müller ermittelt. Es geht um den Verdacht der Marktmanipulation im Diesel-Skandal. Der Vorwurf: Müller und weitere VW-Top-Manager hätten den Anlegern die finanziellen Konsequenzen der VW-Dieselaffäre verschwiegen.

12. Mai 2017: VW verkündet, EU-weit alle Freigaben zur Umrüstung der manipulierten Dieselmotoren vom Typ EA189 bekommen zu haben. Dazu gehörten auch bislang ausstehende Genehmigungen für rund 800.000 Skoda.

11. Mai 2017: Ein US-Gericht genehmigt den mit Behörden und Privatklägern vereinbarten, 1,22 Milliarden Dollar schweren Vergleich über die Entschädigung von rund 80.000 Kunden mit umweltbelastenden großen Dieselautos. Gleiches gilt für einen Vergleich mit Zulieferer Bosch zur Zahlung von 327,5 Millionen Dollar an VW-Diesel-Besitzer in den USA.

10. Mai 2017: VW kündigt auf der Hauptversammlung an, wegen rechtlicher Risiken entgegen früherer Ankündigungen keinen ausführlichen Bericht zu den internen Ermittlungsergebnissen der Anwaltskanzlei Jones Day zu veröffentlichen. Aktionäre kritisieren dieses Vorgehen.

4. Mai 2017: Medienberichten zufolge gibt es im Bundestagsausschuss zum Dieselskandal heftigen Streit über den Abschlussbericht. In einem Entwurf sprächen die Mitglieder von Union und SPD Regierung, KBA und Hersteller von jeglicher Schuld frei, Linke und Grüne wollten möglicherweise eine eigene Bewertung vorlegen, heißt es.

21. April 2017: Einem Bericht der “Neuen Osnabrücker Zeitung” zufolge sind vom Dieselskandal auch die Bundesregierung und die Ministerien betroffen. 3276 Dienstwagen müssen wegen der unlauteren Methoden nachgerüstet werden.

14. April 2017: VW macht beim Rückkaufprogramm für vom Abgas-Skandal betroffene US-Kunden Fortschritte. Der Konzern wickelte deutlich vor der geplanten Zeit Rückkäufe und Leasing-Stopps für über die Hälfte der insgesamt 475.000 manipulierten Dieselwagen ab. VW zahlt US-Kunden Prämien zwischen 5100 und 10.000 Dollar.

8. April 2017: Laut BILD-Informationen wurden im Abgasskandal bislang 211 Klagen gegen VW in erster Instanz entschieden. Davon war knapp ein Viertel erfolgreich.

5. April 2017: VW erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Umwelthilfe. Diese zweifelt den Erfolg des laufenden Diesel-Updates an.

30. März 2017: VW teilt mit, man habe sich in Rahmen eines Vergleichs über Umweltklagen mit zehn US-Bundesstaaten auf die Zahlung von 157,45 Millionen Dollar (146 Mio. Euro) geeinigt.

28. März 2017: Volkswagen reicht eine Beschwerde beim zuständigen Amtsgericht in München gegen die Razzia bei der mit der Aufklärung von Dieselgate beauftragten Anwaltskanzlei Jones Day ein. Damit will der Konzern verhindern, dass die Staatsanwaltschaft die bei der Kanzlei beschlagnahmten Dokumente zu Lasten von VW auswertet.

23. März 2017: Ein Gütetermin am Arbeitsgericht Braunschweig zwischen dem früheren Entwicklungsvorstand der Marke VW und Volkswagen bleibt ohne Ergebnis. Heinz-Jakob Neußer hatte das Unternehmen auf die Nachzahlung eines Bonus von rund 1,4 Millionen Euro für das Jahr 2015 verklagt. Das Gericht vertagte die Sitzug auf den 27. Juni.

23. März 2017: Die VW-Finanzsparte drückt die negativen Folgen des Dieselskandals unbeschadet weg. Das Denstleistungsgeschäft mit Autofinanzierungen und Leasingverträgen lieferte ein operatives Ergebnis von 2,1 (Vorjahr: 1,9) Milliarden Euro ab. Die VW-Finanzsparte konnte auch die nach Dieselgate gebildeten Sonderabschreibungen in Europa zum Teil auflösen.

17. März 2017: Der in den USA im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal festgenommene Volkswagen-Manager Oliver S. bleibt in Haft. Ein Bundesrichter in Detroit lehnte seine Entlassung auf Kaution ab und begründete dies mit der großen Fluchtgefahr. Familie und Freunde des Angeklagten hatten eine Kaution in Höhe von 1,6 Millionen Dollar angeboten. Dem Mann drohen nach Angaben des Justizministeriums bis zu 169 Jahre Haft.

15. März 2017: Die Staatsanwaltschaft durchsucht die Audi-Zentrale in Ingolstadt wie auch Geschäftsräume in Neckarsulm sowie in der VW-Zentrale in Wolfsburg. Es ist der Tag der Audi-Jahrespressekonferenz. Bei den Razzien erhielten Berichten zufolge auch VW-Konzernchef Matthias Müller und Audi-Chef Rupert Stadler Besuch von den Ermittlern.

8. März 2017: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt als letzte Zeugin vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Diesel-Affäre aus. Sie sagt, sie habe erst mit dem öffentlichen Bekanntwerden des Diesel-Skandals am 19. September 2015 vom Abgas-Betrug erfahren, und zwar aus den Medien. Merkel warnte davor, den Diesel als Antriebstechnik nun zu verteufeln. “Es muss ehrlich gearbeitet werden”, sagte sie mit Blick auf die Manipulationen.

16. Februar 2017: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagen vor dem VW-Untersuchungsausschuss des Bundestages aus. Weil bekräftigt, erst am 19. September 2015 vom VW-Skandal erfahren zu haben, Dobrindt verteidigt sich erneut gegen den Vorwurf mangelnder Aufklärung.

8. Februar 2017: Die BILD-Zeitung berichtet über Aussagen von Ferdinand Piëch, wonach Mitglieder des Aufsichtsrats schon im März 2015 statt wie behauptet im September Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Abgasreinigung bekommen. Dieser weist die Anschuldigungen vehement zurück und droht seinerseits mit Maßnahmen und Ansprüchen gegen Piëch.

6. Februar 2017: Der Volkswagen-Aufsichtsrat will das Vergütungssystem der Top-Manager reformieren und dem Chef des Vorstands künftig höchstens zehn Millionen Euro Gehalt erlauben.

5. Februar 2017: Erstmals hat ein deutscher Großkunde im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See von VW erstreiten. Das Unternehmen reichte am Landgericht Braunschweig Klage wegen arglistiger Täuschung ein.

3. Februar 2017: Dem “Spiegel” zufolge hat Ex-VW-Patriarch Ferdinand Piëch den früheren Vorstandschef Martin Winterkorn belastet. Piëch habe bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, dass er Winterkorn bereits im Februar 2015 auf einen Hinweis auf Probleme in den USA bezüglich manipulierter Abgaswerte angesprochen habe.

27. Januar 2017: Die Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef  Winterkorn auf Betrug aus. Es hätten sich “zureichende tatsächliche Anhaltspunkte” dafür ergeben, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte. Die Behörde ermittelt bereits wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen Winterkorn, VW-Markenchef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch.

19. Januar 2017: Ex-Vorstandschef  Winterkorn bekräftigt vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zum VW-Skandal, nicht früher als bisher angegeben von den Dieselmanipulationen in seinem Unternehmen erfahren zu haben. Seinen Rücktritt im Zuge der Dieselaffäre bezeichnete der 69-Jährige vor dem Gremium als “den schwersten Schritt meines Lebens”.

11. Januar 2017: Volkswagen einigt sich im Abgasskandal mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar. Damit geht ein Schuldbekenntnis einher, mit dem VW kriminelles Fehlverhalten einräumt. Dem Konzern wurden Betrug und Verletzungen des Luftreinhaltegesetzes vorgeworfen.

9. Januar 2017: Die US-Bundespolizei FBI nimmt in Florida im Zusammenhang mit dem Abgasskandal einen VW-Manager fest. Ihm werde Verabredung zum Betrug vorgeworfen, schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf informierte Kreise. Die Staatsanwaltschaft bestätigt die Verhaftung später. Der VW-Manager soll demnach eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung des Skandals gespielt haben. VW wollte sich nicht äußern.

4. Januar 2017: US-Bezirksrichter Breyer lehnt einen VW-Antrag ab, Klagen von US-Anlegern im Zusammenhang mit dem Abgasskandal nach Deutschland zu verlegen. Die Kläger, zu denen vor allem amerikanische Pensionsfonds zählen, wollen einen Ausgleich für Kursverluste durchsetzen, die im Zuge des Skandals entstanden seien.

3. Januar 2017: Das auf Verbraucherschutzverfahren spezialisierte Unternehmen MyRight reicht beim Landgericht Braunschweig die erste Musterklage gegen den Wolfsburger Konzern ein, die Auftakt für zahlreiche weitere Klagen sein soll. MyRight wirbt um klagewillige VW-Besitzer, die ihre Forderung an den Dienstleister abtreten. Im Erfolgsfall streicht MyRight 35 Prozent Provision vom zugesprochenen Schadenersatz ein.

30. Dezember 2016: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) fehlt bei 14.000 Wagen weiterhin die Genehmigung für den Rückruf, damit widerspricht das KBA einer anderslautenden Darstellung von VW. Darunter seien auch Autos in Deutschland.

21. Dezember 2016: Volkswagen darf nach Freigabe durch das KBA auch die restlichen vom Dieselskandal betroffenen Motoren umrüsten. Für den Zuständigkeitsbereich der Behörde lägen nun alle erforderlichen Genehmigungen vor, teilt VW mit.

20. Dezember 2016: US-Richter Breyer teilt mit, dass VW Rückkäufe anbietet für rund 20.000 ältere 3.0-TDI-Modelle mit illegaler Abgastechnik – vor allem Luxus-Audi, VW Touareg und Porsche Cayenne. Bei den restlichen rund 63.000 betroffenen Autos soll der Konzern zunächst die Chance zu einer Rückrufaktion mit einem Softwareupdate erhalten.

7. Dezember 2016: Südkorea verhängt gegen den deutschen Autobauer ein Rekord-Bußgeld von umgerechnet fast 30 Millionen Euro wegen “irreführender” Werbung.

16. November 2016: VW einigt sich mit der US-Umweltbehörde über manipulierte 3,0-Liter-Autos: 20.000 ältere kauft VW zurück, 60.000 werden nachgebessert.

8. November 2016: Die Medienberichte zu einer zweite Schummelsoftware bei Benzinern zieht eine weitere Sammelklage von Audi-Besitzern in Seattle nach sich.

7. November 2016: Die kalifornische Umweltbehörde CARB bemängelt bei großen Audis mit Automatikgetriebe, diese Fahrzeuge verfügten über so genannte Lenkwinkelsensoren. Die würden beim Ausbleiben einer Lenkbewegung die CO2-Emissionen herunterschrauben und so auf dem Prüfstand eine besonders sauber Verbrennung suggerieren. Das berichtet die BILD am SONNTAG.

4. November 2016: Das KBA erteilt laut VW-Mitteilung die Freigabe zur Umrüstung der rund 2,6 Millionen betroffenen Fahrzeuge mit 1,6-Liter-Motoren.

3. November 2016: Volkswagen behauptet laut NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” in einem Prozessdokument, “keine unzulässige Abschalteinrichtung nach europäischem Recht” benutzt zu haben. Dies wird als rechtlichen Argumentation verstanden, um eine Klagewelle in Europa abzuwenden.

25. Oktober 2016: Richter Charles Breyer stimmt dem von VW mit US-Behörden, Dieselbesitzern und Vertragshändlern ausgehandelten Vergleich endgültig zu. Dieser Kompromiss gilt für 475.000 Pkws mit 2.0-Liter-Dieseln und könnte VW bis zu 16,5 Milliarden US-Dollar (15,2 Milliarden Euro) kosten. Damit kann VW den größten Teil seiner “Dieselgate”-Rechtslasten in den USA aus dem Weg räumen.

17. Oktober 2016: Nach Angaben von Insidern zahlt Volkswagen in den USA allein 175 Millionen Dollar (159,5 Mio Euro) an gegnerische Anwälte. VW habe sich mit den Anwälten der klagenden Besitzer von 475.000 Autos geeinigt, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

4. Oktober 2016: US-Vertragshändler von VW reichen in San Francisco eine erweiterte gerichtliche Klageschrift mit neuen Vorwürfen gegen den Zulieferer ein. Wie bereits zahlreiche US-Zivilklagen von geschädigten Dieselbesitzern, geht nun auch die Sammelklage der Autohändler davon aus, dass Bosch beim Abgas-Betrug die Rolle eines aktiven Mittäters innehatte.

30. September 2016: VW hat sich mit den 652 Vertragshändlern in den USA auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) geeinigt. Diese Summe ist Teil eines insgesamt 16,5 Milliarden Dollar teuren Vergleichs mit US-Zivilklägern. Es handelt sich um den teuersten Vergleich in der Geschichte der Auto-Industrie.

21. September 2016: Ein Ingenieur soll bereits 2007 einem größeren Kreis von Audi-Managern in einer E-Mail geschrieben, dass man es “ganz ohne Bescheißen” nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Das berichteten “Süddeutsche Zeitung”, NDR und WDR unter Berufung auf Erkenntnisse der US-Anwaltskanzlei Jones Day.

19. September 2016: VW hat erst 500.000 von 8,5 Millionen Fahrzeugen in Europa umgerüstet. Ursprünglich sollte die technische Umrüstung bereits Ende des Jahres 2016 abgeschlossen sein. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bisher 60 Prozent der Umrüstung zugelassen. Davon sind wiederum 10 Prozent erfolgreich umgerüstet. Der voraussichtliche Abschluss ist damit für 2017 geplant.

16. September 2016: Nach Bayern will nun auch das Bundesland Hessen den Volkswagenkonzern auf Schadenersatz verklagen. Das Land habe durch den Wertverlust der Volkswagen-Aktie rund 3,9 Millionen Euro verloren, erklärte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Die Klage solle in den kommenden Tagen beim Landgericht Braunschweig eingereicht werden. 

14. September 2016: Im VW-Abgasskandal hat das Krefelder Landgericht einen städtischen Autohändler verurteilt, zwei Audis mit “Schummel-Software” zurückzunehmen. Bei den Abgas-Manipulationen handele es sich um einen erheblichen Mangel. Außerdem sei eine Nachbesserung durch Software-Update für die Käufer nicht zumutbar.  Auch nach einer Nachrüstung durch VW bleibe ein “berechtigter Mangelverdacht”, so das Gericht. Es geht um einen Audi A6 von Anfang 2014 und einen Kleinwagen A 1 vom Frühjahr 2015. (Aktenzeichen.: 2 O 72/16 und 2 O 83/16).

9. September 2016: In den USA bekennt sich ein VW-Mitarbeiter wegen des Abgasskandals für schuldig. Ein 62-jähriger Ingenieur aus Kalifornien gibt nach Angaben des Justizministeriums zu, als “Leader of Diesel Competence” Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei es gewesen, durch die Entwicklung spezieller Betrugs-Software zur Manipulation von Emissionstests US-Behörden und Kunden hinters Licht zu führen. Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

25. August 2016: VW einigt sich mit 650 Händlern in den USA grundsätzlich auf eine Entschädigung für entgangene Einnahmen. Laut Reuters kostet diese den Autobauer bis zu 1,2 Milliarden Dollar.

15. August 2016: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt die Freigabe für den Rückruf von Autos mit dem kleinen 1,2-Liter-Dieselmotor, der beispielsweise im VW Polo und Seat Ibiza steckt.

3. August 2016: Angesichts von Millionenverlusten durch den VW-Abgasskandal prüfen die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt juristische Schritte gegen Volkswagen.

2. August 2016: Der Freistaat Bayern kündigt eine Schadenersatzklage gegen VW an. Grund sind Verluste beim Pensionsfonds des Landes durch den Kursrutsch bei VW-Aktian nach Bekanntwerden der Manipulation. Es geht um eine Summe von maximal 700.000 Euro.

29. Juli 2016: Trotz des milliardenschweren Vergleichs im Dieselskandal zwischen VW und den US-Behörden nehmen die Klagen in den USA kein Ende. Wegen der Verletzung von Luftreinheitsgesetzen verhängt der US-Bundesstaat Washington ein Bußgeld von 176 Millionen Dollar, teilt das Umweltamt mit. Die Behörde ahndet damit Verstöße von 21.000 Diesel-Fahrzeugen, die in Washington zugelassen sind.

22. Juli 2016: Das Kraftfahrtbundesamt erteilt die Freigabe zum Rückruf von europaweit 800.000 Dieseln. Darunter befinden sich Varianten von VW Golf, VW Passat und VW Touran sowie Modelle von Audi und Skoda.

11. Juli 2016: Entgegen der Marschrichtung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeldverfahren gegen VW eröffnet. Die Staatsanwaltschaft will den mit manipulierten Dieselautos erwirtschafteten Gewinn abschöpfen.

7. Juli 2016: VW zahlt 86 Millionen Dollar (etwa 78 Millionen Euro) Strafe an den US-Bundesstaat Kalifornien.

3. Juli 2016: VW-Chef Müller sagt der “Welt am Sonntag”, Entschädigungszahlungen für europäische Kunden nach US-Vorbild könnten VW finanziell überfordern: “Was es nicht zuletzt wirtschaftlich für unser Unternehmen bedeuten würde, wenn wir das tun würden, muss ich wohl nicht weiter ausführen.”

28. Juni 2016: VW reicht vor Gericht in den USA einen Vorschlag zur Einigung mit Klägern und Behörden ein. Mit der Rekordzahlung von rund 15 Milliarden Dollar (ca. 13,5 Mrd. Euro) für Entschädigungen, Umweltschutz und Strukturmaßnahmen will sich VW von seiner Schuld in Übersee befreien.

23. Juni 2016: Großaktionär Niedersachsen verweigert dem VW-Vorstand die vollständige Entlastung für 2015. Der fehlende Vertrauensbeweis für Ex-Konzernchef Martin Winterkorn und Markenchef Herbert Diess hat keine juristischen Konsequenzen, gilt aber als Denkzettel.

21. Juni 2016: VW-Chef Müller kündigt die Abkehr vom Dieselmotor an. “Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen”, sagte Müller dem “Handelsblatt”.

20. Juni 2016: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt im Abgas-Skandal wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen den zurückgetretenen VW-Konzernchef Martin Winterkorn. Bei den Ermittlungen gehe es um den Vorwurf, dass Volkswagen die Finanzwelt womöglich zu spät über die Affäre informiert habe.

22. April 2016: Nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg verkündet VW mit 1,6 Milliarden Euro für 2015 den größten Verlust der Konzerngeschichte. Das operative Ergebnis sackte von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf einen Verlust von 4,1 Milliarden ab. Hauptgrund dafür seien die Rückstellungen von insgesamt 16,4 Milliarden Euro für die Kosten des Abgasskandals.

21. April 2016: Der amerikanische Bezirksrichter Charles Breyer verkündet zum Ablauf eines Ultimatums eine grundsätzliche Einigung im Streit zwischen VW und den US-Behörden. Damit ist ein milliardenschwere Prozess vorerst abgewendet. Die Lösung umfasst unter anderem mögliche Rückkäufe von knapp 500.000 Fahrzeugen,…

kostenlose Reparaturen und “substanziellen Schadenersatz” für die Besitzer. Im Gespräch sind 5000 Dollar, umgerechnet rund 4400 Euro. Verbraucherschützer in Deutschland mahnen eine Gleichberechtigung hiesiger Kunden an, VW lehnt dies unter Verweis auf die anders gelagerte Rechtslage ab.

20. April 2016: Das “Handelsblatt” berichtet, die Anfänge des Abgasskandals gingen auf die Konzerntochter Audi zurück. Bereits 1999 hätten Motorenentwickler bei den Ingolstädtern Optionen erarbeitet, wie man den schärferen Grenzwerten begegnen könne. Geplant wurde dem Bericht zufolge auch der Einsatz einer illegalen Abschalteinrichtung. Zum Einsatz sei es bei Audi aber nicht gekommen. Erst 2005 sei die Software bei VW beim Dieselmotor EA 189 installiert worden.

10. April 2016: Eine lang anhaltende Diskussion um die Millionen-Boni der VW-Topmanager entbrennt. Unter starkem öffentlichem Druck, unter anderem von Großaktionär Niedersachsen, erklären sich die Vorstände zu Abstrichen bereit. Die Rede ist von mindestens 30 Prozent, so wie der ursprüngliche Vorschlag von VW-Chef Matthias Müller.

8. April 2016: Wegen der weiter fehlenden Freigabe des KBA für die Nachbesserungen beim Passat erwägt Volkswagen, die Rückrufaktion für andere betroffenen Fahrzeuge, darunter der Golf, vorzuziehen. Kurz zuvor hatte das Kraftfahrtbundesamt grünes Licht für die zweite Rückrufwelle mit Varianten der vier Audi-Modelle A4, A5, A6 und Q5 sowie des Seat Exeo gegeben.

6. April 2016: Der erste Volkswagen-Vertragshändler in den USA reicht bei einem Bundesgericht in Illinois Klage gegen den VW Konzern wegen des Abgasskandals ein. Er fühle sich systematisch getäuscht, so der Vertriebspartner.

16. März 2016: Das Landgericht Bochum weist im bundesweit ersten Prozess dieser Art die Klage eines betroffenen VW-Fahrers zurück. Dieser darf wegen der Abgas-Manipulationen sein Auto nicht an den Händler zurückgegeben. Der Mangel sei nur gering und vergleichsweise günstig zu beheben, argumentierten die Richter. Die Beseitigung des Mangels liege unter der Bagatellgrenze von einem Prozent des Kaufpreises, eine erhebliche Pflichtverletzung von VW liege nicht vor.

15. März 2016: Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der Abgasaffäre steckt der Konzern nach wie vor tief in der Krise. VW will mehrere tausen Jobs streichen, die Investitionen sind um eine Milliarde Euro pro Jahr gekappt, der Sparkurs ist verschärft. Unklar ist nach wie vor, wer für das Desaster verantwortlich ist.

14. März 2016: 278 institutionelle Großanleger verklagen VW beim Landesgericht Braunschweig auf Schadenersatz in Höhe von 3,255 Milliarden Euro. Sie werfen dem Konzern vor, seiner Auskunftspflicht gegenüber Anteilseignern nicht nachgekommen zu sein. VW hatte erst Tage, nachdem die US-Umweltbehörde EPA ihre Manipulationsvorwürfe am 18. September öffentlich machte, über drohende finanzielle Konsequenzen informiert. Das Unternehmen bekräftige mehrfach seine Auffassung, alle Informationspflichten befolgt zu haben.

9. März 2016: Laut Medienberichten hat das US-Justizministerium seine Untersuchungen auf den Verdacht des Bankbetrugs und mögliche Verstöße gegen Steuergesetze bei VW ausgedehnt. US-Chef Michael Horn tritt überraschend ab.

2. März 2016: Erster deutscher Prozess um Schadenersatz in Bochum. VW muss aus Sicht des Landgerichts manipulierte Autos nicht zurücknehmen.

5. Februar 2016: VW verschiebt seine Jahresbilanz und Hauptversammlung. Dafür werden später der 28. April und der 22. Juni 2016 genannt.

27. Januar 2016: Frühstart beim Rückruf in Deutschland: Trotz fehlender Genehmigung des KBA werden erste Amarok-Modelle umgerüstet.

12. Januar 2016: Die kalifornische Umweltbehörde CARB lehnt einen Rückrufplan von Volkswagen ab und fordert Nachbesserungen.

11. Januar 2016: Bei der Automesse in Detroit gibt VW-Chef Müller ein verunglücktes Interview, in dem er ein Fehlverhalten des Konzerns abstreitet. Er kündigt zudem an, US-Kunden unter anderem mit Einkaufsgutscheinen zu entschädigen. 

4. Januar 2016: Die US-Regierung reicht gegen VW Klage wegen des Einsatzes von Betrugssoftware und Klimaschutzgesetz-Verstößen ein.

16. Dezember 2015: VW teilt mit, dass die Gewährleistungsfrist für die manipulierten Motoren bis mindestens Ende 2017 verlängert wird. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) in Brüssel hat Ermittlungen gegen Europas größten Autobauer VW aufgenommen, offenbar wegen möglicherweise zweckentfremdeter Milliardenkredite.

10. Dezember 2015: Gut drei Monate nach Bekanntwerden des Abgasskandals versprechen der VW-Vorstandsvorsitzende Müller und Aufsichtsratschef Pötsch eine neue Unternehmenskultur.

9. Dezember 2015: VW teilt mit, dass nach Messungen vom KBA, Verkehrsministerium und eigenen Prüfern statt 800.000 nur noch 36.000 Fahrzeuge vom CO2-Skandal und damit falschen Verbrauchsangaben betroffen sein könnten.

25. November 2015: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt nach VW-Angaben grünes Licht für die Umrüstung der rund 8,2 Millionen vom Diesel-Skandal betroffenen Fahrzeuge mit 1,6- und 2,0-Liter-Motoren.

23. November 2015: Weitere 75.000 Autos aus dem VW-Konzern geraten ins Visier der US-Umweltbehörde, darunter Porsche Cayenne, VW Toureg sowie Luxus-Audis. Auch die Dreiliter-Diesel der Baujahre 2009 bis 2016 sollen mit einer verdächtigen Software ausgestattet sein.

20. November 2015: VW beschließt wegen der drohenden Kostenlawine für 2016, die Investitionen um rund eine Millarde auf zwölf Millarden Euro zu kürzen.

14. November 2015: VW nennt die Typen des Modelljahrs 2016, bei denen die Daten zum Ausstoß des Treibhausgases CO2 geschönt wurden. Es sind 413.000 Fahrzeuge, gut die Hälfte der etwa 800.000 Fälle.

6. November 2015: VW will mögliche Nachzahlungen der Kfz-Steuer für Fahrzeuge mit frisierten CO2-Angaben anstelle der Halter tragen. Vom CO2-Ausstoß hängt bei jüngeren Pkw auch die Höhe der Kfz-Steuer ab.

4. November 2015: Unter den 800.000 Autos mit falschen CO2-Werten sind auch 98.000 Benziner, teilt Verkehrsminister Dobrindt mit.

3. November 2015: VW teilt mit, dass es auch “Unregelmäßigkeiten” bei Angaben zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) gab. 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein. VW findet gleich ein neues Wort für Affäre: “CO2-Thematik”.

2. November 2015: Die US-Umweltbehörde EPA beschuldigt VW, auch bei 3,0-Liter Dieselmotoren eine Manipulations-Software eingesetzt zu haben. VW weist dies entschieden zurück.

28. Oktober 2015: Der Skandal brockt dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust ein. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Milliarden Euro.

22. Oktober 2015: Der VW-Konzern prüft, ob auch die frühe Version des Nachfolgers des Skandalmotors EA 189 von den Manipulationen betroffen ist. Das ist nicht der Fall.

21. Oktober 2015: VW stoppt in der EU den Verkauf von Neuwagen im Lagerbestand, die noch ältere Motoren mit der Betrugssoftware haben.

17. Oktober 2015: Der Volkswagen-Mehrheitseigner Porsche SE teilt mit, dass Ex-VW-Chef Martin Winterkorn auch hier seinen Vorstandsvorsitz niederlegt.

16. Oktober 2015: Christine Hohmann-Dennhardt tritt zum 1. Januar 2016 als Leiterin für Recht und Integrität bei VW an. Zuvor hatte sie eine ensprechende Position bei Daimler inne.

15. Oktober 2015: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen zwingend in die Werkstatt. VW hatte eine freiwillige Lösung angestrebt.

8. Oktober 2015: Razzia bei VW: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ordnet Durchsuchungen in Wolfsburg und an anderen Orten an. VW-US-Chef Michael Horn muss dem US-Kongress Rede und Antwort stehen.

7. Oktober 2015: Krisentreffen der Aufseher mit Personalentscheidung: VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch wird an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt. Nach Aussage Müllers kann der Rückruf im Januar 2016 beginnen.

28. September 2015: Nach mehreren Strafanzeigen startet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsvorwürfen.

25. September 2015: Der VW-Aufsichtsrat beruft den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller zum Konzernchef und trifft weitere Personalentscheidungen.

23. September 2015: VW-Chef Martin Winterkorn tritt zurück. “Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren”, begründet er seinen Schritt.

22. September 2015: Der VW-Konzern gibt eine Gewinnwarnung heraus und kündigt Milliarden-Rückstellungen für bevorstehende Umrüstungen an.

18. September 2015: Die EPA teilt öffentlich mit, VW habe bei TDI-Motoren eine Software eingesetzt, um Test-Messungen des Schadstoffausstoßes künstlich zu drücken. Damit entfaltet sich ein Skandal beispiellosen Ausmaßes, der später den Beinamen “Dieselgate” erhält.

3. September 2015: VW räumt gegenüber der US-Umweltbehörde EPA Manipulationen bei Diesel-Abgastests ein. Allerdings hinter den Kulissen.

Überblick: Was Sie über den Abgasskandal wissen sollten

Am 18. September 2015 lassen die Umweltbehörden in den USA verlautbaren, dass bei Volkswagen auf dem Prüfstand für Abgaswerte zahlreicher Diesel-Modelle nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Zwei Tage später gibt der Konzern Manipulation zu. Es ist der Anfang eines bis dato nie dagewesenen Skandals, der bis heute seine Kreise zieht. Die Affäre zog weite Kreise, die endgültigen Folgen sind immer noch nicht absehbar. Hier ein genauerer Überblick über den Stand der Dinge und die wichtigsten Baustellen:

Die Rückrufaktion – Fragen zur Umrüstung

Der Stand der Dinge: In Deutschland gibt es rund 2,5 Millionen Autofahrer mit einem manipulierten Diesel des Konzerns, betroffen sind Fahrzeuge von VW, Audi, Seat, Skoda und Porsche (weitere Infos dazu hier: Was VW-Fahrer wissen müssen). Mittlerweile (Stand Juni 2017) hat Volkswagen drei Viertel der Fahrzeuge nachgerüstet und seit Mitte Mai EU-weit alle Genehmigungen der zuständigen Regulierungsbehörden zur Umrüstung der Motoren vom Typ EA189 zusammen. Für die Typgenehmigung von Skoda ist eine britische Behörde zuständig, für Audi und Volkswagen das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt und für Seat eine spanische Behörde. Am 27. Juli 2017 teilte VW mit, insgesamt vier Millionen Diesel in Deutschland, also 1,5 Millionen mehr als vom Skandal offiziell betroffen, mit besserer Abgastechnik ausstatten zu wollen. Zudem hat die VW-Tochter Audi die Umrüstung von bis zu 850.000 Fahrzeugen angekündigt.

EU-Kommissarin Jourova nannte das Zugeständnis von VW eine “De-Facto-Extragarantie” für Bauteile.

Begrenzte Gewährleistung für zwei Jahre: Volkswagen will mögliche Defekte im Zusammenhang mit der Umrüstung von manipulierten Dieselautos zwei Jahre lang kostenlos beheben. Es seien zwar bislang keine Probleme bekannt, sagte ein VW-Sprecher Mitte Juni 2017, sie würden aber im Falle des Falles geprüft. VW versprach dafür “kunden-individuelle Lösungen”. Die Lösung gelte auch für Kunden, die ihr Auto bereits umgerüstet haben, bis zu zwei Jahre nach dem Software-Update. Die Zugeständnisse von VW sind das Ergebnis von Verhandlungen mit der EU-Kommission. Mit einer Entschädigung durch den Autokonzern dürfen Kunden allerdings weiterhin nicht rechnen.

Rückruf von 24.000 Diesel-Audi: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nahm Anfang Juni 2017 Audi ins Visier: Weil auch die VW-Tochter in Europa bei der Abgasreinigung eine unzulässige Abschalteinrichtung eingebaut habe, muss der Hersteller 24.000 Fahrzeuge zurückrufen, davon 14.000 in Deutschland. Betroffen sind A7 und A8 mit V6- und V8-Dieselmotoren nach Abgasnorm Euro 5 der Baujahre 2009 bis 2013. Es handle sich um eine sogenannte Lenkwinkel-Erkennung, so Dobrindt, die wahrnehme, wenn das Fahrzeug im Prüfstand stehe. Bisher war Audi in Deutschland keine illegale Abschalteinrichtung nachgewiesen worden.

VW-Kunden bei Update unter Druck / fehlende Gewährleistung oder Garantie: VW setzt nach Recherchen von AUTO BILD Fahrer manipulierter Diesel beim Software-Update unter Druck. So klagen Kunden über Maßnahmen gegen ihren Willen, verweigerte Reparaturen und Meldungen an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Mutmaßlicher Zweck dieses Vorgehens: Wer das Update aufspielen lässt, hat kaum noch Chancen, seine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Verkäufer geltend zu machen. Aus diesem Grund hatte die bayerische Polizei die Umrüstung ihrer von der Abgasmanipulation betroffenen Dieselfahrzeuge zurückgestellt. Am 15. Juni 2017 wurde bekannt, dass VW nach Verhandlungen mit der EU-Kommission bereit ist, mögliche Defekte im Zusammenhang mit der Umrüstung von manipulierten Dieselautos zwei Jahre lang kostenlos zu beheben. Eine Entschädigung nach amerikanischem Vorbild lehnen die Wolfsburger nach wie vor ab.

Verstärkte Rußbildung nach Diesel-Update? Die Bedenken sind offenbar nicht ganz unbegründet: Nach dem Rückruf manipulierter Fahrzeuge im Zuge des Abgasskandals gibt es Hinweise, dass bei bereits umgerüsteten Autos aus dem VW-Konzern die Abgasrückführung schneller verschleißen könnte. Nach Informationen von AUTO BILD kann es zu Verkrustungen in einem Ventil der Abgasrückführung kommen, weil durch das Update der Rußpartikelausstoß erhöht wird. Als mögliche Folge schalten Motoren ins Notlaufprogramm oder lassen sich nicht mehr starten. VW spricht von Einzelfällen, doch der Düsseldorfer Rechtsanwalt Tobias Ulbrich hat Kenntnis von mehr als 50 Mandanten allein in seiner Kanzlei, bei deren Autos Teile des Abgasrückführungs-Systems unmittelbar oder kurz nach dem Update ausgefallen seien. In den meisten Fällen habe sich VW kulant verhalten und die Kosten für den Tausch des Abgasrückführungsventils übernommen, so Ulbrich. Auf Nachfrage von AUTO BILD beteuert VW, das Update habe “keinen negativen Einfluss auf die Funktion und Wirkungsweise des Abgasrückführungs-Systems”.

Der aktuelle Ermittlungsstand

Was wir wissen: Bis heute konnte nicht geklärt werden, wer wirklich die Verantwortung für den Betrug trägt und wann genau Top-Manager im VW-Konzern von den Manipulationen wussten. Kam die Anweisung von ganz oben? Oder trafen eine Handvoll Ingenieure auf mittlerer Ebene diese folgenschwere Entscheidung, ohne die Führungsebene zu informieren? So stellt es VW dar. Oder wusste der Vorstand schon viel früher vom Betrug, als er zugeben will? Laut “Spiegel” habe Ex-VW-Patriarch Ferdinand Piëch eben dies gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt: dass er den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn bereits im Februar 2015 auf einen Hinweis auf Probleme in den USA bezüglich manipulierter Abgaswerte angesprochen habe. Ein Ingenieur soll bereits 2007 einem größeren Kreis von Audi-Managern in einer E-Mail geschrieben haben, dass man es “ganz ohne Bescheißen” nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Unklar ist auch noch, ob VW die Aktionäre rechtzeitig informiert hat.

Software offenbar bei Audi entwickelt: Die Anfänge des Abgasskandals gehen auf die Konzerntochter Audi zurück, recherchierte das “Handelsblatt”. Bereits 1999 hätten Motorenentwickler bei den Ingolstädtern Optionen erarbeitet, wie man den schärferen Grenzwerten begegnen könne. Geplant wurde dem Bericht zufolge auch der Einsatz einer illegalen Abschalteinrichtung. Zum Einsatz sei es bei Audi aber nicht gekommen. Erst 2005 sei die Software bei VW beim Dieselmotor EA 189 installiert worden, von da an wurde sie nach bisherigem Erkenntnisstand diverse Mal upgedatet.

Vorwürfe gegen Porsche: Ende Juli 2017 wurde für 22.000 Porsche Cayenne 3.0 TDI mit V6-Motor nach Euro 6 ein verpflichtender Rückruf sowie ein Zulassungsstopp angeordnet. Porsche gibt an, die dafür verantwortliche Betrugssoftware selbst dem KBA gemeldet zu haben, Verkehrsminister Dobrindt widersprach der Darstellung. Bereits im Februar hatte der “Spiegel” berichtet, dass ein vom TÜV Nord getesteter Porsche Cayenne 3,0 Liter V6 TDI mit einer Technik ausgestattet war, die dafür sorge, dass der Geländewagen auf dem Prüfstand die Grenzwerte einhalte, im Straßenverkehr jedoch deutlich mehr Stickoxide ausstoße als gesetzlich zulässig. Eine Getriebesteuerung erkenne mithilfe von Sensoren, ob sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand oder auf der Straße befinde und sorge dafür, dass der Wagen mal die Grenzwerte einhalte und mal nicht. Porsche hatte damals noch auf “Spiegel”-Anfrage erklärt, der beim TÜV-Nord durchgeführte Test sei “nicht plausibel nachvollziehbar”. Das Unternehmen bestätigte die Existenz zweier Schaltprogramme beim Cayenne V6 TDI. Bei umgehend vorgenommenen “eigenen Messungen an vergleichbaren Fahrzeugen” seien “die gesetzlich geforderten Stickoxidgrenzwerte in beiden Schaltprogrammen erfüllt” worden.

KBA soll Berichte geschönt haben: Das Kraftfahrtbundesamt hat nach einem Bericht der BILD-Zeitung schon seit Längerem von Abgasmanipulationen bei Porsche gewusst und auf Betreiben der Autoindustrie Untersuchungsberichte zum Abgas-Skandal geschönt. Das zeige laut “BILD” die Korrespondenz zwischen KBA und Herstellern, die der Zeitung in Auszügen vorliege. So habe die dem Bundesverkehrsministerium zugeordnete Behörde schon vor einem Jahr festgestellt, dass Porsche mit Abschalteinrichtungen für Diesel-Motoren arbeite. Das frühzeitige Herunterfahren der Abgasreinigungsraten (AGR) beim Porsche Macan sei “nach Vorschrift als Abschalteinrichtung zu sehen”, zitierte das Blatt aus der Ursprungsversion eines Prüfberichtes. Im Endbericht habe es dann aber nur noch geheißen: “Dies kann nach Vorschrift als eine Veränderung des Emissionsverhaltens des Abgassystems gesehen werden.”

Geheimniskrämerei um eigene Ermittlungen: Volkswagen wird entgegen früherer Ankündigungen keinen ausführlichen Bericht zu den Ermittlungsergebnissen der Anwaltskanzlei Jones Day im Diesel-Abgasskandal veröffentlichen. Das teilte der Hersteller am 10. Mai 2017 mit. Die renommierte Kanzlei hatte seit 2015 ganze Berge von Dokumenten gesichtet und ausgewertet. VW  begründete die Entscheidung mit rechtlichen Risiken. Das Unternehmen stehe in der Verpflichtung, sich “nicht in Widerspruch zu den im ‘Statement of Facts’ (Sammlung in Zusammenarbeit mit dem US-Justizministerium; d. Red.) angegebenen Fakten” zu äußern.

29. September 2017: VW gibt bekannt, dass die Aufarbeitung des Dieselskandals in den USA im dritten Quartal weitere 2,5 Milliarden Euro kostete, da Rückkauf und Nachrüstung von 2,0-Liter-Autos nicht wie gewünscht liefen.

27. September 2017: Der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz wird Medienberichten zufolge in Untersuchungshaft genommen. Er gilt als enger Vertrauter von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn.

25. August 2017: Im VW-Dieselskandal verurteilt ein US-Bundesrichter einen VW-Konzerningenieur zu drei Jahren und vier Monaten Haft sowie zu einer Geldstrafe von umgerechnet 168.000 Euro.

31. Juli 2017: Laut einem Bericht der BILD-Zeitung soll das KBA Berichte zum Abgasskandal geschönt haben. Demnach wusste die Behörde schon seit längerem von Manipulationen bei Porsche und entschärfte Unterlagen im Sinne des Herstellers.

27. Juli 2017: Laut Verkehrsminister Dobrindt (CSU) gibt es einen amtlichen verpflichtenden Rückruf für 22.000 Porsche Cayenne 3.0 V6 TDI nach Euro 6, da eine unzulässige Abschaltvorrichtung bei der Abgasreinigung festgestellt wurde. Zudem gelte ein Zulassungsverbot bis zum Einsatz einer neuen, vom KBA genehmigten Steuersoftware.

27. Juli 2017: VW kündigt an, insgesamt vier Millionen Diesel in Deutschland nachrüsten zu wollen. Das wären rund 650.000 weitere Fahrzeuge, nach den 2,5 Millionen ursprünglich betroffenen Autos sowie der Extra-Nachrüstaktion bei Audi mit 850.000 Autos.

25. Juli 2017: In den USA will sich ein VW-Manager im Zusammenhang mit dem Abgasskandal vor Gericht schuldig bekennen. Oliver S., der ehemalige Chef des für die Koordination mit den US-Behörden zuständigen Umweltbüros, war im Januar 2017 nach einem Urlaub in Florida festgenommen worden.

21. Juli 2017: Audi gibt bekannt, freiwillig rund 850.000 Dieselfahrzeuge mit einem Software-Update für bessere Abgasreinigung versehen zu wollen. Dabei geht es um Sechs- und Achtzylindermotoren nach Euro 5 und Euro 6.

20./21. Juli 2017: Mehrere Medien berichten über den Verdacht der jahrelangen Absprache unter den fünf deutschen Autobauern VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Diese sollen auch die Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen betroffen haben.

10. Juli 2017:  Die Staatsanwaltschaft Stuttgart eröffnet ein Verfahren gegen unbekannte Porsche-Mitarbeiter wegen möglicher Abgas-Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen. Laut der Behörde besteht ein Anfangsverdacht des Betruges und der strafbaren Werbung.

10. Juli 2017: Der in München inhaftierte ehemalige Audi-Manager will mit den Behörden kooperieren und laut seinem Anwalt “seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts leisten”. Ihm wird vorgeworfen, die amerikanischen Umweltbehörden mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß der VW-Diesel getäuscht zu haben.

9. Juli 2017: Neue Aussagen eines Kronzeugen belasten Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Laut “Bild am Sonntag” soll Winterkorn bereits im Juli 2015, also zwei Monate vor Bekanntwerden der Manipulation, umfassend über alles informiert worden sein. VW äußert sich dazu nicht.

7. Juli 2017: Die Staatsanwaltschaft München gibt bekannt, dass erstmals in Deutschland ein Beschuldigter im VW-Skandal festgenommen wurde. Laut Medienberichten handelt es sich um einen ehemaligen Audi-Manager, der für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war.

22. Juni 2017: Fünf bei der Abgasmanipulation möglcherweise verantwortliche VW-Manager schreibt die US-Justiz weltweit zur Fahndung aus, berichten mehrere deutsche Medien. Die Fahndung läuft über Interpol.

14. Juni 2017: Nach Verhandlungen mit der EU-Kommission wird bekannt, dass VW als “vertrauensbildende Maßnahme” zwei Jahre lang mögliche Schäden behebt, die durch Nachrüstung entstehen. Eine finanzielle Entschädigung wie in den USA lehnt der Konzern weiter ab.

12. Juni 2017: Porsche gerät nach einem auffälligen Abgastest ins Visier der Behörden. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte am Montag, das Kraftfahrtbundesamt sei beauftragt worden, Untersuchungen vorzunehmen. Generell liefen die Tests wegen des Verdachts von Abgasmanipulationen bei einer Vielzahl von Fahrzeugtypen und seien nicht abgeschlossen. Es gebe aber immer wieder neue Hinweise: “Dementsprechend werden sie angepasst und fortgesetzt.”

1. Juni 2017: Verkehrsminister Dobrindt teilt mit, dass 24.000 Audi A7 und A8 zurückgerufen werden müssen, davon 14.000 in Deutschland. Grund: Bei den Fahrzeugen Baujahr 2009 bis 2013 mit V6- und V8-Motoren sei eine illegale Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung nachgewiesen worden.

17. Mai 2017: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart teilt mit, dass sie bereits seit Februar gegen VW-Konzernchef Matthias Müller ermittelt. Es geht um den Verdacht der Marktmanipulation im Diesel-Skandal. Der Vorwurf: Müller und weitere VW-Top-Manager hätten den Anlegern die finanziellen Konsequenzen der VW-Dieselaffäre verschwiegen.

12. Mai 2017: VW verkündet, EU-weit alle Freigaben zur Umrüstung der manipulierten Dieselmotoren vom Typ EA189 bekommen zu haben. Dazu gehörten auch bislang ausstehende Genehmigungen für rund 800.000 Skoda.

11. Mai 2017: Ein US-Gericht genehmigt den mit Behörden und Privatklägern vereinbarten, 1,22 Milliarden Dollar schweren Vergleich über die Entschädigung von rund 80.000 Kunden mit umweltbelastenden großen Dieselautos. Gleiches gilt für einen Vergleich mit Zulieferer Bosch zur Zahlung von 327,5 Millionen Dollar an VW-Diesel-Besitzer in den USA.

10. Mai 2017: VW kündigt auf der Hauptversammlung an, wegen rechtlicher Risiken entgegen früherer Ankündigungen keinen ausführlichen Bericht zu den internen Ermittlungsergebnissen der Anwaltskanzlei Jones Day zu veröffentlichen. Aktionäre kritisieren dieses Vorgehen.

4. Mai 2017: Medienberichten zufolge gibt es im Bundestagsausschuss zum Dieselskandal heftigen Streit über den Abschlussbericht. In einem Entwurf sprächen die Mitglieder von Union und SPD Regierung, KBA und Hersteller von jeglicher Schuld frei, Linke und Grüne wollten möglicherweise eine eigene Bewertung vorlegen, heißt es.

21. April 2017: Einem Bericht der “Neuen Osnabrücker Zeitung” zufolge sind vom Dieselskandal auch die Bundesregierung und die Ministerien betroffen. 3276 Dienstwagen müssen wegen der unlauteren Methoden nachgerüstet werden.

14. April 2017: VW macht beim Rückkaufprogramm für vom Abgas-Skandal betroffene US-Kunden Fortschritte. Der Konzern wickelte deutlich vor der geplanten Zeit Rückkäufe und Leasing-Stopps für über die Hälfte der insgesamt 475.000 manipulierten Dieselwagen ab. VW zahlt US-Kunden Prämien zwischen 5100 und 10.000 Dollar.

8. April 2017: Laut BILD-Informationen wurden im Abgasskandal bislang 211 Klagen gegen VW in erster Instanz entschieden. Davon war knapp ein Viertel erfolgreich.

5. April 2017: VW erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Umwelthilfe. Diese zweifelt den Erfolg des laufenden Diesel-Updates an.

30. März 2017: VW teilt mit, man habe sich in Rahmen eines Vergleichs über Umweltklagen mit zehn US-Bundesstaaten auf die Zahlung von 157,45 Millionen Dollar (146 Mio. Euro) geeinigt.

28. März 2017: Volkswagen reicht eine Beschwerde beim zuständigen Amtsgericht in München gegen die Razzia bei der mit der Aufklärung von Dieselgate beauftragten Anwaltskanzlei Jones Day ein. Damit will der Konzern verhindern, dass die Staatsanwaltschaft die bei der Kanzlei beschlagnahmten Dokumente zu Lasten von VW auswertet.

23. März 2017: Ein Gütetermin am Arbeitsgericht Braunschweig zwischen dem früheren Entwicklungsvorstand der Marke VW und Volkswagen bleibt ohne Ergebnis. Heinz-Jakob Neußer hatte das Unternehmen auf die Nachzahlung eines Bonus von rund 1,4 Millionen Euro für das Jahr 2015 verklagt. Das Gericht vertagte die Sitzug auf den 27. Juni.

23. März 2017: Die VW-Finanzsparte drückt die negativen Folgen des Dieselskandals unbeschadet weg. Das Denstleistungsgeschäft mit Autofinanzierungen und Leasingverträgen lieferte ein operatives Ergebnis von 2,1 (Vorjahr: 1,9) Milliarden Euro ab. Die VW-Finanzsparte konnte auch die nach Dieselgate gebildeten Sonderabschreibungen in Europa zum Teil auflösen.

17. März 2017: Der in den USA im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal festgenommene Volkswagen-Manager Oliver S. bleibt in Haft. Ein Bundesrichter in Detroit lehnte seine Entlassung auf Kaution ab und begründete dies mit der großen Fluchtgefahr. Familie und Freunde des Angeklagten hatten eine Kaution in Höhe von 1,6 Millionen Dollar angeboten. Dem Mann drohen nach Angaben des Justizministeriums bis zu 169 Jahre Haft.

15. März 2017: Die Staatsanwaltschaft durchsucht die Audi-Zentrale in Ingolstadt wie auch Geschäftsräume in Neckarsulm sowie in der VW-Zentrale in Wolfsburg. Es ist der Tag der Audi-Jahrespressekonferenz. Bei den Razzien erhielten Berichten zufolge auch VW-Konzernchef Matthias Müller und Audi-Chef Rupert Stadler Besuch von den Ermittlern.

8. März 2017: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt als letzte Zeugin vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Diesel-Affäre aus. Sie sagt, sie habe erst mit dem öffentlichen Bekanntwerden des Diesel-Skandals am 19. September 2015 vom Abgas-Betrug erfahren, und zwar aus den Medien. Merkel warnte davor, den Diesel als Antriebstechnik nun zu verteufeln. “Es muss ehrlich gearbeitet werden”, sagte sie mit Blick auf die Manipulationen.

16. Februar 2017: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagen vor dem VW-Untersuchungsausschuss des Bundestages aus. Weil bekräftigt, erst am 19. September 2015 vom VW-Skandal erfahren zu haben, Dobrindt verteidigt sich erneut gegen den Vorwurf mangelnder Aufklärung.

8. Februar 2017: Die BILD-Zeitung berichtet über Aussagen von Ferdinand Piëch, wonach Mitglieder des Aufsichtsrats schon im März 2015 statt wie behauptet im September Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Abgasreinigung bekommen. Dieser weist die Anschuldigungen vehement zurück und droht seinerseits mit Maßnahmen und Ansprüchen gegen Piëch.

6. Februar 2017: Der Volkswagen-Aufsichtsrat will das Vergütungssystem der Top-Manager reformieren und dem Chef des Vorstands künftig höchstens zehn Millionen Euro Gehalt erlauben.

5. Februar 2017: Erstmals hat ein deutscher Großkunde im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See von VW erstreiten. Das Unternehmen reichte am Landgericht Braunschweig Klage wegen arglistiger Täuschung ein.

3. Februar 2017: Dem “Spiegel” zufolge hat Ex-VW-Patriarch Ferdinand Piëch den früheren Vorstandschef Martin Winterkorn belastet. Piëch habe bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, dass er Winterkorn bereits im Februar 2015 auf einen Hinweis auf Probleme in den USA bezüglich manipulierter Abgaswerte angesprochen habe.

27. Januar 2017: Die Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef  Winterkorn auf Betrug aus. Es hätten sich “zureichende tatsächliche Anhaltspunkte” dafür ergeben, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte. Die Behörde ermittelt bereits wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen Winterkorn, VW-Markenchef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch.

19. Januar 2017: Ex-Vorstandschef  Winterkorn bekräftigt vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zum VW-Skandal, nicht früher als bisher angegeben von den Dieselmanipulationen in seinem Unternehmen erfahren zu haben. Seinen Rücktritt im Zuge der Dieselaffäre bezeichnete der 69-Jährige vor dem Gremium als “den schwersten Schritt meines Lebens”.

11. Januar 2017: Volkswagen einigt sich im Abgasskandal mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar. Damit geht ein Schuldbekenntnis einher, mit dem VW kriminelles Fehlverhalten einräumt. Dem Konzern wurden Betrug und Verletzungen des Luftreinhaltegesetzes vorgeworfen.

9. Januar 2017: Die US-Bundespolizei FBI nimmt in Florida im Zusammenhang mit dem Abgasskandal einen VW-Manager fest. Ihm werde Verabredung zum Betrug vorgeworfen, schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf informierte Kreise. Die Staatsanwaltschaft bestätigt die Verhaftung später. Der VW-Manager soll demnach eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung des Skandals gespielt haben. VW wollte sich nicht äußern.

4. Januar 2017: US-Bezirksrichter Breyer lehnt einen VW-Antrag ab, Klagen von US-Anlegern im Zusammenhang mit dem Abgasskandal nach Deutschland zu verlegen. Die Kläger, zu denen vor allem amerikanische Pensionsfonds zählen, wollen einen Ausgleich für Kursverluste durchsetzen, die im Zuge des Skandals entstanden seien.

3. Januar 2017: Das auf Verbraucherschutzverfahren spezialisierte Unternehmen MyRight reicht beim Landgericht Braunschweig die erste Musterklage gegen den Wolfsburger Konzern ein, die Auftakt für zahlreiche weitere Klagen sein soll. MyRight wirbt um klagewillige VW-Besitzer, die ihre Forderung an den Dienstleister abtreten. Im Erfolgsfall streicht MyRight 35 Prozent Provision vom zugesprochenen Schadenersatz ein.

30. Dezember 2016: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) fehlt bei 14.000 Wagen weiterhin die Genehmigung für den Rückruf, damit widerspricht das KBA einer anderslautenden Darstellung von VW. Darunter seien auch Autos in Deutschland.

21. Dezember 2016: Volkswagen darf nach Freigabe durch das KBA auch die restlichen vom Dieselskandal betroffenen Motoren umrüsten. Für den Zuständigkeitsbereich der Behörde lägen nun alle erforderlichen Genehmigungen vor, teilt VW mit.

20. Dezember 2016: US-Richter Breyer teilt mit, dass VW Rückkäufe anbietet für rund 20.000 ältere 3.0-TDI-Modelle mit illegaler Abgastechnik – vor allem Luxus-Audi, VW Touareg und Porsche Cayenne. Bei den restlichen rund 63.000 betroffenen Autos soll der Konzern zunächst die Chance zu einer Rückrufaktion mit einem Softwareupdate erhalten.

7. Dezember 2016: Südkorea verhängt gegen den deutschen Autobauer ein Rekord-Bußgeld von umgerechnet fast 30 Millionen Euro wegen “irreführender” Werbung.

16. November 2016: VW einigt sich mit der US-Umweltbehörde über manipulierte 3,0-Liter-Autos: 20.000 ältere kauft VW zurück, 60.000 werden nachgebessert.

8. November 2016: Die Medienberichte zu einer zweite Schummelsoftware bei Benzinern zieht eine weitere Sammelklage von Audi-Besitzern in Seattle nach sich.

7. November 2016: Die kalifornische Umweltbehörde CARB bemängelt bei großen Audis mit Automatikgetriebe, diese Fahrzeuge verfügten über so genannte Lenkwinkelsensoren. Die würden beim Ausbleiben einer Lenkbewegung die CO2-Emissionen herunterschrauben und so auf dem Prüfstand eine besonders sauber Verbrennung suggerieren. Das berichtet die BILD am SONNTAG.

4. November 2016: Das KBA erteilt laut VW-Mitteilung die Freigabe zur Umrüstung der rund 2,6 Millionen betroffenen Fahrzeuge mit 1,6-Liter-Motoren.

3. November 2016: Volkswagen behauptet laut NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” in einem Prozessdokument, “keine unzulässige Abschalteinrichtung nach europäischem Recht” benutzt zu haben. Dies wird als rechtlichen Argumentation verstanden, um eine Klagewelle in Europa abzuwenden.

25. Oktober 2016: Richter Charles Breyer stimmt dem von VW mit US-Behörden, Dieselbesitzern und Vertragshändlern ausgehandelten Vergleich endgültig zu. Dieser Kompromiss gilt für 475.000 Pkws mit 2.0-Liter-Dieseln und könnte VW bis zu 16,5 Milliarden US-Dollar (15,2 Milliarden Euro) kosten. Damit kann VW den größten Teil seiner “Dieselgate”-Rechtslasten in den USA aus dem Weg räumen.

17. Oktober 2016: Nach Angaben von Insidern zahlt Volkswagen in den USA allein 175 Millionen Dollar (159,5 Mio Euro) an gegnerische Anwälte. VW habe sich mit den Anwälten der klagenden Besitzer von 475.000 Autos geeinigt, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

4. Oktober 2016: US-Vertragshändler von VW reichen in San Francisco eine erweiterte gerichtliche Klageschrift mit neuen Vorwürfen gegen den Zulieferer ein. Wie bereits zahlreiche US-Zivilklagen von geschädigten Dieselbesitzern, geht nun auch die Sammelklage der Autohändler davon aus, dass Bosch beim Abgas-Betrug die Rolle eines aktiven Mittäters innehatte.

30. September 2016: VW hat sich mit den 652 Vertragshändlern in den USA auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) geeinigt. Diese Summe ist Teil eines insgesamt 16,5 Milliarden Dollar teuren Vergleichs mit US-Zivilklägern. Es handelt sich um den teuersten Vergleich in der Geschichte der Auto-Industrie.

21. September 2016: Ein Ingenieur soll bereits 2007 einem größeren Kreis von Audi-Managern in einer E-Mail geschrieben, dass man es “ganz ohne Bescheißen” nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Das berichteten “Süddeutsche Zeitung”, NDR und WDR unter Berufung auf Erkenntnisse der US-Anwaltskanzlei Jones Day.

19. September 2016: VW hat erst 500.000 von 8,5 Millionen Fahrzeugen in Europa umgerüstet. Ursprünglich sollte die technische Umrüstung bereits Ende des Jahres 2016 abgeschlossen sein. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bisher 60 Prozent der Umrüstung zugelassen. Davon sind wiederum 10 Prozent erfolgreich umgerüstet. Der voraussichtliche Abschluss ist damit für 2017 geplant.

16. September 2016: Nach Bayern will nun auch das Bundesland Hessen den Volkswagenkonzern auf Schadenersatz verklagen. Das Land habe durch den Wertverlust der Volkswagen-Aktie rund 3,9 Millionen Euro verloren, erklärte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Die Klage solle in den kommenden Tagen beim Landgericht Braunschweig eingereicht werden. 

14. September 2016: Im VW-Abgasskandal hat das Krefelder Landgericht einen städtischen Autohändler verurteilt, zwei Audis mit “Schummel-Software” zurückzunehmen. Bei den Abgas-Manipulationen handele es sich um einen erheblichen Mangel. Außerdem sei eine Nachbesserung durch Software-Update für die Käufer nicht zumutbar.  Auch nach einer Nachrüstung durch VW bleibe ein “berechtigter Mangelverdacht”, so das Gericht. Es geht um einen Audi A6 von Anfang 2014 und einen Kleinwagen A 1 vom Frühjahr 2015. (Aktenzeichen.: 2 O 72/16 und 2 O 83/16).

9. September 2016: In den USA bekennt sich ein VW-Mitarbeiter wegen des Abgasskandals für schuldig. Ein 62-jähriger Ingenieur aus Kalifornien gibt nach Angaben des Justizministeriums zu, als “Leader of Diesel Competence” Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei es gewesen, durch die Entwicklung spezieller Betrugs-Software zur Manipulation von Emissionstests US-Behörden und Kunden hinters Licht zu führen. Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

25. August 2016: VW einigt sich mit 650 Händlern in den USA grundsätzlich auf eine Entschädigung für entgangene Einnahmen. Laut Reuters kostet diese den Autobauer bis zu 1,2 Milliarden Dollar.

15. August 2016: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt die Freigabe für den Rückruf von Autos mit dem kleinen 1,2-Liter-Dieselmotor, der beispielsweise im VW Polo und Seat Ibiza steckt.

3. August 2016: Angesichts von Millionenverlusten durch den VW-Abgasskandal prüfen die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt juristische Schritte gegen Volkswagen.

2. August 2016: Der Freistaat Bayern kündigt eine Schadenersatzklage gegen VW an. Grund sind Verluste beim Pensionsfonds des Landes durch den Kursrutsch bei VW-Aktian nach Bekanntwerden der Manipulation. Es geht um eine Summe von maximal 700.000 Euro.

29. Juli 2016: Trotz des milliardenschweren Vergleichs im Dieselskandal zwischen VW und den US-Behörden nehmen die Klagen in den USA kein Ende. Wegen der Verletzung von Luftreinheitsgesetzen verhängt der US-Bundesstaat Washington ein Bußgeld von 176 Millionen Dollar, teilt das Umweltamt mit. Die Behörde ahndet damit Verstöße von 21.000 Diesel-Fahrzeugen, die in Washington zugelassen sind.

22. Juli 2016: Das Kraftfahrtbundesamt erteilt die Freigabe zum Rückruf von europaweit 800.000 Dieseln. Darunter befinden sich Varianten von VW Golf, VW Passat und VW Touran sowie Modelle von Audi und Skoda.

11. Juli 2016: Entgegen der Marschrichtung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeldverfahren gegen VW eröffnet. Die Staatsanwaltschaft will den mit manipulierten Dieselautos erwirtschafteten Gewinn abschöpfen.

7. Juli 2016: VW zahlt 86 Millionen Dollar (etwa 78 Millionen Euro) Strafe an den US-Bundesstaat Kalifornien.

3. Juli 2016: VW-Chef Müller sagt der “Welt am Sonntag”, Entschädigungszahlungen für europäische Kunden nach US-Vorbild könnten VW finanziell überfordern: “Was es nicht zuletzt wirtschaftlich für unser Unternehmen bedeuten würde, wenn wir das tun würden, muss ich wohl nicht weiter ausführen.”

28. Juni 2016: VW reicht vor Gericht in den USA einen Vorschlag zur Einigung mit Klägern und Behörden ein. Mit der Rekordzahlung von rund 15 Milliarden Dollar (ca. 13,5 Mrd. Euro) für Entschädigungen, Umweltschutz und Strukturmaßnahmen will sich VW von seiner Schuld in Übersee befreien.

23. Juni 2016: Großaktionär Niedersachsen verweigert dem VW-Vorstand die vollständige Entlastung für 2015. Der fehlende Vertrauensbeweis für Ex-Konzernchef Martin Winterkorn und Markenchef Herbert Diess hat keine juristischen Konsequenzen, gilt aber als Denkzettel.

21. Juni 2016: VW-Chef Müller kündigt die Abkehr vom Dieselmotor an. “Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen”, sagte Müller dem “Handelsblatt”.

20. Juni 2016: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt im Abgas-Skandal wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen den zurückgetretenen VW-Konzernchef Martin Winterkorn. Bei den Ermittlungen gehe es um den Vorwurf, dass Volkswagen die Finanzwelt womöglich zu spät über die Affäre informiert habe.

22. April 2016: Nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg verkündet VW mit 1,6 Milliarden Euro für 2015 den größten Verlust der Konzerngeschichte. Das operative Ergebnis sackte von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf einen Verlust von 4,1 Milliarden ab. Hauptgrund dafür seien die Rückstellungen von insgesamt 16,4 Milliarden Euro für die Kosten des Abgasskandals.

21. April 2016: Der amerikanische Bezirksrichter Charles Breyer verkündet zum Ablauf eines Ultimatums eine grundsätzliche Einigung im Streit zwischen VW und den US-Behörden. Damit ist ein milliardenschwere Prozess vorerst abgewendet. Die Lösung umfasst unter anderem mögliche Rückkäufe von knapp 500.000 Fahrzeugen,…

kostenlose Reparaturen und “substanziellen Schadenersatz” für die Besitzer. Im Gespräch sind 5000 Dollar, umgerechnet rund 4400 Euro. Verbraucherschützer in Deutschland mahnen eine Gleichberechtigung hiesiger Kunden an, VW lehnt dies unter Verweis auf die anders gelagerte Rechtslage ab.

20. April 2016: Das “Handelsblatt” berichtet, die Anfänge des Abgasskandals gingen auf die Konzerntochter Audi zurück. Bereits 1999 hätten Motorenentwickler bei den Ingolstädtern Optionen erarbeitet, wie man den schärferen Grenzwerten begegnen könne. Geplant wurde dem Bericht zufolge auch der Einsatz einer illegalen Abschalteinrichtung. Zum Einsatz sei es bei Audi aber nicht gekommen. Erst 2005 sei die Software bei VW beim Dieselmotor EA 189 installiert worden.

10. April 2016: Eine lang anhaltende Diskussion um die Millionen-Boni der VW-Topmanager entbrennt. Unter starkem öffentlichem Druck, unter anderem von Großaktionär Niedersachsen, erklären sich die Vorstände zu Abstrichen bereit. Die Rede ist von mindestens 30 Prozent, so wie der ursprüngliche Vorschlag von VW-Chef Matthias Müller.

8. April 2016: Wegen der weiter fehlenden Freigabe des KBA für die Nachbesserungen beim Passat erwägt Volkswagen, die Rückrufaktion für andere betroffenen Fahrzeuge, darunter der Golf, vorzuziehen. Kurz zuvor hatte das Kraftfahrtbundesamt grünes Licht für die zweite Rückrufwelle mit Varianten der vier Audi-Modelle A4, A5, A6 und Q5 sowie des Seat Exeo gegeben.

6. April 2016: Der erste Volkswagen-Vertragshändler in den USA reicht bei einem Bundesgericht in Illinois Klage gegen den VW Konzern wegen des Abgasskandals ein. Er fühle sich systematisch getäuscht, so der Vertriebspartner.

16. März 2016: Das Landgericht Bochum weist im bundesweit ersten Prozess dieser Art die Klage eines betroffenen VW-Fahrers zurück. Dieser darf wegen der Abgas-Manipulationen sein Auto nicht an den Händler zurückgegeben. Der Mangel sei nur gering und vergleichsweise günstig zu beheben, argumentierten die Richter. Die Beseitigung des Mangels liege unter der Bagatellgrenze von einem Prozent des Kaufpreises, eine erhebliche Pflichtverletzung von VW liege nicht vor.

15. März 2016: Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der Abgasaffäre steckt der Konzern nach wie vor tief in der Krise. VW will mehrere tausen Jobs streichen, die Investitionen sind um eine Milliarde Euro pro Jahr gekappt, der Sparkurs ist verschärft. Unklar ist nach wie vor, wer für das Desaster verantwortlich ist.

14. März 2016: 278 institutionelle Großanleger verklagen VW beim Landesgericht Braunschweig auf Schadenersatz in Höhe von 3,255 Milliarden Euro. Sie werfen dem Konzern vor, seiner Auskunftspflicht gegenüber Anteilseignern nicht nachgekommen zu sein. VW hatte erst Tage, nachdem die US-Umweltbehörde EPA ihre Manipulationsvorwürfe am 18. September öffentlich machte, über drohende finanzielle Konsequenzen informiert. Das Unternehmen bekräftige mehrfach seine Auffassung, alle Informationspflichten befolgt zu haben.

9. März 2016: Laut Medienberichten hat das US-Justizministerium seine Untersuchungen auf den Verdacht des Bankbetrugs und mögliche Verstöße gegen Steuergesetze bei VW ausgedehnt. US-Chef Michael Horn tritt überraschend ab.

2. März 2016: Erster deutscher Prozess um Schadenersatz in Bochum. VW muss aus Sicht des Landgerichts manipulierte Autos nicht zurücknehmen.

5. Februar 2016: VW verschiebt seine Jahresbilanz und Hauptversammlung. Dafür werden später der 28. April und der 22. Juni 2016 genannt.

27. Januar 2016: Frühstart beim Rückruf in Deutschland: Trotz fehlender Genehmigung des KBA werden erste Amarok-Modelle umgerüstet.

12. Januar 2016: Die kalifornische Umweltbehörde CARB lehnt einen Rückrufplan von Volkswagen ab und fordert Nachbesserungen.

11. Januar 2016: Bei der Automesse in Detroit gibt VW-Chef Müller ein verunglücktes Interview, in dem er ein Fehlverhalten des Konzerns abstreitet. Er kündigt zudem an, US-Kunden unter anderem mit Einkaufsgutscheinen zu entschädigen. 

4. Januar 2016: Die US-Regierung reicht gegen VW Klage wegen des Einsatzes von Betrugssoftware und Klimaschutzgesetz-Verstößen ein.

16. Dezember 2015: VW teilt mit, dass die Gewährleistungsfrist für die manipulierten Motoren bis mindestens Ende 2017 verlängert wird. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) in Brüssel hat Ermittlungen gegen Europas größten Autobauer VW aufgenommen, offenbar wegen möglicherweise zweckentfremdeter Milliardenkredite.

10. Dezember 2015: Gut drei Monate nach Bekanntwerden des Abgasskandals versprechen der VW-Vorstandsvorsitzende Müller und Aufsichtsratschef Pötsch eine neue Unternehmenskultur.

9. Dezember 2015: VW teilt mit, dass nach Messungen vom KBA, Verkehrsministerium und eigenen Prüfern statt 800.000 nur noch 36.000 Fahrzeuge vom CO2-Skandal und damit falschen Verbrauchsangaben betroffen sein könnten.

25. November 2015: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt nach VW-Angaben grünes Licht für die Umrüstung der rund 8,2 Millionen vom Diesel-Skandal betroffenen Fahrzeuge mit 1,6- und 2,0-Liter-Motoren.

23. November 2015: Weitere 75.000 Autos aus dem VW-Konzern geraten ins Visier der US-Umweltbehörde, darunter Porsche Cayenne, VW Toureg sowie Luxus-Audis. Auch die Dreiliter-Diesel der Baujahre 2009 bis 2016 sollen mit einer verdächtigen Software ausgestattet sein.

20. November 2015: VW beschließt wegen der drohenden Kostenlawine für 2016, die Investitionen um rund eine Millarde auf zwölf Millarden Euro zu kürzen.

14. November 2015: VW nennt die Typen des Modelljahrs 2016, bei denen die Daten zum Ausstoß des Treibhausgases CO2 geschönt wurden. Es sind 413.000 Fahrzeuge, gut die Hälfte der etwa 800.000 Fälle.

6. November 2015: VW will mögliche Nachzahlungen der Kfz-Steuer für Fahrzeuge mit frisierten CO2-Angaben anstelle der Halter tragen. Vom CO2-Ausstoß hängt bei jüngeren Pkw auch die Höhe der Kfz-Steuer ab.

4. November 2015: Unter den 800.000 Autos mit falschen CO2-Werten sind auch 98.000 Benziner, teilt Verkehrsminister Dobrindt mit.

3. November 2015: VW teilt mit, dass es auch “Unregelmäßigkeiten” bei Angaben zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) gab. 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein. VW findet gleich ein neues Wort für Affäre: “CO2-Thematik”.

2. November 2015: Die US-Umweltbehörde EPA beschuldigt VW, auch bei 3,0-Liter Dieselmotoren eine Manipulations-Software eingesetzt zu haben. VW weist dies entschieden zurück.

28. Oktober 2015: Der Skandal brockt dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust ein. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Milliarden Euro.

22. Oktober 2015: Der VW-Konzern prüft, ob auch die frühe Version des Nachfolgers des Skandalmotors EA 189 von den Manipulationen betroffen ist. Das ist nicht der Fall.

21. Oktober 2015: VW stoppt in der EU den Verkauf von Neuwagen im Lagerbestand, die noch ältere Motoren mit der Betrugssoftware haben.

17. Oktober 2015: Der Volkswagen-Mehrheitseigner Porsche SE teilt mit, dass Ex-VW-Chef Martin Winterkorn auch hier seinen Vorstandsvorsitz niederlegt.

16. Oktober 2015: Christine Hohmann-Dennhardt tritt zum 1. Januar 2016 als Leiterin für Recht und Integrität bei VW an. Zuvor hatte sie eine ensprechende Position bei Daimler inne.

15. Oktober 2015: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen zwingend in die Werkstatt. VW hatte eine freiwillige Lösung angestrebt.

8. Oktober 2015: Razzia bei VW: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ordnet Durchsuchungen in Wolfsburg und an anderen Orten an. VW-US-Chef Michael Horn muss dem US-Kongress Rede und Antwort stehen.

7. Oktober 2015: Krisentreffen der Aufseher mit Personalentscheidung: VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch wird an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt. Nach Aussage Müllers kann der Rückruf im Januar 2016 beginnen.

28. September 2015: Nach mehreren Strafanzeigen startet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsvorwürfen.

25. September 2015: Der VW-Aufsichtsrat beruft den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller zum Konzernchef und trifft weitere Personalentscheidungen.

23. September 2015: VW-Chef Martin Winterkorn tritt zurück. “Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren”, begründet er seinen Schritt.

22. September 2015: Der VW-Konzern gibt eine Gewinnwarnung heraus und kündigt Milliarden-Rückstellungen für bevorstehende Umrüstungen an.

18. September 2015: Die EPA teilt öffentlich mit, VW habe bei TDI-Motoren eine Software eingesetzt, um Test-Messungen des Schadstoffausstoßes künstlich zu drücken. Damit entfaltet sich ein Skandal beispiellosen Ausmaßes, der später den Beinamen “Dieselgate” erhält.

3. September 2015: VW räumt gegenüber der US-Umweltbehörde EPA Manipulationen bei Diesel-Abgastests ein. Allerdings hinter den Kulissen.

Das passiert in den USA

Die USA, wo strengere Abgas-Grenzwerte gelten als in Europa, spielen nach wie vor eine zentrale Rolle im Dieselskandal. Dort wurde die Manipulationssoftware erstmals eingesetzt, dort wurde der Betrug durch die Umweltbehörde EPA im September 2015 aufgedeckt und dort drohen auch die empfindlichsten Strafen.

Juristische Klärung abgeschlossen: Volkswagen kommt bei der rechtlichen Aufarbeitung des Dieselskandals in den USA voran: Der für Hunderte US-Zivilklagen zuständige Richter Charles Breyer stimmte in San Francisco einem Entschädigungspaket für rund 80.000 Dieselwagen mit illegaler Abgastechnik zu. VW nimmt dabei weitere 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd. Euro) für Autos mit 3,0-Liter-Motoren in die Hand. Insgesamt hat VW für Strafen und Entschädigungen in den USA 25,1 Milliarden Euro an Kosten verbucht (Stand: 29. September 2017), nachdem sich der Rückkauf und die Nachrüstung der 2,0-Liter-Fahrzeuge als schwieriger als erwartet entpuppten.

Klage gegen Bosch: In den USA wird auch der Zulieferer beschuldigt, VW mit Software zur Abgas-Manipulation versorgt zu haben. Bosch hat eine Zahlung von 327,5 Millionen US-Dollar zur Beilegung des US-Rechtsstreits akzeptiert

Das Rückkauf- und Entschädigungsprogramm: Anders als in Europa zahlt VW den betroffenen Kunden hohe Entschädigungen und kauft manipulierte Diesel zurück – Forderungen, deutschen Kunden ähnliche Zugeständnisse zu machen, weist der Konzern mit der Begründung zurück, dies würde den finanziellen Ruin bedeuten. VW zahlt US-Kunden Prämien zwischen 5100 und 10.000 Dollar. Insgesamt geht es um rund 475.000 Dieselautos mit Zwei-Liter-Motoren, bei weiteren etwa 80.000 größeren Modellen ist die richterliche Genehmigung des Vergleichs nahe.

Friedhof der Schummel-Diesel in Detroit: Wo bleiben die in den USA zurückgekauften Schummel-Diesel? Rund um den verlassenen Detroiter Silverdome, die 1975 eröffnete Arena war einst Bühne für einen Papstbesuch, erstreckt sich ein Meer aus mehreren Tausend Jetta, Passat und Golf der Serie “Clean Diesel TDI”. Ausrangierte Wagen, die wegen illegaler Software zur Abgasmanipulation aus dem Verkehr gezogen und von US-Kunden zurückgekauft werden mussten. Spötter bezeichnen das Areal als “VW-Autofriedhof” oder als “wertvollsten Schrottplatz der Welt”. Allerdings hat VW die Hoffnung nicht aufgegeben, die Diesel in einen legalen Zustand umzurüsten und als Gebrauchtwagen zu verkaufen. Dafür müssten aber die US-Umweltämter grünes Licht geben.

Milliardenstrafen und Vergleiche: VW sah und sieht sich in den USA mit zahlreichen Zivil- und Strafklagen in Milliardenhöhe konfrontiert, die aber zum großen Teil mit Vergleichen abgeschlossen wurden. Der Konzern teilte am 30. März 2017 mit, er habe sich im Rahmen eines Vergleichs über Umweltklagen mit zehn US-Bundesstaaten auf die Zahlung von 157,45 Millionen Dollar (146 Mio. Euro) geeinigt. Die Wolfsburger hatten sich bereits im vergangenen Jahr mit US-Behörden und Privatklägern auf Schadensersatzzahlungen und Strafen in Milliardenhöhe wegen Dieselgate verständigt. Dabei wurde auch eine Vereinbarung mit 44 US-Bundesstaaten über 600 Millionen Dollar geschlossen. Trotzdem hatten einige Bundesstaaten weiter gegen den Konzern geklagt.

Ein VW-Manager verurteilt, ein weiterer in Haft: Die US-Justiz verurteilte Ende August 2017 den langjährigen Konzerningenieur James Robert Liang in Detroit zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten sowie einer Geldbuße von 200.000 Dollar (knapp 168.000 Euro). Damit fällte der Richter ein überraschend hartes Urteil, das deutlich über der Forderung des Staatsanwalts lag. Liangs Anwalt legte Einspruch gegen das Strafmaß ein. Anfang Januar hatte die US-Bundespolizei FBI in Florida im Zusammenhang mit dem Abgasskandal den VW-Manager Oliver S. festgenommen. Ihm wird Verabredung zum Betrug vorgeworfen. Der VW-Manager soll eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung des Skandals gespielt haben. S. ist nach wie vor in Haft. Ende Juli kündigt er ein umfassendes Geständnis für den Prozess an. Ihm drohen bis zu 169 Jahre Haft. Mehrere weitere Beschuldigte halten sich in Deutschland auf und müssen keine Auslieferung fürchten.

Entschädigungen und Klagen in Deutschland

Während betrogene Volkswagen-Kunden in den USA reichlich entschädigt werden, gehen die deutschen bislang leer aus. Entsprechende Forderungen weist der Konzern mit der Begründung zurück, dies würde den finanziellen Ruin bedeuten. Zudem seien die Rechtssystem beider Länder unterschiedlich. Mitte September 2017 forderte auch der ADAC 5000 Euro pro betroffenes Fahrzeug als Entschädigung, zur Wiederherstellung von verloren gegangenem Kundenvertrauen.

EU-Kommissarin kämpfte vergeblich für Kundenentschädigung: Auch die EU-Kommission konnte in monatelangen Verhandlungen den VW-Konzern nicht zu einer finanziellen Entschädigung europäischer Kunden bewegen. Volkswagen sagte lediglich eine zweijährige “De-Facto-Extragarantie” für von der Umrüstung betroffene Bauteile zu, sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourova. VW sprach dagegen von einer “vertrauensbildenden Maßnahme”.

Jede vierte Klage gegen VW erfolgreich: In Deutschland laufen mehrere Hundert Verfahren, in denen Fahrer von VW-Dieseln auf Schadenersatz gegen Händler oder den VW-Konzern klagen. Von den gut 200 bereits erstinstanzlich entschiedenen Klaren war ein Viertel erfolgreich, meldete BILD am 8. April 2017. Von den 2000 eingegangenen Mängelklagen gingen laut BILD-Informationen 40 Prozent direkt an VW, in 60 Prozent wurden Vertragshändler verklagt. Das Ergebnis der bislang 211 erstinstanzlichen Entscheide: In 162 Fällen wiesen Richter die Klage ab, oder die Kläger machten einen Rückzieher. Immerhin seinen 49 Verbraucherklagen erfolgreich gewesen.

Aktionärsklagen: Zahlreiche Anleger fordern Schadenersatz, weil sie nach Bekanntwerden von “Dieselgate” im September 2015 zunächst hohe Wertverluste bei Aktien und Anleihen hinnehmen mussten. Diese solle ihnen VW erstatten. Das Management hätte den Kapitalmarkt deutlich früher über die Probleme informieren müssen. Entsprechende Vorwürfe der Marktmanipulation haben auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf den Plan gerufen, sie ermittelt gegen unter anderem gegen VW-Konzernchef Matthias Müller, Vorgänger Martin Winterkorn sowie der Ex-VW-Finanzvorstand und heutige VW-Chefaufseher Hans Dieter Pötsch. Volkswagen ist der Überzeugung, alle Regeln eingehalten zu haben. Das Volumen der bisherigen Anlegerklagen geht bereits in die Milliarden. Am Landgericht Braunschweig soll hierzu ein Kapitalanleger-Musterverfahren laufen, in dem ähnliche Ansprüche aus inzwischen gut 1500 Einzelklagen stellvertretend gebündelt verhandelt werden können. Das Verfahren könnte sich über Jahre hinziehen.

Großkunde will zwölf Millionen Euro Schadenersatz: Auch der erste deutsche Großkunde hat mittlerweile Klage gegen Volkswagen eingereicht. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See von VW erstreiten, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Das Unternehmen habe am Landgericht Braunschweig wegen arglistiger Täuschung Klage eingereicht. Bei der Deutschen See sind nach Unternehmensangaben etwa 500 Autos von den Abgasmanipulationen betroffen. “Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen”, sagte Deutsche-See-Chef Egbert Miebach.

Die finanzielle Situation des VW-Konzerns

Trotz der Krise konnte VW im ersten Quartal 2017 deutliche Gewinne verbuchen.

VW macht Gewinn: Obwohl der Abgasskandal den Konzern sowohl wegen des erlittenen Vertrauensverlustes und der Strafzahlungen in Milliardenhöhe teuer zu stehen gekommen ist, geht es ihm gut: Von April bis Ende Juni steigerte VW die Erlöse um knapp 5 Prozent auf 59,67 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um fast 4 Prozent auf 4,55 Milliarden Euro. Schon im ersten Quartal 2017 verdiente der Konzern vor allem dank starker Geschäfte in Westeuropa gut, unter dem Strich wurden 3,4 Milliarden Euro Gewinn verbucht, ein Plus von fast 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 10,3 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro.

Die Talfahrt der Aktie: Nach Bekanntwerden des Skandals stürzte die VW-Vorzugsaktie von etwa 170 auf zeitweise deutlich unter 100 Euro ab. Aktuell (Stand: Ende August 2017) steht sie bei ca. 127 Euro.

Diese Kosten muss VW wuppen: Weltweit laufen Prozesse gegen den Konzern, wieviel ihn der Skandal letztendlich kosten wird, ist nach wie vor unklar. In den USA einigte sich VW mit Klägern und Gerichten bislang auf Straf- und Ausgleichszahlungen in Höhe von etwa 25 Milliarden Euro, noch sind aber einige Verfahren anhängig. Wie viel VW in anderen Ländern zahlen muss, ist noch nicht entschieden, die Prozesse laufen noch – oder haben noch gar nicht begonnen. Zu den Zahlungen aus Straf- und Zivilklagen kommen die Kosten für Autorückkäufe in den USA und die Umrüstungen in Europa. 

Diskussion um Boni, Abfindungen und Gehälter: Für Diskussionen und auch Empörung sorgten die nach wie vor hohen Boni, Abfindungen und Gehälter von VW-Managern. Kritik hatte es gegeben, weil Christine Hohmann-Dennhardt nach nur gut einem Jahr Arbeit als VW-Vorstand für Integrität und Recht zu ihrem Abschied eine Zahlung von über zwölf Millionen Euro erhält. Ebenfalls ein Aufreger: Ex-VW-Chef Martin Winterkorn bekommt mehr als 3000 Euro Rente – pro Tag. Dass der Aufsichtsrat nach anhaltender Kritik beschloss, die Manager-Gehälter auf 10 Millionen Euro pro Jahr zu deckeln, erntete wegen der doch recht bedeutenden Summe eher Kopfschütteln als Lob.

Personelle Konsequenzen / Ermittlungen gegen VW-Manager

Aufgrund des Abgasskandals mussten einige hochrangige VW-Manager ihre Sessel räumen. Der frühere Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn ging Ende September 2015. Er räumt bislang kein Fehlverhalten ein. Sein Nachfolger wurde der damalige Porsche-Chef Matthias Müller, der wiederum von Oliver Blume, bis dahin Porsche-Produktionsvorstand, beerbt wurde. Den Konzern verlassen mussten Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg, VW-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer und Porsche-Forschungsvorstand Wolfgang Hatz. Nach Neußer sowie vier weiteren, teils hochrangigen Ex-Mitarbeitern fahndet die US-Justiz.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: Mit Ex-Porsche-Motorenentwickler Wolfgang Hatz sowie einem weiteren Ex-Audi-Manager sitzen zwei Beschuldigte wegen des Vorwurfs des Betrugs in München in Haft. Am 27. September 2017 gab es zudem weiteren Durchsuchungen und Beschlagnahmungen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt außerdem gegen mehrere hochrangige VW-Manager wegen Betrugs und Marktmanipulation, unter anderem gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, den aktuellen VW-Chef Matthias Müller und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Pötsch war unter Winterkorn Finanzvorstand bei VW, er ist derzeit zudem Vorstandsvorsitzender der Porsche SE. Bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig laufen gegen ihn, Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess Verfahren schon wegen möglicher Marktmanipulation. Die Strafverfolger in der Diesel-Affäre gehen außerdem in mehreren Dutzend Fällen dem Verdacht des Betrugs nach, auch gegen Winterkorn.

Der Blick in die Zukunft für VW

Konsequenzen und Einsichten: Der Dieselskandal, der längst große Teile der gesamten Autobranche erfasst hat, brachte eine Wende, an die bei VW bis dahin so recht wohl niemand geglaubt hatte. Eine Wende nicht nur in Sachen Unternehmenskultur, sondern vor allem hin zum Elektroauto. Konzernchef Matthias Müller hat einen Kulturwandel bei Volkswagen ausgerufen, dessen Anfang zwar holprig verlief, der aus Expertensicht aber notwendig ist, um den Spagat zwischen alter und neuer Autowelt zu bewältigen. VW stellt mit dem 2020 startenden Elektro-Hoffnungsträger ID und seinen Ablegern eine ganz neue Modellfamilie aufs Gleis. Man hat verstanden, wie wichtig Digitalisierungund Mobilitätsdienstleistungen sind. Weiteres Indiz: die 13. Konzernmarke Moia, die unter anderem Shuttle-Dienste anbieten soll. Gleichzeitig aber müssen auch die Verbrennungsmotoren weiterentwickelt werden, was Milliarden verschlingt.

Konzernumbau: Ein neues Team arbeite am Verkauf von nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Teilen, sagte VW-Chef Matthias Müller dem “Wall Street Journal” (8. September 2017). Diese machten bi s zu einem Fünftel des Umsatzes aus. Gerüchte über eine Fusion mit dem Konkurrenten Fiat Chrysler (FCA) seien aber “Spekulation”, so Müller.

Folgen für die Belegschaft: Die Job-Charakteristik im Konzern wird sich unweigerlich verändern. “Für die baulich einfacheren Elektroantriebe werden weniger Beschäftigte gebraucht, das kann man drehen und wenden, wie man will”, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Dabei hatte die Belegschaft bereits eine echte Kröte schlucken müssen: Der “Zukunftspakt”, dem Betriebsratschef Bernd Osterloh nach langem Ringen mit VW-Markenchef Herbert Diess zustimmte, ist bei aller Innovation vor allem ein Sparprogramm, das unter anderem den Wegfall von weltweit bis zu 30.000 Jobs vorsieht – allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen. Dafür sollen Tausende Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern entstehen. Tatsächlich wird der Umstieg auf Elektroautos einer Studie zufolge in den kommenden Jahren Zehntausende Arbeitsplätze in der Branche kosten – die gleichzeitig fortschreitende Digitalisierung der Fahrzeuge könnte den Verlust aber in großen Teilen auffangen.