/USA verbieten Behörden Nutzung von russischer Kaspersky-Software

USA verbieten Behörden Nutzung von russischer Kaspersky-Software

(Bild: kremlin.ru CC BY 4.0 (Ausschnitt))

Der Konflikt zwischen Russland und den USA hat längst die Privatwirtschaft erreicht. Der Sichehreitskonzern Kaspersky steht im Verdacht, mit den Behörden in Moskau zusammen zu arbeiten. Hat der russische Geheimdienst Einfluss auf die Sicherheitssoftware?

Die US-Regierung hat ihren Bundesbehörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten. Das Heimatschutzministerium teilte am Mittwoch mit, es sei besorgt über mögliche Verbindungen zwischen Firmenvertretern und russischen Geheimdiensten. Es bestehe das Risiko, dass die russische Regierung den Zugang über Kaspersky-Produkte ausnutzen könne, um Informationssysteme der US-Behörden zu kompromittieren, hieß es in einer Mitteilung. Die Firmenzentrale von Kaspersky in Moskau reagierte empört auf die Vorwürfe.

Kaspersky Lab ist auf Sicherheits- und Anti-Viren-Programme spezialisiert. Die Software wird auch in Deutschland häufig genutzt. Kritiker vermuten, dass das Unternehmen Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben könnte. Wirbel um angebliche Verbindungen Kasperskys etwa zum russischen Geheimdienst FSB gibt es schon länger, bereits im August hatte das FBI amerikanische Unternehmen vor dem Einsatz von Kaspersky-Software gewarnt. Die Elektronikmarkt-Kette Best Buy hat Kaspersky-Software aus ihrem Angebot gestrichen. Ddie US-amerikanische General Services Administration, zuständig u.a. für die Versorgung der US-Behörden mit Büromaterial, hat Kaspersky von der Liste der in der Verwaltung einsetzbaren Software genommen.

Fristsetzung

Die Sicherheitssoftware von Kaspersky gewähre umfassenden Zugang auf Dateien und Administrationsrechte von Computern, auf denen sie installiert sei, erklärte das Department of Homeland Security nun. Die Behörden hätten 60 Tage Zeit, um Pläne zu entwickeln, wie die Benutzung der Programme gestoppt werden könne, und 90 Tage, um diese umzusetzen. Man habe Kaspersky die Gelegenheit gegeben, zu den Bedenken Position zu beziehen.

Die Stellungnahme ließ nicht lange auf sich warten. “Angesichts der Tatsache, dass Kaspersky Lab keine politischen Verbindungen zu Staaten unterhält, sind wir ziemlich enttäuscht von der Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums”, sagte ein Konzern-Sprecher in der Nacht zum Donnerstag der Agentur Interfax.

“Keine Beweise”

Die US-Behörden hätten keine Beweise vorgelegt. Sämtliche Anschuldigungen basierten auf Lügen, hieß es weiter. “Das Unternehmen pflegt keinerlei politische Beziehungen zu irgendeiner Regierung, einschließlich der russischen”, sagte der namentlich nicht genannte Sprecher. Kaspersky arbeite seit 20 Jahren in der Sicherheitsbranche und halte die höchsten Standards ein. Zudem betonte er, dass Kaspersky die Daten seiner Nutzer schütze.

Die Vorwürfen seien politisch motiviert, kritisierte er. Dennoch wolle der Konzern weiter mit den US-Behörden zusammen arbeiten, um zu zeigen, dass der Verdacht unbegründet sei.

Der russische Dumaabgeordnete Leonid Lewin verurteilte die Entscheidung der USA als “Etappe im Wirtschaftskrieg gegen russische Unternehmen”. Weitere Maßnahmen Washingtons seien nicht ausgeschlossen, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Informationspolitik.

Russische Einflussnahme

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. In den vergangenen Wochen hatte sich zwischen beiden Ländern ein Streit um diplomatische Vertretungen hoch geschaukelt. Auslöser waren neue Sanktionen der USA gegen Russland. Diese hatte die Regierung von Präsident Donald Trump auf Drängen des Kongresses verhängt.

Senat und Repräsentantenhaus wollten den Kreml damit auch für die mutmaßlich russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl abstrafen. US-Geheimdienste werfen Moskau vor, hinter Hackerangriffen auf Computer der Demokraten während des Wahlkampfes zu stehen. (dpa) /


(axk)