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Test: Nokia 3 im Test: Günstiges Smartphone mit Android-8-Versprechen

Fazit vom 05.09.2017

Das Nokia 3 platziert sich in unserem Test weit am Ende unserer Handy-Bestenliste – obwohl das Smartphone äußerlich eine sehr gute Figur macht und zwei Jahre Sicherheitsupdates erhalten wird. Allerdings ist die Kamera relativ schlecht und in der Ausstattung vermissen wir einen Fingerabdruckscanner. Zudem ist die Akkulaufzeit mittelmäßig bis enttäuschend. Ein Lichtblick ist immerhin der günstige Preis.

Vorteile
Schick und prima verarbeitet
Android-Update-Versprechen
Niedriger Preis
Nachteile
Kamera ist eher schlecht
Mittelmäßige Akkulaufzeit
Kein Fingerabdruckscanner


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Nokia 3 im Test: Schick, handlich, gut verarbeitet

Das Nokia 3 hat ein Displayglas, das an den Rändern minimal nach hinten gebogen ist. Das sieht nicht nur schick aus und erhöht den Bedienkomfort etwas, weil man keine Kanten spürt, wenn man Menüleisten vom Rand hereinwischt – es ist in der Preisklasse unter 150 Euro auch ein eher selten anzutreffendes Qualitätsfeature. Anders als das Nokia 5, Nokia 6 oder Nokia 8 kommt das günstigste der neuen Android-Smartphones aus Finnland aber mit einer Kunststoffrückseite, die sich nicht ganz so gut anfühlt wie Glas oder Alu. Aber auch hier gilt: Das Gerät ist hübsch und prima verarbeitet. Der Übergang zum Metallrahmen ist zwar zu spüren, störende Spaltmaße weist unser Testgerät jedoch nicht auf. Wasserdicht ist es aber nicht.

Der Screen hat eine Diagonale von 5 Zoll, wodurch das Smartphone gut in der Hand liegt. Die gegenüber Spitzenmodellen etwas niedrigere Auflösung von 720 x 1.280 Pixel zeigt Treppcheneffekte an Buchstabenrändern, wenn man genau hinschaut – Top-Handys stellen Inhalte etwas schärfer dar. Auf ordentlichem, aber unspektakulärem Niveau befindet sich auch die maximale Helligkeit des IPS-Panels von 410 cd/m² – das reicht meist, um den Screen draußen ablesen zu können. Die Farbdarstellung finden wir aber ein bisschen blass, zudem ist der Weißpunkt deutlich ins Bläuliche verschoben.

Das Nokia 3 hat eine Rückseite aus Kunststoff. Es ist aber solide verarbeitet und liegt gut in der Hand.

Performance des Nokia 3 ist okay

Der Preisklasse von unter 150 Euro angemessen ist auch die Performance. In dem Nokia 3 arbeitet ein Mediatek-Prozessor mit 4 Kernen und maximal 1,3 GHz Taktfrequenz, der zwar keine Glanzleistungen vollbringt, aber eine weitestgehend flüssige Bedienung erlaubt. Wenn das System Apps aus dem Play Store lädt, stockt die Benutzeroberfläche allerdings – das ergeht vielen Smartphones so.

Mit dem Nokia 3 lässt sich auch recht gut surfen; wenn die Seite geladen ist, scrollt es weitestgehend ruckelfrei. Allerdings reagiert der Browser etwas träge und beim Zoomen per Zweifingergeste schleichen sich Ruckler ein. Der Webseitenaufbau ist außerdem wesentlich langsamer als bei den aktuellen Topgeräten: Unsere Test-Bestenliste lädt das Nokia 3 in etwas unter 20 Sekunden, was in dieser Preisklasse normal ist. Zum Vergleich: Das Nokia 8 braucht nur 5 Sekunden.

Viel Power hat der Prozessor des Nokia 3 nicht, das System läuft aber meistens flüssig, wenn auch im Browser teils etwas träge.

Mittelmäßige Akkulaufzeit trifft lange Ladezeit

Wer ein Günstig-Smartphone mit langer Akkulaufzeit sucht, wird mit dem Nokia 3 nicht glücklich werden und sollte sich lieber das LG X Power anschauen. In unserem Online-Laufzeittest mit Videowiedergabe bei mittlerer Helligkeit gehen dem Nokia 3 nach 07:21 Stunden die Lichter aus. Das etwas teurere Nokia 5 erreicht fast 9,5 Stunden – das genannte, kaum teurere LG X Power kratzt an der 14-Stunden-Marke.

Obwohl der Akku des Nokia 3 mit einer Kapazität von 2.630 Milliampere-Stunden nicht gerade extrem groß ausfällt, braucht das Gerät extrem lange, um ihn vollständig aufzuladen: nämlich 3:31 Stunden. Das gehört zu den längsten, beziehungsweise schlechtesten Werten unserer Handy-Bestenliste. Da Nokia Schnelllade-Technik nicht unterstützt, müssen User Geduld mitbringen und das Handy bestenfalls über Nacht laden.

Mit einem PC verbindet man das Handy per klassischem MicroUSB.

Enttäuschende Fotoqualität

Auch Foto-Freunde bedient das Nokia 3 eher schlecht als recht. Die Aufnahmen bieten allein schon durch die recht geringe Auflösung von 8 Megapixel wenig Potential für eine detailreiche Wiedergabe von Motiven. Darüber hinaus setzt das Nokia 3 aber auch noch rigoros einen Weichzeichner ein, um Bildrauschen zu mindern, der leider auch Texturen und feine Details ausradiert. Das fällt selbst bei gutem Licht auf. Die Farbdarstellung gefällt uns insgesamt gut, und sie kann sich auch bei Dämmerlicht sehen lassen. Bei schlechtem Licht nehmen Rauschen und Weichzeichner jedoch überhand und legen einen Schleier über die Aufnahmen, der teils zu aquarellartigen Effekten führt. Unterm Strich ist die Qualität keine Katastrophe, aber sie ist auch nicht mehr befriedigend.

Die Digicam schießt etwas weichgezeichnete und detailarme Fotos mit recht schönen Farben.

Nokia 3 hat keinen Fingerabdruck-Scanner

In unserer Ausstattungsnote fordert der fehlende Fingerabdruck-Scanner Tribut. Daher schneidet das Nokia 3 gegenüber dem sonst ähnlich ausgestatteten Nokia 5 hier deutlich schlechter ab. Denn Smartphones lassen sich mit einem Fingerabdruck-Scanner unabhängig von den Lichtverhältnissen am schnellsten und komfortabelsten entsperren, ohne die PIN eintippen zu müssen.

Zu Komforteinbußen könnte auch der recht knapp bemessene Speicherplatz beitragen, denn nach Abzug vom System und den vorinstallierten Apps sind noch knapp 9 Gigabyte frei. Ein Slot für microSD-Karten ist aber vorhanden. Zusätzlich steht Dual-SIM zur Verfügung. Das Nokia 3 unterstützt zudem LTE, wenn auch nur bis zu einem Tempo von maximal 150 Mbit pro Sekunde.

Das Nokia 3 unterstützt Dual-SIM und Speichererweiterung mit MicroSD-Karte – gleichzeitig.

Unverändertes Android 7

Gut finden wir, dass auf dem Handy ein praktisch unverändertes Android in Version 7 läuft, das zum Testzeitpunkt Anfang September den Sicherheitspatch-Level Stand 5. August aufweist und somit aktuell und abgesichert ist. Nokia verspricht, beziehungsweise HMD Global, die hinter der Smartphone-Marke stehen, das Handy an die zwei Jahre aktuell zu halten und monatlich zu aktualisieren. Das ist in dieser Preisklasse ein ebenso seltenes, wie lobenswertes Versprechen.

Neben unverändertem Android 7 mit aktuellem Sicherheitspatch-Level bietet das Nokia 3 auch ein UKW-Radio.

Falls Sie noch auf der Suche nach coolen Apps sind, werden Sie in unserer Top-100-Bestenliste der beliebtesten Android-Apps sicher noch die ein oder andere Perle finden.