/Umfrage: Mehrheit weltweit besorgt wegen Fake News – nur in Deutschland nicht

Umfrage: Mehrheit weltweit besorgt wegen Fake News – nur in Deutschland nicht

Umfrage: Mehrheit weltweit besorgt wegen Fake News – nur in Deutschland nicht


Martin Holland

(Bild: James Cridland, CC BY 2.0 )

Nur in zwei von 16 analysierten Staaten befürwortet eine Mehrheit mehr Regulation von Regierungsseite gegen Fake News – in China und Großbritannien: In Deutschland ist derweil die Sorge, im Netz seine Meinung nicht sagen zu können, stark zurückgegangen.

Obwohl sich eine Mehrzahl der Internetnutzer in aller Welt über Fake News im Internet Sorgen macht, wünschen immer weniger, dass Regierungen das Netz stärker regulieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der BBC, in deren Rahmen Menschen in insgesamt 16 Staaten in aller Welt befragt wurden. Diese zeigt aber auch, dass es in mindestens zwei Staaten eine Mehrheit für ein stärkeres staatliches Eingreifen ins Internet gibt – in China (67 Prozent) und Großbritannien (53 Prozent). Die meisten Gegner hat Internetregulierung demnach in Griechenland (84 Prozent) und Nigeria (82 Prozent). In Frankreich ist der Widerstand seit der vorherigen Umfrage im Jahr 2010 am stärksten gewachsen (um 24 auf 71 Prozent). In Deutschland halten sich Gegner und Befürworter ungefähr die Waage.



Die untersuchten Staaten

Die untersuchten Staaten

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Bild: BBC


Deutschland ist demnach aber die Ausnahme, macht sich doch nur hierzulande eine – wenn auch kleine – Mehrheit von 51 Prozent keine Sorgen angesichts von Fake-Inhalten im Internet. In den meisten anderen Staaten sind 75 bis 85 Prozent der Bevölkerung besorgt angesichts sogenannter Fake News.

Nur in Deutschland ist gleichzeitig seit 2010 die Zahl derer gesunken, die das Internet für einen Ort halten, an dem man nicht sicher seine Meinung äußern könne. Hatten das vor sieben Jahren noch 72 Prozent so gesehen, fürchten 2017 nur noch 53 Prozent Konsequenzen für Meinungsäußerungen. Ganz anders sieht es etwa in Frankreich und Griechenland aus, wo 82 sowie 75 Prozent meinen, im Netz nicht frei eine Meinung äußern zu können. Interessanterweise halten es inzwischen aber deutlich mehr Chinesen für möglich (66 Prozent).

Internet als Menschenrecht

Weiterhin hat die von Globescan durchgeführte Umfrage ergeben, dass inzwischen 82 Prozent der Menschen in den Staaten (darunter die USA, Russland, Deutschland, China und Nigeria) den Internetzugang für ein grundlegendes Menschenrecht halten. 75 Prozent von ihnen nutzen das Internet – vor sieben Jahren hatten das noch 59 Prozent erklärt. Laut der Umfrage ist die Internetnutzung unter Männern auch immer noch weiter verbreitet als unter Frauen. Außerdem fühlen sich Frauen unsicherer bezüglich der Meinungsäußerung im Netz.


(mho)