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Test: Sony Xperia XZ1 im Test

Sony Xperia XZ1 im Review

Fazit vom 29.09.2017

Das Sony Xperia XZ1 macht in unserem Test eine richtig gute Figur und das nicht nur, weil es das erste Handy ist, das bereits ab Auslieferung Android 8 installiert hat. Das Smartphone reagiert blitzschnell, besitzt einen qualitativ tollen Bildschirm und eine gute – wenn auch nicht spektakuläre – Akkulaufzeit. Doch auf den aktuellen Zug der randlosen Displays ist Sony nicht aufgesprungen. Die Fotoqualität ist okay, hier haben andere Spitzen-Modelle teils aber mehr zu bieten. Auch die Akkuladezeit könnte besser sein. Dass das Xperia XZ1 3D-Modelle von Gesichtern anfertigen kann, ist ein nettes Party-Gimmick. Unterm Strich liefert Sony ein Top-Produkt in bekanntem Design ab.


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Xperia XZ1 im Test: Tolles Sony-Handy, bekanntes Design

Offenbar müssen sich Sony-Fans damit abfinden, dass sich der Hersteller nicht so recht von seinem altehrwürdigen Xperia-Design abwenden will. Wer rahmenlose Smartphones sucht, wird bei den Modellen des japanischen Herstellers im Jahre 2017 bislang nicht fündig. Vielleicht wagt Sony bei seinen 2018er Modellen mal etwas Neues. Gewohnheits-Menschen sind hier dafür genau richtig, denn Xperia-Fans bekommen, was sie kennen – nur besser. Tolle Verarbeitung beispielsweise: Wie eigentlich alle aktuellen Sony-Smartphones ist auch das Xperia XZ1 prima gefertigt. Es ist aus Aluminium, dessen matte Oberfläche kaum durch Fettflecken verunziert wird.

Zudem spiegelt unser silberfarbenes Testgerät anders als das Xperia XZ Premium nicht. Uns gefällt der dezente Look besser. Störende Spaltmaße gibt es nicht, und der abgerundete Rahmen fühlt sich angenehm an. Sony hat übrigens auf der Vorderseite Stereolautsprecher untergebracht, die recht gut klingen und ein bisschen besser sind als der Mono-Lautsprecher des Galaxy S8.

Es ist halt ein Sony: Das Xperia XZ1 hat breite Displayränder, ist aber exzellent verarbeitet.

Xperia XZ1 ist ein sehr schnelles Smartphone

Über alle Zweifel erhaben ist die starke Leitung des Snapdragon-835-Prozessors. Der arbeitet mit acht Kernen und maximal 2,45 GHz Taktfrequenz und zählt zu den stärksten derzeit erhältlichen Mobilprozessoren. Das spürt man nicht nur im Alltag, weil das Gerät Apps richtig flott öffnet, und es sich im System und auf anspruchsvollen Webseiten flüssig und zackig scrollen lässt. Auch unsere Performance-Tests bescheinigen dem Prozessor eine sehr gute Leistung: So lädt das Xperia XZ1 unsere Test-Webseite beispielsweise in 4,5 Sekunden – das Galaxy S8 hingegen benötigte 8,5 Sekunden. Auch das HTC U11, in dem ebenfalls der Snapdragon 835 steckt, benötigte mit 5,5 Sekunden ein kleines bisschen länger. Das Maß aller Dinge diesbezüglich ist im Moment aber das iPhone 8.

Wird die Leistung des Prozessors gefordert, erwärmt sich das Smartphone spürbar. Das merkt man bereits beim Surfen, richtig deutlich wird das aber beim Einsatz der Kamera. Ungewöhnlich oder unangenehm heiß wird das XZ1 zwar nicht, die Wärmeentwicklung fällt aber trotzdem auf.

Die Performance des Xperia XZ1 gehört zum Besten, was das Android-Ökosystem zu bieten hat.

Gute Akkulaufzeit, aber…

Die Akkulaufzeit wird die meisten Nutzer problemlos über den Tag bringen. In unserem Online-Laufzeit-Test, in dem wir automatisiert auf einer Webseite scrollen und Videos abspielen, hält der 2.700-Milliamperestunden-Akku ordentliche 9:35 Stunden durch. Damit liegt das XZ1 auf dem Niveau des Galaxy S8. Es geht aber noch deutlich besser, wie beispielsweise die Kompakt-Version zeigt: Denn das kleinere Xperia XZ1 Compact läuft tolle 13:44 Stunden im Test.

Leider dauert es trotz Schnellladefunktion fast drei Stunden, den Akku wieder vollständig zu laden. Andere Smartphones mit ähnlich großem Akku schaffen das teils schon in der Hälfte der Zeit.

Die Laufzeit des Xperia XZ1 ist gut, die Ladezeit nicht.

Top- Display mit guter Entspiegelung

Sehr gut gefällt uns  die Bildqualität: Der Screen bietet mit seiner Bilddiagonale von 5,15 Zoll einen guten Kompromiss aus Handlichkeit und multimedia-tauglicher Bildgröße. Auch unter hellem Licht lassen sich Inhalte noch klar ablesen, da das Display zum einen gut entspiegelt ist und zum anderen mit 607 cd/m² hell strahlt, wenn es muss. Sony setzt ein exzellentes LC-Display ein, das fast 130 Prozent des Standard-RGB-Farbraums abdeckt. Es kann Inhalte also etwas satter und differenzierter darstellen als normale LCDs, erreicht aber nicht ganz das Niveau von OLED-Panels. Weiße Flächen wirken natürlich – hier gibt es keine Auffälligkeiten.

Die Auflösung liegt bei 1.920 x 1.080 Pixel, also Full HD. Das ergibt eine gute Pixeldichte von 428 ppi. Andere Highend-Modelle bringen Inhalte teils zwar mit über 500 ppi auf den Screen, den Schärfevorteil nimmt man aber im Alltag nicht mehr wahr, sondern nur noch bei Einsatz einer VR-Brille.

Der Rahmen ist leicht gewölbt, das sieht schick aus und fühlt sich prima an. Unter der Power-Taste liegt der zuverlässige Fingerabdruck-Scanner.

Kamera mit Weichzeichner-Manko

Obwohl Sony Bildsensoren für Millionen Smartphones herstellt, bieten die Digicams der Xperia-Modelle nicht ganz die Qualität einiger anderer Highend-Modelle, allen voran die des HTC U11. Im Xperia XZ1 steckt der gleiche Bildsensor wie im XZ Premium, den Sony allerdings mit einer neueren Firmware ansteuert. Die Cam schießt Fotos in der hohen Auflösung von 19 Megapixel. Bei guten Lichtverhältnissen und einfachen Motiven kann man entsprechend tief hineinzoomen und Details vergrößern.

Sony versucht das auffällige Bildrauschen mit einem zu beherzt zu Werke gehenden Weichzeichner zu kontern, was in eingeebneten Texturen und zum Teil leicht verwaschenen Motiven resultiert. Darauf setzt der Hersteller dann wieder einen Schärfefilter an, der manchmal ungewöhnliche Muster erzeugt.

Die 19-Megapixel-Kamera schießt ganz passable Fotos – der Detailgrad ist hoch, Rauschen und Weichzeichner stören aber den Eindruck.

Unsere Laborergebnisse bestätigen diese Probleme: In unserem Weichzeichner-Test bringt das Xperia XZ1 nur noch rund 60 Prozent der Detailtreue, die es bei einfachen Motiven erreicht. Das ist mittelmäßig. Das Google Pixel XL und HTC U11 bieten hier beispielsweise rund 90 Prozent. Schade ist auch, dass Sony auf einen optischen Bildstabilisator verzichtet. Gelungen ist dafür der schnelle Autofokus. So lassen sich beispielsweise auch schnell bewegte Motive im Serienbildmodus fast durchgehend fokussiert ablichten.

Diese Dämmerlicht-Aufnahme ist ganz passabel. Besonders die Haare des Kunstkopfes sind aber sehr weichgezeichnet.

Bis zu 960-fps-Zeitlupe

Für Videoaufnahmen bietet das Smartphone eine elektronische Bildstabilisierung, die Sony SteadyShot nennt. Leider greift der sogenannte Intelligent Active Mode mit 5-Achsen-Stabilisierung nur bei Full-HD-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde, nicht jedoch bei Full HD mit 60 fps oder 4K beziehungsweise UHD. Videoclips in ultrahoher Auflösung lassen sich mit 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. SteadyShot macht in unserem Test einen guten Eindruck. Wenn man das Feature im Kameramenü aktiviert hat und sich während der Aufnahme eines FullHD-30fps-Videos bewegt, bleibt das Bild angenehm ruhig.

Wahlweise können Nutzer auch Zeitlupen in HD-Auflösung mit 120 Bildern pro Sekunde oder Super-Zeitlupen mit 960 Bildern pro Sekunde erstellen. Diese extreme Zeitlupe hat ebenfalls HD-Auflösung begrenzt die Aufnahme aber auf einen viel kleineren Bildausschnitt.

Der Effekt ist an sich ziemlich cool, die Technik hat aber ein paar Nachteile. Zum einen rauschen die Aufnahmen oft sehr stark; die Qualität lässt oft also zu Wünschen übrig. Zum anderen entschleunigt Sony jeweils nur 0,184 Sekunden nach Drücken der entsprechenden Taste. Diese gibt das XZ1 ebenso wie das XZ Premium dann in 5,9 Sekunden wieder. Das mindert den Nutzen dieses Features leider ein bisschen.

Die Super-Slow-Motion liefert teils coole Clips. Das Bild wird aber recht dunkel und verrauscht.

Android 8 um 3D-Scan-Funktion ergänzt

Eines der Hingucker-Features des Xperia XZ1 – zumindest auf dem Papier – ist die neueste Android-Version 8.0. Sony ist damit der erste Hersteller, der ein Smartphone direkt mit Android 8 auf den Markt bringt. Für Googles-Referenzgeräte wie das Pixel ist Android 8 seit Mitte August per Update verfügbar. Das Sicherheitspatch-Level des Xperia XZ1 datiert auf August, ist zum Testzeitpunkt also ebenfalls aktuell. Sony wird das Gerät wohl zwei Jahre mit Updates versorgen.

Trotz Android 8 wirkt das System Sony-typisch vertraut, da der Hersteller seine eigene Benutzeroberfläche drauflegt. Diese ist nicht aufdringlich und fällt vor allem durch veränderte Icons auf. Verpasste Anrufe und Nachrichten signalisiert das System nun durch einen kleinen Punkt an den Symbolen. Und wer die Icons lange drückt, öffnet ein kleines Mini-Fenster für weiterführende Optionen. Zudem gibt es nun einen Bild-in-Bild-Modus, wenn Apps das unterstützten. Das ist nett, aber nicht revolutionär.

Auf dem Xperia XZ1 läuft Android 8.0, das Sony um eine 3D-Scanfunktion ergänzt hat.

Ergänzt hat Sony das System um eine ganz lustige, aber noch nicht fehlerfreie 3D-Scan-Funktion. Hierüber lassen sich dreidimensionale Abbilder von Gesichtern erstellen, wenn der Nutzer langsam um die Person herumgeht. In unserem Test hat das nicht immer reibungslos funktioniert, aber trotzdem – und auch deshalb – für Unterhaltung gesorgt. Diese 3D-Scans lassen sich dann in Augmented-Reality-Spielereien einfügen, verschicken oder per 3D-Drucker ausdrucken. Überzeugt vom Nutzen dieses Features sind wir zwar nicht, doch als Party-Gag ist es ganz passabel.