/Toter Offiziersanwärter – Woran starb der Rekrut wirklich?

Toter Offiziersanwärter – Woran starb der Rekrut wirklich?

Aufputschmittel unter Bundeswehr-Soldaten sind offenbar keine Seltenheit.
Bild: dpa

Die Bundeswehr-Rekruten, die bei einem Übungsmarsch im niedersächsischen Munster im Juli zusammengebrochen sind, hatten zuvor offenbar Aufputschmittel zu sich genommen. Das habe einer der beteiligen Soldaten in einer internen Untersuchung ausgesagt, schreibt die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (Montag). Die Bundeswehr habe dies jedoch weder bestätigt noch dementiert.

Rekrut in Munster starb möglicherweise an Energy Drink

Das Verteidigungsministerium hat keine Erkenntnisse darüber, dass die bei einem Übungsmarsch kollabierten Soldaten illegale Aufputschmittel genommen haben. “Ein Soldat soll ausgesagt haben, dass er vor dem Marsch eine Dose eines Energy Drinks zu sich genommen habe”, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag. “Ob das die Ursache für den Schwächeanfall ist, ist allerdings völlig offen.” Die “FAZ” hatte zuvor über illegale Aufputschmittel berichtet.

Bundeswehr-Soldat stirbt nach Übungsmarsch

Bei einem Marsch mit Waffe, Splitterschutzweste, Feldanzug und Helm an einem warmen Sommertag im Juli mit Temperaturen um die 26 Grad Celsius war ein Offiziersanwärter nach drei Kilometern zusammengebrochen. Er starb zehn Tage später in einer Klinik. Bei einem zweiten Marsch am selben Tag brachen drei weitere Soldaten zusammen. Einer von ihnen befindet sich laut “FAZ” noch immer in einem kritischen Zustand.

Dem Zeitungsbericht zufolge ist der Missbrauch leistungssteigernder Mittel in der Bundeswehr bereits seit längerem als Problem bekannt. Ein Ausbilder sagte der “FAZ”, dass in seiner Einheit schon seit mehr als einem Jahr versucht werde, den Missbrauch von Aufputschmitteln durch gezielte Maßnahmen zu verhindern. Ein Bundeswehrarzt wies auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Missbrauch leistungssteigernder Mittel und der grundsätzlich abnehmenden körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldaten hin. Um bei wichtigen Prüfungen fit zu sein, werde dann künstlich nachgeholfen, so der Arzt.

Rekruten halten oft Belastungen nicht stand

Der Chef einer Panzergrenadierkompanie sagte der Zeitung: “Es fällt uns immer schwerer, genügend Rekruten zu finden, die in der Lage sind, den Belastungen eines Einsatzes standzuhalten.”

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bua/news.de/dpa