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VMworld: Kooperation mit AWS und neue Cloud-Dienste

VMworld: Kooperation mit AWS und neue Cloud-Dienste


Jens-Henrik Söldner, Guido-Arndt Söldner, Torsten Volk

Vor fünf Jahren noch komplett undenkbar, jetzt steht das AWS-Logo in unmittelbarer Nähe zum Eingang des Ausstellungsbereichs der VMworld.

(Bild: Torsten Volk)

Künftig können Unternehmen ihre VMware-Umgebung aus AWS beziehen oder ihr Rechenzentrum als hybride Infrastruktur eng mit der Cloud verknüpfen. Auf der VMworld stellte der Konzern außerdem einige neue Cloud-Dienste vor.

Die Partnerschaft mit AWS und sieben neue Cloud-Diensten setzten die Höhepunkte am ersten Tag der VMworld 2017 in Las Vegas. Beides folgt VMwares Strategie, eine einheitliche Basis für das Verwalten von virtualisierten Rechenzentren und der Public Cloud bereitzustellen. Die neuen Cloud-Angebote können Kunden ab sofort über ein neues Portal buchen. Der Betrieb und Support der Dienste erfolgt direkt durch VMware.

VMware Cloud on AWS

Mit VMware Cloud on AWS können Nutzer VMwares Infrastruktur-Stack Cloud Foundation – ein Paket aus vSphere, vSAN und NSX – aus Amazons Rechenzentren beziehen und mit ihrer lokalen VMware-Umgebung verbinden. VMs lassen sich per vMotion zwischen AWS und dem eigenen Rechenzentrum verschieben. Ferner lässt sich die Umgebung mit AWS-Diensten wie Aurora oder Lambda einsetzen. Für den Datentransfer zwischen der VMware Cloud on AWS und den nativen AWS-Diensten sollen keine Kosten anfallen.

Technisch läuft eine Bereitstellung von Diensten in VMware Cloud on AWS über VMwares neue Cloud Konsole, woraufhin der Konzern eine Provisionierungsanfrage an die neue AWS-Umgebung “elastic bare metal” stellt. Daraufhin erhält der Nutzer den gewünschten Host für seine VMs, den er mit ESXi provisioniert. Der Host lässt sich per NSX mit dem lokalen Rechenzentrum verbinden und ist vollständig mit vSphere kompatibel. Diese hybride Umgebung kann der Administrator über vRealize oder alternativ die Cloud Management Software verwalten. Auch Werkzeuge von Drittherstellern funktionieren weiterhin.

Hosts lassen sich stundenweise, für 3 oder für 5 Jahre bestellen. VMware will die Preise so berechnet haben, dass sie dem Bereich eines herkömmlichen Rechenzentrums entsprechen sollen. Sie liegen aber etwas höher als natives EC2. VMware Cloud on Amazon ist ab sofort in der Region US West (Oregon) erhältlich und soll bis Ende 2018 weltweit bereitstehen.

Sieben neue Cloud-Dienste

Hinzu kommen sieben neue Cloud-Dienste. Die ersten sechs dienen dem zentralen Management von Applikationen in vSphere, AWS, Azure und Googles Cloud. Alle Dienste können Unternehmen entweder je nach Bedarf oder per Vertrag mit 3 oder 5 Jahren Laufzeit buchen. Steuern lassen sich die Dienste vollständig über REST APIs.

NSX Cloud dient dem einheitlichen Verwalten einer hybriden Cloud. Der Dienst stellt ein Overlay-Netzwerk zur Verfügung, über das sich Policies, Microsegmentation, Firewall-Regeln und weitere Einstellungen vornehmen lassen. Network Insight zeigt den Datenfluss zwischen Applikationen im Kontext von Security-Gruppen und Policies an und bietet eine Übersicht des Datenflusses aller hybriden Cloud-Ressourcen. Mit der Übersicht lässt sich außerdem eine Log-Analyse der unterschiedlichen Clouds vornehmen.

Mit Wavefront können Entwickler Metriken zur Leistung definieren, die sich anschließend überwachen lassen. So können Verantwortliche zum Beispiel vergleichen, ob eine bestimmte App-Komponente innerhalb eines Containers, in einer Azure-VM oder auf vSphere im lokalen Rechenzentrum am besten läuft. Discovery bietet eine einheitliche Übersicht der gesamten Infrastruktur. Letztere kann aus mehreren Umgebungen im eigenen Rechenzentrum oder der AWS-, Azure- und Google-Cloud bestehen. Dabei markiert der Dienst die Server-, Storage- und Netzwerk-Ressourcen je nach ihren Arbeitsgruppen, Applikationen oder Regionen. Der Dienst richtet sich an Administratoren, die die heterogene Infrastruktur zentral durchsuchen und filtern können.

Cost Insight zeigt die momentanen Kosten für Hardware, Software und Dienste im Rechenzentrum und aller Public Clouds an. Die Daten kann der Systemverwalter mit denen anderer Angebote direkt vergleichen. Das Dashboard kann der Nutzer auf Basis der Tags des Discovery-Dienstes ordnen. AppDefense beobachtet alle Nutzer, ihre Interaktion mit Applikationen und ihre Daten. Der Dienst schlägt an, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten und kann automatisch Gegenmaßnahmen ergreifen. Hierunter fällt das Abtrennen eines Servers von seiner öffentlichen IP-Adresse oder das Zurücksetzen einer VM auf einen gesunden Snapshot.


(fo)