/VMworld Europe: Virtuelle Maschinen in der virtuellen Realität

VMworld Europe: Virtuelle Maschinen in der virtuellen Realität

VMworld Europe: Virtuelle Maschinen in der virtuellen Realität


Ariane Rüdiger

(Bild: dpa, Patrick Seeger)

Künftig sollen Systemverwalter VR-Brillen für ihre VMs einsetzen – zumindest wenn es nach VMware geht. Der Konzern stellte auf der VMworld in Barcelona ein passendes Konzept für Cloud-Anbieter vor.

Auf der Vmworld Europe zeigte VMware, dass Cloudprovider und Telcos für das Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielen. In diesen Kontext passen Multicloud als die Leitinfrastruktur der kommenden Jahre und die Netzwerkvirtualisierung NSX als künftiges Leitprodukt der Firma.

VR für den Administrator

Höhepunkt der auf Cloud-Anbieter zielenden Produktankündigungen war das Virtual-Reality-gestützte Hybrid-Cloud-Verwaltungstool HCX. CEO Pat Gelsinger demonstrierte in Barcelona, ausgerüstet mit einer VR-Brille und einer Steuereinheit, wie Nutzer bald VMs bei ununterbrochenem Betrieb durch einfache Gesten auf eine Cloud-Ressource verschieben oder entsorgen könnten, sobald sie sie nicht mehr benötigen. Dabei erscheinen alle Ressourcen als grafische Repräsentation, die wichtigsten Kenndaten blendet die Software gleichzeitig ein. Und bei Unklarheiten hilft ein netter Avatar.

Den Quellcode des Werkzeugs, angeblich entstanden während eines anderthalbtägigen Hackathons, will VMware als Open-Source-Software für Verbesserungen und Weiterentwicklungen online stellen. Spätestens 2018 soll das Werkzeug selbst zur Verfügung stehen. Der Konzern wird es allerdings ausschließlich Cloud-Anbietern anbieten, die es wiederum ihren Kunden für die Migration in und aus der Hybrid Cloud offerieren sollen. Voraussetzung ist NSX, allerdings blieb unklar, ob Kunden NSX-Lizenzen erwerben müssen oder ob VMware eine andere Abrechnungs- und Bereitstellungsform wählen wird. Als erstes will IBM Cloud HCX einsetzen.

Zertifizierungsprogramm für Provider

VMwares Cloud Foundation integriert alle technischen und administrativen Werkzeuge für eine Cloud-Infrastruktur: SDDC-Manager, vSAN, vSphere und NSX. Gleichzeitig startet der Konzern ein neues Zertifizierungsprogramm: VMware Cloud Verified. Anbieter müssen für das Label die gesamte Cloud Provider Platform nutzen, also neben den Infratrukturlösungen SDDC, vSAN, NSX und vSphere auch weitere Service-orientierte Komponenten. IBM, OVH, Rackspace und Fujitsu gaben auf der VMworld bereits an, die Zertifizierung erworben zu haben. VMware arbeitet insgesamt mit 4400 Providern.

Für Telcos kommt eine OpenStack-Version von vCloud NFV (Network Funktion Virtualisation) auf den Markt. Sie wird in Dell EMCs Providerportfolio NFV Ready Bundle for VMware integriert. Außerdem verkündete VMware in Barcelona eine neue Kooperation zwischen Dell EMC und IBM: Unternehmen, die eine Enterprise-Cloud mit Dell EMC-Hardware unter VMware betreiben, können nun auch Hybrid Clouds mit IBM Cloud aufbauen.


(fo)