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Tödlicher Unfall durch iPhone-Ablenkung: Gericht sieht Apple nicht als mitschuldig

Tödlicher Unfall durch iPhone-Ablenkung: Gericht sieht Apple nicht als mitschuldig


Leo Becker


iOS 11 enthält einen neuen, optionalen Nicht-stören-Modus für das Auto.

(Bild: Apple)

Ein kalifornisches Gericht hat die Klage eines US-Amerikaners zurückgewiesen, dessen Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Der Kläger hatte Apple unter anderem grobe Fahrlässigkeit unterstellt, weil das iPhone nicht vor Ablenkung schützt.

Eine kalifornische Richterin hat eine Klage gegen Apple zurückgewiesen, in der dem iPhone-Konzern die Mitschuld an einem tödlichen Verkehrsunfall vorgeworfen wurde. Die von der Klägerseite “vorgebrachte Kausalkette ist viel zu dünn”, als das man in Apples Verhalten eine direkte Mitschuld an der Schädigung des Klägers erkennen können, argumentierte die zuständige Richterin am Superior Court of California, County of Santa Clara, wie das von Ars Technica veröffentlichte vorläufige Urteil zeigt.

Ablenkung durch Textnachrichten am Steuer

Ein US-Amerikaner, dessen Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, hatte den iPhone-Konzern verklagt, weil der Unfallverursacher angeblich durch Textnachrichten auf seinem iPhone abgelenkt war. Nach Ansicht des Klägers hat Apple es versäumt, eine Sperrmechanismus zu integrieren, der Ablenkungen im Auto automatisch verhindern soll – für eine entsprechende Technik hält Apple bereits ein Patent.

In der Begründung verweist die Richterin auf ein vorausgehendes Urteil in einem ähnlichen Fall, dort argumentierten die Richter, dass sich zum Zeitpunkt des Nachrichtenempfangs auf dem iPhone noch niemand in “echter oder möglicher Gefahr” befindet. Die “echte Verletzungsgefahr” entstehe erst, wenn der Fahrer seine Aufmerksamkeit von der Straße auf das Smartphone verlagert und damit seine Pflicht zu einer sicheren Führung des Fahrzeugs vernachlässigt.

iOS 11 bringt “Beim Fahren nicht stören”-Modus

Auch den gegen Apple vorgebrachten Vorwurf der groben Fahrlässigkeit wollte die Richterin nicht gelten lassen: Der Konzern habe keinerlei Fürsorgepflicht gegenüber dem Kläger und könne sich deshalb gar nicht fahrlässig verhalten haben.

In den USA laufen inzwischen mehrere derartige Klagen gegen Apple, die sich alle auf den bereits patentierten, aber nicht implementierten Sperrmechanismus berufen. Ein erweiterter Nicht-stören-Modus in iOS 11 soll Ablenkungen am Steuer künftig vermeiden – die Funktion ist allerdings rein optional.


(lbe)