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Überblick: Mobilitätsdienste der Autohersteller Free2Move-App nun auch mit Uber

— 01.12.2017

Free2Move-App nun auch mit Uber

PSA bietet mit Free2Move eine Mobilitäts-App, die jetzt auch Uber-Fahrten vermittelt. AUTO BILD zeigt, bei welchen Mobilitätsdiensten Autohersteller mitmischen.

(dpa/reu/cj) 20 Carsharing-Dienste unter einem Dach – das bietet der PSA-Konzern (Peugeot, Citroën, DS, Opel, Vauxhall) seit Februar 2017 mit der Mobilitäts-App Free2Move. Die Franzosen wollen damit zum führenden Mobilitätsdienstleister in Europa aufsteigen. Die Plattform integriert auch Angebote wie Car2go von Daimler oder DriveNow von BMW. Der Nutzer kann so auf alle verfügbaren Fahrzeuge, Motorroller und Fahrräder in seiner Nähe zugreifen. Um Engpässe in Stoßzeiten zu überbrücken, hat Free2Move für Menschen in München und Berlin nun auch einen Button zum Vermittlungsdienst Uber auf der Oberfläche. Uber vermittelt derzeit in Deutschland nur in den zwei genannten Städten Fahrten an reguläre Taxiunternehmer oder professionelle Beförderungsanbieter.

Flinc nun bei Daimler

Daimler hat kürzlich den Mitfahrdienst Flinc übernommen. Das Start-up-Unternehmen aus Darmstadt bietet über eine Plattform Mitfahrgelegenheiten für kurze und mittlere Strecken von Tür zu Tür. Das Angebot gilt für Privatkunden, aber auch zahlreiche namhafte Unternehmen setzen den Dienst für die Mobilität ihrer Mitarbeiter ein. Aktuell sind rund eine halbe Million Kunden bei Flinc, an dem auch Opel beteiligt ist, registriert. Angaben zum Kaufpreis machte Daimler nicht.

Mobilitätsdienste versprechen Milliardenumsätze

Diese Kooperationen sind nur einige Beispiele von sich verändernder Mobilität im 21. Jahrhundert. Carsharing statt Kaufvertrag, Handy-App statt Zündschlüssel, Parkplatzbuchung statt Parkplatzsuche: Die Verkehrsbranche – da sind sich die Experten einig – wird sich in den kommenden Jahren grundlegend wandeln. Sogenannte Mobilitätsdienstleistungen gewinnen immer mehr an Bedeutung, Umsätze in Milliardenhöhe werden prognostiziert. Weil das auch die großen Autohersteller wissen, leiten sie den Wandel vom reinen Verkäufer zum mobilen Dienstleister ein. Aber was bedeuten “Ride Hailing” oder “Urban Mobility”? Welche Arten von Carsharing gibt es? Und was bieten VW, BMW, Daimler und Co. bereits an praktischen Hilfen für mobilitätsbewusste Smartphonebesitzer? AUTO BILD liefert einen Überblick!

Die Mobilität der Zukunft wird nicht nur vom Teilen geprägt sein. Auch Emissionsfreiheit spielt eine große Rolle – also Umweltverträglichkeit.

Carsharing: Das “Autoteilen” als Alternative zum klassischen Autoverleih gibt es mittlerweile in mehreren Varianten: Beim stationsgebundenen Carsharing wählt man telefonisch, im Internet oder per Smartphone-App einen Zeit- und Abholpunkt aus und liefert das Fahrzeug anschließend wieder dort ab. Weitaus flexibler ist die stationsunabhängige Variante (“Free-Floating-Carsharing”). In einem festgelegten Gebiet, meist in Großstädten, können Autos an beliebigen Punkten abgeholt und wieder abgestellt werden. Zugang und Abrechnung erfolgen per Chipkarte oder App. Die dritte Variante ist privates Carsharing (“Peer-to-Peer-Carsharing”), bei dem innerhalb einer kleinen Gruppe Nachbarn oder anderen Interessenten zeitweise das eigene Auto zur Verfügung gestellt wird. Auch hier funktioniert die Vermittlung meist übers Internet oder mithilfe einer App.

Eine App und eine Taxiflotte: Damit funktioniert ein Taxivermittlungsdienst wie myTaxi.

Taxidienste: Taxi-Apps vereinfachen und beschleunigen durch schnelle Datenübermittlung und Ortsbestimmung die Vermittlung von Taxifahrten. Am bekanntesten Vermittler “myTaxi” ist beispielsweise Daimler beteiligt. Kritik an derartigen Diensten gab es vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband und von Datenschützern. Taxi-Genossenschaften, aber auch myTaxi arbeiten zudem am Taxi-Sharing. Das heißt, über eine App werden quasi Fahrgemeinschaften gebildet, bei denen die Fahrten im selben Taxi anteilig bezahlt werden.

Fahrdienstvermittler wie Uber haben in Deutschland noch nicht Fuß gefasst. Sie haben oft große Autobauer als strategische Partner.

Fahrdienstvermittlungen (“Ride Hailing”) gelten als große Konkurrenten von Taxiunternehmen. Dabei nehmen Privatleute Kunden in ihrem Auto mit, koordiniert wird auch dies per Smartphone. Der prominenteste und umstrittenste Fahrdienstleister ist Uber. Das amerikanische Unternehmen wollte auch auf dem deutschen Markt Fuß fassen, scheiterte aber vor Gericht, unter anderem wegen fehlender Beförderungslizenzen seiner Fahrer. Inzwischen springen immer mehr große Autohersteller wie VW oder BMW auf den Zug auf und investieren in der Branche. BMW beispielsweise denkt über eine Nutzung seiner Carsharing-Flotte DriveNow im Bereich Fahrdienstvermittlung nach. Einige erhoffen sich durch Tests mit Roboter-Taxis auch Fortschritte in Sachen autonomes Fahren.

Moderne Mobilitätslösungen umfassen häufig mehrere Angebote wie Carsharing und den öffentlichen Nahverkehr – und natürlich eine App.

Shared Mobility (Geteilte Mobilität): Gilt als Überbegriff des allgemeinen Trends für gemeinsam genutzte Fahrzeuge und Mobilitätsangebote. Die renommierte Unternehmungsberatung Roland Berger bezifferte in einer Studie von 2014 das jährliche (!) Wachstumspotenzial der Branche auf 35 Prozent. Immer mehr Start-up-Unternehmen bieten unter dem Stichwort Shared Mobility in einer App Verknüpfungen aller gängigen Verkehrsmittel wie Carsharing, Leihfahrräder, Taxi- oder Fahrdienste und Öffentlicher Nahverkehr an. Generell spricht man auch von “On-Demand-Mobility”, worunter alle Transportdienste (Personen, Waren, Services) fallen, die per App gebucht und bezahlt werden können.

Kartendienste: Über Kartendienste können zum einen vernetzte Fahrzeuge Daten austauschen, die sie mit Kameras und Sensoren erhoben haben, und so Verkehrsströme besser steuern. Zum anderen bilden digitale Karten die Basis für Fahrdienst-Apps, was sie zum wichtigen Baustein bei der Entwicklung selbstfahrender Autos macht. Am bekanntesten Kartendienst “Here” sind Audi, BMW und Daimler beteiligt.

Viele Forschungsaktivitäten im Bereich New Mobility beziehen sich auf das autonome Fahren.

Parkplatzdienste: Sie liefern über eine App Echtzeitinformationen für die Parkplatzsuche, indem sie freie Stellplätze in Parkhäusern oder auf privaten Parkplätzen anzeigen und das Auto dorthin navigieren. Auch das Bezahlen wird direkt geregelt. Moderne Fahrzeuge wie die Mercedes E-Klasse oder der BMW 7er lassen sich bereits ferngesteuert einparken. In Zukunft sollen Autobesitzer ihren Wagen vor dem Parkhaus abstellen und ihm den Befehl geben können, selbstständig einen Parkplatz zu suchen. Lieferdienste: Zusammen mit externen Partnern testen Autohersteller wie beispielsweise VW und Ford, wie Vernetzung und selbstfahrende Autos bei Dienstleistungen und der Belieferung mit Konsumgütern hilfreich sein können.

Charging-Service: Zum einen können Charging-Services beim kostenoptimierten Laden zu Hause helfen. Vor allem aber sollen sie die Suche nach einer freien Ladestation in der Umgebung sowie die mühelose Abrechnung über eine Karte oder per App ermöglichen, ohne dass sich der Fahrer mit rechtlichen oder vertraglichen Dingen auseinandersetzen muss.