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Uber will Expedia-Chef Khosrowshahi als neuen Chef

Uber will Expedia-Chef Khosrowshahi als neuen Chef


Martin Holland

Der Fahrdienstvermittler Uber kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus.

(Bild: dpa, Britta Pedersen)

Zwei Monate nach dem Rauswurf des umstrittenen Uber-Mitgründers Travis Kalanick ist die Führungskrise bei dem Unternehmen nun wohl bald beendet. Der Verwaltungsrat des Unternehmens hat im Expedia-Chef einen Nachfolger gefunden und der will wohl auch.

Der US-Fahrdienstvermittler Uber will den Expedia-Chef Dara Khosrowshahi zum Nachfolger des umstrittenen Mitgründers Travis Kalanick machen. Noch ist der Wechsel zwar nicht beschlossen, aber Expedia teilte den Investoren bereits mit, dass man bei dem Konzern davon ausgeht, dass Khosrowshahi das Angebot annimmt. Er leitet das internationale agierende Online-Reiseunternehmen seit 12 Jahren und hab sich dessen Erfolg verschrieben. Kalanick war im Juni nach einer Reihe von Skandalen auf Drängen von Investoren von seinem Posten bei Uber zurückgetreten, der größte Investor Benchmark Capital verklagte ihn sogar wegen angeblicher Misswirtschaft und Täuschung. Die Suche nach einem Nachfolger verlief schwierig.

Dara Khosrowshahi ist 48 Jahre alt wurde in Teheran (Iran) geboren. Seine Familie floh 1978 noch vor der Islamischen Revolution aus ihrer Heimat und Khosrowshahi kam als Vorschulkind in die USA. Er absolvierte später die Brown University (US-Bundesstaat Rhode Island) und sitzt neben seiner Tätigkeit bei Expedia auch im Verwaltungsrat der New York Times. Wegen hoher Aktienoptionen für seine langjährige Führungstätigkeit gehört er zu den bestbezahlten Firmenchefs in den USA. In der Debatte um die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump hat sich Khosrowshahi mehrfach gegen eine Abschottung ausgesprochen.

Eine Silicon-Valley-Familie

Vor seinem nun erwarteten Wechsel zum wertvollsten Startup der Welt rückt Khosrowshahi ins Rahmenlicht und US-Medien haben bereits seine tiefe Verwurzelung ins Silicon Valley beschrieben, die auch familiär sehr stark ist. Wie die Washington Post ausführt, hat sein Bruder eine leitende Funktion bei der Investmentbank Allen & Co., die die Sun Valley Conference ausrichtet. Ein Cousin Khosrowshahis hat das KI-Unternehmen Nervana mitgegründet, das vergangenes Jahr von Intel gekauft wurde. Zwei weitere Cousins waren demnach frühe Investoren bei einer ganzen Reihe von erfolgreichen Tech-Unternehmen wie Airbnb, Dropbox, Facebook und eben Uber. Auch der technische Leiter von Google Docs ist ein Cousin Khosrowshahis.


(mho)