/Test: Sony PlayStation Now im Test (Spiele-Streaming)

Test: Sony PlayStation Now im Test (Spiele-Streaming)

PlayStation Now – Launch Trailer

Fazit

Im ersten Praxis-Test zeigt sich Sonys neuer Abo-Service PlayStation Now vielfältig, technisch ausgereift und damit insgesamt überzeugend. Dank großem Spiele-Angebot, PC-Unterstützung und intuitiver Oberfläche ist PSNow der ideale Zugang für alle Gamer, die finanziell nicht sofort in die Vollen gehen wollen. Dass Sony im Vergleich zur USA aber mehr als doppelt so hohe Gebühren verlangt, sorgt für Frust und Unverständnis.

Vorteile
Großes Spiele-Portfolio
Einfache & intuitive Oberfläche
Zum Testzeitpunkt quasi lag-frei
Angenehm kurze Ladezeiten
PlayStation-Games am Windows-PC
Nachteile
Höhere Kosten für Abo als in USA
Keine längere Spielpause erlaubt
Kreditkarte für Probeabo notwendig
PS3-Games am PC oft stark verpixelt

Das ist der PlayStation-Now-Service

Sony hat seinen Gaming-Abo-Dienst PlayStation Now nun auch in Deutschland an den Start gebracht. Das Prinzip ähnelt Amazon Prime Video oder Netflix und ist daher schnell erklärt: Nach Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements haben Sie sofort Zugriff auf ein umfangreiches Portfolio an Videospielen aus den Äras von PS2, PS3 und PS4, dürfen diese nach Belieben spielen und verlieren den Zugriff darauf, sobald Sie das Abo kündigen. Sony setzt dabei voll auf Streaming und kommt vollständig ohne Downloads aus. Das ist sehr angenehm für alle, die einen oder mehrere Titel nur mal kurz ausprobieren und nicht erst Stunden auf den fertigen Download warten wollen. Im Hintergrund arbeiten spezielle Server, die sich um die Berechnung der Spiele kümmern. Der Spieler selbst bekommt dabei lediglich die Video- und Audio-Signale an sein Endgerät, beispielsweise die PS4, gestreamt.

Aus diesem Grund hat PlayStation Now auch besondere Ansprüche an die heimische Internet-Leitung: Sony selbst empfiehlt mindestens 5 MBit pro Sekunde. Wer also einen ADSL-Zugang mit 16 MBit/s oder gar VDSL mit 50 oder 100 MBit/s nutzt, kommt damit locker zurecht. Darüber hinaus empfiehlt sich eine kabelgebundene Verbindung, sofern das möglich ist, um WLAN-Schwankungen zu vermeiden. Im Test haben wir beide Varianten mit einem VDSL-50-Anschluss der Telekom an der PlayStation 4 ausprobiert und konnten dabei keine Verbindungsprobleme feststellen. Auch am PC, der per Ethernet-Kabel direkt mit dem Router verbunden ist, bekommen wir in unserer Testphase stets eine stabile Verbindung zu PlayStation Now.

PlayStation Now: Spielstart dauert etwa 40-60 Sekunden

PlayStation Now im Praxis-Test

Wir haben PlayStation Now an der PlayStation 4 und am Windows-PC bereits ausprobiert und können uns eine erste Meinung bilden. Da sich die Erfahrungen am PC und an der PS4 aber deutlich unterschieden, teilen wir den Praxis-Check-Part in zwei Teile.

Auf der PS4 fühlt sich PlayStation Now insgesamt exzellent an. Die Einrichtung geht schnell von der Hand, das passende Symbol haben alle PS4-Nutzer mit Internet-Verbindung ohnehin schon in der Schnellstart-Leiste. Nach wenigen Minuten finden wir uns im aufgeräumten PS-Now-Menü wieder und werden direkt mit einer Vielzahl an spielbaren Titeln konfrontiert. Ähnlich wie bei Amazon oder Netflix bereitet der PS-Now-Client die Games in verschiedenen Listen auf. So gibt es Listen für “PlayStation-exklusive Titel”, “Neue Titel” oder “Beliebte Titel”. Hier können wir nach Lust und Laune stöbern und unsere Favoriten herauspicken. Haben wir ein Spiel gestartet, wird es automatisch in den Spieleverlauf geschoben, damit wir es nicht nochmal suchen müssen. Der Start eines Spiels dauert zwischen 40 und 60 Sekunden; ein längerer Inital-Download ist nicht notwendig. Das Spiel selbst steuern wir so, wie wir es von Disc- oder Download-Titeln gewohnt sind. Signifikanter Lag oder stark komprimierte Grafik traten bei unseren Sessions von Red Dead Redemption, The Last of Us: Left Behind und dem flotten Rallyspiel WRC 5 nicht auf. Allerdings reagiert im PS-Now-Modus das Menü der PS4 an sich deutlich langsamer. Wollen wir die Konsole herunterfahren, müssen wir 4 bis 5 Sekunden auf den PlayStation-Button drücken, bis sich das Menü öffnet. Technisch funktioniert der Service auf der PS4 also fast tadellos – sehr schön!

Auf dem PC ist das Erlebnis nicht ganz so optimal. Grundsätzlich ist zur Nutzung des Services am PC der kostenlose PlayStation-Now-Client notwendig, der Windows 7, 8 oder 10 voraussetzt. Während unserer PC-Session hatten wir aber regelmäßig Probleme damit. Beispielsweise konnten wir das selbe Spiel nicht zweimal nacheinander starten; wir mussten erst den Client vollständig beenden, bevor es wieder ging. Dass wir zwingend ein Gamepad benötigen, leuchtet uns ein. Maus- und Tastatur-Steuerung für PlayStation-Spiele ist dann doch etwas zu viel verlangt. Immerhin sind wir bei der Wahl des Controllers relativ frei. Zwar empfiehlt Sony einen Dualshock 3 oder Dualshock 4; der Xbox-One-Controller samt Wireless-Receiver hat seinen Dienst aber ebenfalls gut erledigt. Besonders auffällig ist, dass die Grafik der PS3-Spiele am PC ungleich schlechter ausfällt, was mit der Pixeldichte moderner TFT-Monitor jenseits der Full-HD-Auflösung zusammenhängen dürfte. Während The Last of Us: Left Behind am 4K-TV noch recht knackig aussieht, erinnert es am WQHD-Monitor eher an Pixelbrei von vorgestern. Immerhin gibt’s am PC ebenso keine nennenswerten Latenzen.

PlayStation und PC gleichermaßen betrifft der Kick nach einigen Minuten Untätigkeit. Um keine Server-Ressourcen zu verschwenden, schmeißt uns das System relativ flott aus dem Spiel – längere Pausen sollten Sie ohne zu Speichern deshalb nicht einlegen. A propos Speichern: Da die Savegames in der Cloud abgelegt werden, können Sie ein an der PS4 begonnenes Spiel am PC fortsetzen – und umgekehrt.

PlayStation Now: Angenehm aufgeräumtes Interface

PlayStation Now: Das kostet der Spaß

Zum Deutschlandstart bietet Sony ein 7-tägiges Probe-Abo an, das sich nach Ablauf automatisch in ein zahlungspflichtiges Monatsabo ohne Laufzeit umwandelt, sofern es nicht gekündigt wird. Zur Registrierung war, zumindest zum Zeitpunkt unseres Tests, eine Kreditkarte zwingend erforderlich. Selbst dann, wenn wir noch ausreichend Guthaben für den ersten zahlungspflichtigen Monat auf dem Account haben, konnten wir das nicht umgehen. Wer keine Kreditkarte hat, darf also nicht zur Probe spielen. Dieser – wohl von Sony USA geprägte – Umstand ist für uns ein gravierender Kritikpunkt an dem Service, zumal es zahlreiche andere gängige Zahlungsmethoden wie PayPal oder auch den klassischen Bankeinzug gibt, den andere Spiele-Abo-Dienste wie beispielsweise Blizzard bei World of Warcraft völlig selbstverständlich anbieten. Das Ganze wird nicht weniger absurd, wenn man bedenkt, dass man PS Plus und den PlayStation Store auch ohne Kreditkarte nutzen kann.

Sony verlangt aktuell 16,99 Euro pro Monat für die Nutzung von PlayStation Now. Gehen wir vom UVP eines PS4-Spiels aus, bekommen wir also etwas mehr als 4 Monate Spielzeit à Vollpreis-Titel. Angesichts der Spiele-Auswahl und der Tatsache, dass wir jederzeit kündigen können, empfinden wir das grundsätzlich als angemessenen Preis. Wäre da nicht folgende Ungerechtigkeit: In den USA kostet PS Now ohne Sales-Tax (variiert je nach US-Bundesstaat) momentan 99,99 US-Dollar pro Jahr (oder 9,99 US-Dollar für den ersten Einzelmonat) – also umgerechnet etwa 7 Euro pro Monat im hochgerechnet günstigeren Jahres-Abo. Laut Sonys US-Website ist dieser Preis limitiert, gilt aber bereits geraume Zeit. Warum wir also hierzulande Stand jetzt satte 10 Euro mehr (!) pro Monat für den gleichen Service berappen müssen, erschließt sich uns nicht. Im Gegenteil: Wir halten den Preisunterschied für zu massiv und wünschen uns, dass Sony hier zu Gunsten seiner deutschen Fans nachbessert. Zumindest ein limitiertes Jahres-Abo zum Preis von 99,99 Euro wäre ein positives Signal.

Tipp für Kreditkarten-Verweigerer: Wenngleich Sie ohne gültige Kreditkarte keinen Probe-Account erstellen können, haben Sie doch jederzeit die Möglichkeit, die Kreditkarten-Informationen direkt nach Erstellung des PS-Now-Zugangs sofort wieder zu löschen. Den passenden Eintrag finden Sie in den Konto-Einstellungen. Dort können sie dann auch einen PayPal-Account verknüpfen oder Guthaben-Karten von Online- oder Retail-Händlern nutzen.

PlayStation Now: In den USA weniger als halb so teuer
Florian Holzbauer

Florian Holzbauer

Als Experte für PC-Hardware, Notebooks und Spielekonsolen interessiert sich Florian Holzbauer insbesondere für technische Innovationen und den Einfluss von leistungsstarker Hardware auf Videospiele. Nebenbei schreibt er auch noch Tests zu Spielen.

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