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Test: NBA Live 18 (Xbox One, Simulation)

Casual-Basketball mit mittelmäßiger Technik

| von Florian Holzbauer

NBA Live 18 – Gameplay-Trailer

Fazit vom 18.09.2017

NBA Live 18 schickt sich an, den großen Konkurrenten NBA 2K18 anzugreifen – und scheitert damit an zahlreichen Kleinigkeiten. Insgesamt zeigt EAs Basketball-Simulation im Test spaßiges, aber weit weniger ausgeklügeltes Gameplay. Insbesondere Anfänger dürften mit NBA Live 18 ihre Freude haben, weil der Einstieg leicht fällt. Enthusiasten ärgern sich über die wenig intelligente K.I. und oft arg seltsame Animationen.

Vorteile
Schicke TV-Präsentation, aber…
Guter Solo-Modus “The One”
Auch Damen-Basketball dabei
Nachteile
… Grafik nur durchschnittlich
Gameplay wenig realitätsnah
K.I. sorgt für viele Aussetzer
Animationen wirken seltsam


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Testwertungen aus dem CHIP-Testcenter (Stand 18.09.2017)

Testergebnis ergibt sich aus:Bestenlisten Platzierung: 54 / 76

NBA Live 18 – Das hat uns gefallen

Im Sportbereich nur die zweite Geige zu spielen kennt Electronic Arts mitsamt ihrem passenden Label EA Sports eigentlich nicht. Egal ob Fußball, Eishockey, American Football oder Mixed Martial Arts – überall haben die US-Amerikaner die Nase vorne und stellen die beste (und oft auch einzige) Simulation. Nur beim Basketball sieht die Sache anders aus. Hier konnte ich 2K Sports, das Sport-Label von 2K Games, mit großem Abstand an die Spitze setzen. Dass EA dieser Umstand ziemlich fuchst, zeigt sich bei NBA Live, das zuletzt eine komplette Saison aussetzen musste. Mit NBA Live 18 kommt die Basketball-Simulation zurück und will zum großen Gegenschlag ausholen. Unter dem Strich gelingt EA dieser Schritt nur aber bedingt.

Mit NBA Live 18 schließen die Entwickler an die große 2K-Konkurrenz in vielen Bereichen auf. So ist das Gameplay bereits signifikant besser geworden. Inbesondere Einsteiger freuen sich über die vergleichsweise simple Kontrolle über Ball und Wurf. Anzeigehilfen sorgen für sinnvolle Unterstützung, weshalb jeder, der den Controller in die Hand nimmt, direkt losstarten kann – selbst ohne Tutorial. Das Gameplay fühlt sich insgesamt sehr elegant und geschmeidig an und kommt bei flotten Speedwechseln fast an das Gefühl von NBA 2K heran. In der Offensive müssen wir stets auf Zack sein und Passlücken ausnutzen; in der Defensive fällt es relativ leicht, eng am Ballführenden zu bleiben. Kurzum: Als Basketball-Spiel, das weniger Wert auf Realismus legt, aber als Arcade-Game Punkte sammelt, ist NBA Live 18 durchaus ernst zu nehmen.

Darüber hinaus gibt es eine Handvoll schöner Kleinigkeiten, die uns im Test gefallen haben. Da wäre einerseits die Integration der WNBA – also des Frauen-Basketballs. Die Damen spielen sich angenehm anders und in manchen Fällen sogar noch etwas runder. Allerdings müssen wir auf Grund der im Schnitt niedrigeren Körpergrößen oft auf spektakuläre Dunkings verzichten. Auch das “The One”-Konzept geht weitestgehend auf und bietet Solisten eine hübsche Single-Player-Erfahrung, die dank Spieler-Upgrades einige Zeit unterhalten kann. 

NHL 18 – Das gefällt uns weniger

Selbst nach einem Jahr Pause hat EA Sports noch einiges an Arbeit vor sich, um auf das Niveau der Konkurrenz zu kommen. Denn trotz der netten Kleinigkeiten und dem soliden Gameplay wirkt NBA 2K18 weit ausgereifter, insgesamt runder und am Ende deshalb auch besser im direkten Vergleich. Eines der größten Ärgernisse bei NBA Live 18 ist vermutlich die künstliche Intelligenz, deren teils grobe Aussetzer verwundern. Insbesondere in der Offensive spielen Computergegner behäbig, übersehen aussichtsreiche Kontermöglichkeiten und lassen sich zu einfach den Ball abnehmen oder decken – zumindest dann, wenn wir das Spiel einigermaßen beherrschen. Immerhin verteidigt die K.I. einigermaßen sinnvoll, sodass wir nicht bei jeder Gelegenheit Punkte kassieren.

Auch die Präsentation wirkt, im Vergleich zum etwa gleich teuren 2K-Pendant, etwas altbacken. Weder die Spieler noch das Publikum sehen explizit gut aus. Besonders die Gesichter wirken im Spiel maskenhaft und kommen nicht an die Darstellung in den vorgerenderten Sequenzen heran. Dazu kredenzt EA Sports recht hölzerne Animationen der Spieler. So sieht beispielsweise ein Sprung aus dem Stand schlicht unnatürlich aus. Wir sprechen hier schließlich nicht über ein Xbox-360-Spiel, sondern eine Simulation, die mehrere Jahre nach dem Release der Xbox One auf den Markt kommt. Hier wäre schon deutlich mehr drin gewesen.

Schade auch, dass die Kommentatoren zu keiner Weise an die der Konkurrenz herankommen. Im Grunde machen sie keinen schlechten Job, allerdings fehlen gewisse Extras wie Anknüpfungspunkte, Bezüge oder interessante Hintergrund-Geschichten, die während der Partien erzählt werden. Möglich wären solche unterhaltenden Einschübe aber allemal. Das wirkt sich übrigens auch auf den Franchise-Mode aus, der eine komplette Saison simulieren soll und als wohl wichtigster Modus für NBA-Fans gilt. Selbst hier gibt es kaum Kommentare, die ernsthaft Bezug auf vergangene Ereignisse nehmen. Generell hatten wir mit dem Franchise-Mode deutlich weniger Spaß als mit “The One”.

Florian Holzbauer

Florian Holzbauer

Als Experte für PC-Hardware, Notebooks und Spielekonsolen interessiert sich Florian Holzbauer insbesondere für technische Innovationen und den Einfluss von leistungsstarker Hardware auf Videospiele. Nebenbei schreibt er auch noch Tests zu Spielen.

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