/Verwirrt und desorientiert! Leidet der US-Präsident an Demenz?

Verwirrt und desorientiert! Leidet der US-Präsident an Demenz?

Die öffentlichen Auftritte von Donald Trump (71, “Great Again!”) wirken bisweilen etwas bizarr. Auch sein Verhalten auf Twitter wirft oft viele Fragen auf. Nun werden Stimmen immer lauter, die sich ernsthaft fragen: Ist der US-Präsident geistig noch voll auf der Höhe?

Lost in Poland! Donald Trump sorgt für Verwirrung

Alleine in dieser Woche sorgte der US-Präsident zweimal für leichte Verwirrung. Bei seinem Besuch in Polen am Mittwoch wirkte Trump nach seiner Rede auf der Bühne etwas verloren. Er läuft auf dem Podium umher, scheint nicht so recht zu wissen, was er machen soll. Er verlässt sogar den Bereich, in dem er durch kugelsicheres Glas geschützt ist. Ein Twitter-User kommentiert das entsprechende Video dazu mit den Worten: “Trump, verloren in Polen.”

Leidet Trump an Demenz?

Anfang der Woche, eine ähnliche Szene. Trump steigt aus einem Flugzeug, geht die Treppe hinunter. Eine Limousine wartet direkt vor der Maschine auf den Präsidenten. Doch Trump läuft an dem dicken schwarzen Wagen, den man gar nicht übersehen kann, vorbei. Erst als ein Secret-Service-Mitarbeiter ihn darauf aufmerksam macht, kehrt Trump um, steigt in die Limousine ein. Auf Twitter wird darüber spekuliert, ob das Staatsoberhaupt der USA an Demenz erkrankt sei und sich bei ihm das sogenannte Sundowning-Syndrom zeige. Bei dieser Form der Demenz werden Patienten am späten Nachmittag und in den frühen Abendstunden nervös oder legen ungewöhnlichere Verhaltensmuster als gewöhnlich an den Tag.

Wissenschaftler analysieren Trumps Sprachvermögen

Doch nicht nur im Internet wird über die geistige Gesundheit von Trump spekuliert. Das Wissenschaftsportal STAT, das zur berühmten Tageszeitung “The Boston Globe” gehört, hat Trumps Sprachvermögen unter die Lupe genommen. Dazu wurden Interviews aus den vergangenen 30 Jahren von Wissenschaftlern miteinander verglichen. In einem Aufsatz, der Ende Mai veröffentlicht wurde, stellten sie fest: Trumps Sprache hat sich auffällig verändert. Einige Experten sagten sogar, dass könne auf die Gesundheit von Trumps Gehirn zurückzuführen sein.

Als Beispiel werden Interviews aus den 80er und 90er Jahren genannt. Damals zeigte sich Trump sprachgewandt, benutzte anspruchsvolles Vokabular. Seine Sätze waren verschachtelt, doch am Ende führten sie auf den Punkt. Heute hingegen ist Trumps Vokabular wesentlich einfacher. Er wiederholt sich häufig, springt von einem Thema zum nächsten, ohne dass diese etwas miteinander zu tun haben. Seine Äußerungen wirken oft wie die eines Kindes.

Woher kommt dieser Wandel?

Zahlreiche Studien aus den vergangenen Jahrzehnten haben herausgefunden, dass eine Verschlechterung in der Sprechfertigkeit und der Komplexität der Sätze sowie ein schwächeres Vokabular Anzeichen einer schwindenden Gehirnfunktion sein können. Ob diese nun lediglich Trumps fortgeschrittenem Alter oder gar einer neurodegenerativen Erkrankung geschuldet ist, lasse sich per Ferndiagnose natürlich nicht beurteilen. Außerdem erklärten die Experten, dass auch die Folgen von Stress, Frustration, Wut oder einfach Übermüdung sich auf seine Artikulation auswirken könnten.

Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass Trump seine Sprache mit Absicht auf ein niedriges Niveau herunterschraubt, heißt es in dem STAT-Aufsatz. Vielleicht denkt Trump, dass seine Unterstützer ihn lieber leicht verständlich reden hören und mit mehr Leidenschaft, als mit korrekter Syntax.

Ist wirklich alles nur Absicht?

Es gibt allerdings noch einige weitere öffentliche Auftritte, die Trump geistig abwesend erscheinen lassen. So hat er im Mai bei seinem Besuch in Israel vergessen, dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu die Hand zu geben. Trump steht auf, Netanjahu streckt ihm die Hand entgegen, doch der US-Präsident schlendert davon. Erst als er von einem Mitarbeiter in Richtung Netanjahu zurückgeschickt wird, schüttelt er ihm die Hand. Sein Gesichtsausdruck dabei ist äußerst wirr.

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Video: spot on news

Nicht viel besser war das Bild, das Trump im April abgab. Damals lud er extra die Presse ein, damit diese mitverfolgen kann, wie er zwei Handelsdokumente unterschreibt. Nach ein paar kurzen Sätzen an die Presse verlässt Trump das Rednerpult und geht Richtung Ausgang – ohne die Dokumente zu unterschreiben. Vize-Präsident Mike Pence muss Trump an die Dokumente erinnern, beide unterhalten sich kurz. Trump verlässt trotzdem den Saal, Pence folgt ihm mit den nicht unterzeichneten Papieren.

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Und dann ist da noch das TV-Interview mit der Fox-Journalistin Maria Bartiromo. Ihr erzählt Trump von einem Abendessen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Er beschreibt, wie er ihn darüber informierte, dass die USA soeben 59 Raketen in Richtung Irak abgefeuert hätten. Bartiromo muss Trump korrigieren, sagt, dass es sich um Syrien handele. Trump hält kurz inne, bemerkt seinen Fehler und korrigiert sich. Bemerkenswert, wenn der Oberbefehlshaber des mächtigsten Militärs der Welt, sich so leicht mit den Namen von Ländern vertut.

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Die Sorgen um den Geisteszustand von Donald Trump gehen in den USA so weit, dass viele Menschen den 25. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten (“25. Amendment”) bemühen wollen. Darin werden alle Fragen geregelt, die im Zusammenhang mit einer vorzeitigen Beendigung einer Präsidentschaft auftreten können. Damit es aber soweit kommt, müsste klar erwiesen sein, dass Trump geistig wirklich nicht mehr fähig ist, sein Amt auszuführen. Ferndiagnosen helfen dabei freilich nicht.

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