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Test: Samsung Galaxy Note 8 im Check- mit ersten Testdaten

Das Samsung Galaxy Note 8 im Praxistest

Fazit

Das Note 8 ist das größte und mit 999 Euro bislang auch teuerste Smartphone von Samsung. Dabei bleiben die Maße im Vergleich zum Galaxy S8 Plus und iPhone 7 Plus noch moderat. Gut gefallen uns die neuen S-Pen-Funktionen, die Samsung aus seinem Tablet integriert. Ein echtes Highlight ist das wunderschöne, randlose Display sowie die Kamera mit Doppellinse. Beim internen Speicher hätte sich Samsung großzügiger zeigen können. Zudem hoffen wir, dass bald nach Marktstart im September das Update auf Android 8 Oreo kommt.

Vorteile
Enorm elegantes und dabei wasserfestes Gehäuse
Sehr großes QHD-AMOLED
Kamera mit Doppellinse und vielen Extras
Neue, praktische S-Pen-Funktionen
Nachteile
Sehr teuer
Nur 64 GByte interner Speicher

Learning aus dem Akku-Gate

Nach dem Akku-Desaster des Note 7 ist die Erwartung an das neue Note 8 groß. Um es vorwegzunehmen: Zur Akku-Technologie schwieg sich Samsung bei der Produktpräsentation aus. Fakt ist: Der Akku ist um 200 mAh geschrumpft, mittlerweile misst also die Batterie 3.300 mAh. Das lässt darauf schließen, dass die Koreaner am Energiemanagement geschraubt haben, um bei dieser Displaygröße auf eine ordentliche Laufzeit zu kommen. Im ersten Test hält das Note 8 9:30 Stunden durch – das ist in etwa auf dem Niveau des Galaxy S8, aber unter dem des S8 Plus, das auf 11:17 Stunden kommt. Eine finale Aussage können wir zur Laufzeit allerdings noch nicht treffen. Es ist also möglich, dass das Note noch etwas besser – oder schlechter – abschneidet.

Die Farbvarianten des Note 8: Ob blau auch nach Deutschland kommt, ist noch offen.

Gehäuse: Edel und doch wasserdicht

Das Note 8 kommt in einer äußerst edlen Optik, die uns schon beim ersten Anfassen sehr anspricht. Zunächst wird es in Deutschland die goldene und graue Variante geben, über blau denkt man noch nach. Trotz Eleganz ist das Gehäuse dank IP86-Schutzstandard wasserdicht. Das Handy liegt gut in der Hand, auch wenn es natürlich mit 162 Millimetern Länge zu lang für jede Hosentasche ist. Wie viele Handy-User hielten wir das Handy eher in der unteren Hälfte – das ist jedoch problematisch. Denn der rückwärtige Fingerabdruckscanner liegt zu weit oben. Da mussten wir nachjustieren, um ihn zu treffen. Alternativ können Sie jedoch auf die Gesichtserkennung ausweichen, um das Handy zu entsperren – das klappte in unserem Testgerät zuverlässig.

Das Display: Randlos und mit QHD-Auflösung


→ Bestenliste: Alle Smartphones im Test

Display: Endlose Pracht

Hauptaugenmerk gilt dem sogenannten „Infinity-Display“ mit QHD-Auflösung und 6,3 Zoll Diagonale – so groß war noch nie ein Handy von Samsung! Schriften, Symbole, Fotos wirken auf dem Display gestochen scharf, Farben AMOLED-typisch kräftig und brillant. 

Um es kurz zu machen: Das randlose, große Display macht optisch sehr viel her und ist eine Augenpracht. Aber dieses große AMOLED hat noch einen Vorteil: Sie können zwei Apps nebeneinander nutzen, etwa Whatsapp und daneben Google Maps. Diese Splitscreen-Funktion klappt aber nicht mit jeder App.  

Die Helligkeit liegt bei gemessenen 483,5 Candela pro Quadratmeter – ein guter Wert, der knapp über den Testergebnissen des S8 und S8 Plus liegt. Der Schachbrettkontrast hingegen liegt minimal unter den Ergebnissen der Konkurrenz aus eigenem Hause. Insgesamt sind die Displays aber durchaus miteinander vergleichbar, denn die Unterschiede fallen marginal aus – abgesehen davon, dass das Note einen größeren Screen hat.

Splitscreen auf dem Bidschirm: Praktisch, aber auf spezielle Apps begrenzt


→ Vergleich Galaxy Note 8 vs. Galaxy S8 Plus vs. iPhone 7 Plus

Kamera: Jetzt mit Doppellinse

Samsung schraubte auch tüchtig an der Kamera. Das Note 8 ist das erste Samsung-Handy mit Doppellinse – inklusive optischem Bildstabilisator für beide Objektive. Sie soll mit ihrer F1.7-Blende für Weitwinkelaufnahmen sorgen und Tiefenschärfe schon beim Fotografieren ermöglichen. So können Sie den Hintergrund stufenlos blurren, sodass die Person in den Mittelpunkt rückt. Diese Funktion gibt es schon beim iPhone 7 Plus oder OnePlus 5, doch nicht in dieser feinen Abstufung. Im Praxistest lief das sehr smooth ab, unsere Testerin rückte in den Vordergrund (siehe auch Video). Ebenso gefiel uns der zweifach optische Zoom mit F 2.4-Blende – einen Qualitätsverlust konnten wir mit bloßen Augen nicht feststellen.

Im Labor knipst das Note 8 bei Tageslichtbedingungen schöne Fotos, die auf Galaxy S8-Niveau sind. Tatsächlich erkennt man mit bloßem Auge praktisch keinen Unterschied. Die Schwachlicht-Aufnahmen hingegen können wir noch nicht beurteilen, da sich im Labortest versehentlich die zweite Linse aktivierte – und das Ergebnis verfälschte.

Stufenloses Hintergrund-Blurren: Funktionierte im ersten Test schon sehr smooth

Preis und Zubehör: Nur für Gutbetuchte

Das Note 8 wird das teuerste Samsung-Handy werden: 999 Euro müssen Sie hinblättern – egal, ob Sie die Dual-SIM-Variante nehmen oder nicht. Das reißt ein großes Loch in die Hosentasche. Wer sich das Handy vor Marktstart im Oktober noch im Laufe des Septembers vorbestellt, erhält die Dockingstation Samsung Dex gratis dazu – sie kostet sonst 160 Euro extra. Dabei handelt es sich nicht um eine induktive Ladeschale, sondern rein um die Möglichkeit, das Handy als Desktop-Rechner nutzen zu können. Dies macht etwa bei Games Sinn, wenn Sie zuhause lieber am großen PC-Bildschirm weiterzocken möchten. 

Goldenes Gehäuse: Passt zum happigen Preis von rund 1.000 Euro

S-Pen aufgepimpt: Sinnvolle Stiftfunktionen

Was macht ein echtes Galaxy Note aus? Richtig, der Stift. Und so gibt es den S-Pen auch beim Note 8, den Sie ins Gehäuse versenken können. Er fasst sich etwas plastik-like an, auch der kleine Aktivierungsbutton ist nicht ganz bedienerfreundlich. Hier hätten wir uns einen wertigeren Stift gewünscht.

Samsung integriert neue Funktionen, teils kommen sie uns von dem Tab S schon bekannt vor. Eine Funktion nennt sich etwa “Screen off Memo”. So können Sie direkt auf den Sperrbildschirm Notizen, wie etwa Ihre Einkaufsliste, schreiben und hinpinnen. So springen Ihnen diese Memos auf den ersten Blick ins Auge, wenn Sie das Handy herausholen. Eine weitere spannende Funktion ist die Live-Übersetzung. Sie müssen lediglich die Textpassage markieren, schon übersetzt das Note 8 diese in die gewünschte andere Sprache. Dies funktionierte im ersten Test noch etwas hakelig. 

Live-Übersetzung: Das Note 8 übersetzt ganze Textpassagen

Die technischen Daten des Note 8

  • Display: 6,3 Zoll, 2960 x 1440 Pixel (QHD)
  • Maße, Gewicht: 162,5 x 74,8 x 8,6 Millimeter, 195 Gramm schwer
  • Display-Typ: AMOLED, randlos
  • Prozessor: Typ unbekannt, voraussichtlich Exynos mit 10 nm-Fertigungsverfahren, Octa-Core, 64 bit
  • RAM: 6 GByte
  • Interner Speicher: 64 GByte
  • SIM: Dual-SIM / Single-SIM (beide in Europa erhältlich)
  • Hauptkamera: Dual-Kamera mit 12 Megapixel,  optischer Bildstabilisator für beide Objektive, optischer Zoom (2x). Blende Weitwinkel: F1.7, Blende Tele: F2.4
  • Frontkamera: 8 Megapixel, F1.7 Blende
  • S-Pen-Funktionen: Screen-Off-Modus, Live-Übersetzung etc. 
  • Akku: 3.300 mAh
  • System: Android 7.1.1.
  • Schnittstellen: WLAN a/b/g/n/ac, USB Type C, Bluetooth 5.0, LTE Cat16, NFC,  Klinkenbuchse
  • Farben: Blau (glänzend), grau (matt), gold (matt)
  • Preis: 999 Euro

Hinweis: Ein ausführlicher Testbericht folgt, sobald das Samsung Galaxy Note 8 unser Testlabor durchlaufen hat. Dies wird voraussichtlich Mitte September sein. 

Note 8: Highend-Ausstattung in kostspieliger Verpackung