/Vor Referendum: Spanische Polizei geht gegen Stiftung für .cat-Domain vor

Vor Referendum: Spanische Polizei geht gegen Stiftung für .cat-Domain vor

Proteste für Kataloniens Unabhängigkeit

(Bild: SBA73, CC BY-SA 2.0 )

In Spanien gehen die zentralstaatlichen Behörden immer entschiedener gegen Kataloniens Regionalregierung und das geplante Unabhängigkeitsreferendum vor. Das bekam nun auch die Fundació PuntCat zu spüren, die die Sonderdomain .cat verantwortet.

Im Rahmen der Razzien gegen Institutionen der autonomen Region Katalonien ist die spanische Guardia Civil auch gegen die Fundació PuntCat vorgegangen, die für die Sonderdomain .cat zuständig ist. Die private Organisation kümmert sich seit 2005 um die Domain, die dazu gedacht ist, die Katalanische Sprache im Internet zu fördern. Nun wurde sie in die Auseinandersetzung um das geplante Unabhängigkeitsreferendum der katalanischen Regionalregierung hineingezogen, gegen das die spanische Zentralregierung entschieden vorgeht. Am 1. Oktober will die Regionalregierung die Katalanen darüber abstimmen lassen, ob ihr Land eigenständig werden soll, obwohl das spanische Verfassungsgericht das untersagt hat.

Am Mittwoch nun drangen Ermittler der Polizei in mehrere Ministerien Kataloniens ein und suchten nach Materialien für das Referendum. Insgesamt wurden bei den Razzien außerdem mehr als Dutzend Personen festgenommen, auch Pep Masoliver, der bei der Fundació PuntCat für Innovationen und Informationssysteme verantwortlich ist. Die Stiftung war vergangene Woche gerichtlich dazu verpflichtet worden, alle .cat-Domains zu sperren, die in Bezug mit der Vorbereitung des Referendums stehen. Gegen diese Verpflichtung zur Zensur hatte sie auch gegenüber der ICANN protestiert. Am Mittwoch nun drangen Polizisten in die Büros der Stiftung ein und beschlagnahmten dort Computer, wie die Stiftung auf Twitter öffentlich machte. Die Fundació verurteilte das Vorgehen und fordert die Freilassung des Mitarbeiters.


(mho)