/Test: iPhone 8 Plus im Test

Test: iPhone 8 Plus im Test

Apple iPhone 8 Plus im Review

Fazit vom 28.09.2017

Im Test zeigt das iPhone 8 Plus nicht nur große Abmessungen, sondern auch große Stärken. Die Performance ist fantastisch, die Akkulaufzeit prima und die Dual-Kamera punktet mit 2-facher Vergrößerung. Eine noch bessere Platzierung verhindert die nur gute, aber nicht herausragende Fotoqualität, sowie die extrem lange Ladezeit. Apple-Fans, die mit dem Randlos-Design des iPhone X nichts anfangen können, werden hier bestens bedient, müssen aber akzeptieren, dass sie nicht das coolste iPhone 2017 erhalten.

Vorteile
Sehr gute Akkulaufzeit
Exzellente Verarbeitung
Wasserdicht
Hammer-Performance
Nachteile
Gute, aber nicht die beste Fotoqualität
Extrem lange Akkuladezeit


→ Ab 905,91 €: Besten Preis finden für Apple iPhone 8 Plus 64GB

Testwertungen aus dem CHIP-Testcenter (Stand 29.09.2017)

iPhone 8 Plus im Test: Eine wuchtige Schönheit

Wie das normale iPhone 8 sieht auch das iPhone 8 Plus im Wesentlichen so aus, wie alle anderen iPhone-Topmodelle der letzten drei Jahre. Für unseren Geschmack ist das iPhone 8 durch die neue Glasrückseite aber etwas hübscher als seine Aluminium-geprägten Vorgänger – zudem ist es exzellent verarbeitet. Gerade bei so großen Displaydiagonalen stößt das klassische iPhone-Design aber an Handling-Grenzen, denn das iPhone 8 ist vergleichsweise schwer und groß. Die breiten Displayränder hat Apple nur beim iPhone X abgeschafft. Das iPhone 8 Plus lässt sich somit nicht mehr mit einer Hand bedienen. Durch die Verwendung von Glas unterstützt der Hersteller nun aber kabelloses Laden gemäß dem Qi-Standard.

Das iPhone 8 Plus fällt für ein Handy mit 5,5-Zoll-Screen recht groß und schwer aus.

Das neue Gehäusematerial trägt zwar prima zum hochwertigen iPhone-Look bei, ist aber bruchempfindlicher als Aluminium. Im Gegenzug empfinden wir es als griffiger, denn auf dem Glas finden die Finger besseren Halt. Wer sich an sichtbaren Fingertapsern stört und kein Case verwendet, sollte besser zu den Farbvarianten Silber und Gold (das eher einem pastelligen Rosé entspricht) greifen. Dort fallen diese kleinen Makel fast nicht auf.

Der Screen ist 5,5 Zoll groß und löst in Full HD auf. Die Bildschärfe ist gegenüber dem Standardmodell im Vergleich ein Tick besser. Außerdem strahlt der Screen minimal heller (546 cd/m²). Die Farben sind schön, und die Darstellungsqualität gefällt uns sehr gut. Unter Sonnenlicht lassen sich Inhalte ebenfalls noch gut erkennen. Gegenüber dem Vorgänger ändert sich hier also kaum etwas. Neu hinzugekommen ist die True-Tone-Technik, die die Farbdarstellung ans Umgebungslicht anpasst. Das sorgt für eine angenehmere Lese-Erfahrung.

Das Glas auf der Rückseite ist an den Rändern leicht gebogen und sieht durchaus schick aus.

iPhone 8 Plus ist blitzschnell

Eine Wucht ist auch die Reaktionsgeschwindigkeit des neuen iPhones. Ebenso wie das kleinere iPhone 8 lädt die Plus-Version unsere Testseiten und Testdateien in phänomenalem Tempo. Das aufrufen einer PDF-Datei dauert hier 0,9 Sekunden, das Galaxy S8 benötigt für dieselbe Aufgabe 2,8 Sekunden. Unsere Testwebseite steht nach 0,2 Sekunden, Galaxy-S8-Nutzer warten 8,4 Sekunden. Apple hat aktuell und vermutlich für das nächste Jahr das mit Abstand schnellste Smartphone auf dem Markt. Ein Grund für das Top-Ergebnis ist aber nicht nur der starke Apple-A11-Prozessor, sondern fast noch mehr die hervorragende Abstimmung von Hard- und Software.

Die Performance setzt neue Maßstäbe: So schnell wie das iPhone 8 ist derzeit kein anderes Smartphone.

iPhone 8 Plus: Doppelkamera mit 2x-Zoom

Auf der Rückseite des iPhone 8 Plus befindet sich die prägnante Doppelkamera. Beide Bildsensoren erfassen Motive mit 12 Megapixel, wurden gegenüber ihren Vorgängern aber überarbeitet. Demnach sollen die Bildpunkte diesmal etwas größer ausfallen und somit lichtempfindlicher sein. In Kombination mit der lichtstarken Offenblende von F1.8 und dem optischen Bildstabilisator verspricht Apple rauschärmere Fotos bei Dämmerlicht.

Unser Testlabor bescheinigt dem iPhone 8 Plus eine gute bis sehr gute Bildqualität. Das HTC U11 arbeitet in schwierigen Lichtbedingungen aber noch mehr feine Details heraus und gefällt mit geringerem Weichzeichner-Einsatz – das sieht man in der Detailansicht in voller Auflösung. Neue Maßstäbe kann die Apple-Cam im direkten Vergleich nicht setzten, die Praxis-Aufnahmen sehen dennoch gelungen aus.

Dank Dual-Lens-Kamera bietet das iPhone 8 Plus einen 2-fach-Zoom.

Bei Einsatz des Telesensors, der nur eine kleinere F2.8-Blende und keinen optischen Bildstabilisator hat, sinkt die Detailtreue gegenüber dem Standardsensor um 15 bis 25 Prozent. Das heißt: Wenn man im 2x-Zoom-Modus etwas zurückgeht, um denselben Bildausschnitt wie mit der Haupt-Cam zu fotografieren, ist das Motiv bei der Teleaufnahme detailärmer. Um einen verlustfreien Zoom handelt es sich also nicht. Zudem rauscht es gerade in dunklen Bildbereichen stärker, da die Blende weniger Licht durchlässt.

Dennoch ist das System einem 2x-Digitalzoom jeder Single-Lens-Handy-Cam, der den Detailgrad um 50 Prozent verringert, überlegen. Auch wenn es hier noch Entwicklungspotential gibt, ist das für uns ein nützliches Feature, mit dem sich das iPhone 8 Plus vom kleineren Schwestermodell abhebt.

Die Vergrößerung lässt sich in der Kamera-App mit einem Tippen auf die eingekreiste Zahl ändern.

Schöne Portraitfunktion mit Mängeln

Spaß hatten wir auch an der Portraitfunktion, die ebenfalls zwingend den zweiten Bildsensor voraussetzt. Mit diesem Feature lassen sich Objekte, die vorne im Bild sind, noch stärker vom Hintergrund abheben, indem die App einen Unschärfeeffekt über ihn legt oder ihn teils sogar komplett ausblendet. Das ist ein bisschen mehr als ein netter Partygag, funktioniert oft aber noch nicht fehlerfrei.

Denn wenn sich die Farbe des Hintergrunds nicht stark genug von der vorderen Ebene abhebt, schneidet das sogenannte Portraitlicht auch mal ein Stückchen aus dem Hauptmotiv. Laut Apple ist das Tool aber noch im Beta-Zustand, somit erwarten wir Verbesserungen in den nächsten Monaten. Trotzdem ließen sich bereits jetzt einige hübsche Aufnahmen erstellen.

Die Portraitfunktion legt einen Unschärfefilter auf den Hintergrund – oder kann ihn auch komplett ausblenden.

Coole Zeitlupen-Videos

Ein nettes Feature ist zudem die Zeitlupen-Funktion, mit der sich mal ein anderer Blick auf gewohnte Dinge werfen lässt. Ultra-High-Speed-Modi wie die 960-fps-Zeitlupe des Xperia XZ1 gibt es hier zwar nicht, dafür setzt Apple auf vergleichsweise hohe Full-HD-Auflösung mit 240 Bildern pro Sekunde. Das beherrschen derzeit nur die neuen iPhones. Die Bildqualität ist besser als bei Sonys Ultra-Zeitlupen, auch wenn das Geschehen schneller abläuft. Zudem gibt es bei Apple kein Zeitlimit, man erwischt das gewünschte Motiv also problemlos.

An Grenzen stieß dieser Modus allerdings als wir das sprudelnde Wasser eines Springbrunnend abfilmten. Hier zeigten sich einige Blockartefakte. Das Galaxy Note 8 filmt  übrigens auch mit 240 fps, aber nur in HD-Auflösung.

Die Fotoqualität ist “nur” gut bis sehr gut – das HTC U11 arbeitet aber noch mehr Details heraus.

iPhone 8 Plus: Prima Akkulaufzeit & miese Ladezeit

Die lange Laufzeit des iPhone 8 Plus ist für Nutzer erfreulich. In unserem Online-Laufzeit-Test spielen wir bei gedimmter Helligkeit (200 cd/m² ) automatisiert Videos ab und scrollen auf Webseiten. Unter diesen Bedingungen läuft das iPhone 8 mit aktiver LTE-Verbindung 11:36 Stunden, also in etwa so lange wie das kleinere iPhone 8. Das ist ein sehr guter Wert. Viel Geduld müssen Nutzer im Gegenzug mitbringen, wenn sie den 2.675-Milliamperestunden-Akku wieder vollständig aufladen möchten. Dafür benötigt das mitgelieferte schwache 5-Watt-Netzteil ganze 3,5 Stunden.

Wer es schneller mag, muss Geld in die Hand nehmen: Für 90 Euro lässt sich bei Apple ein starkes 29-Watt-Netzeil mit USB-Typ-C-auf-Lightning-Kabel kaufen, das beherzter zu Werke geht als das normale Netzteil. Mit dem Schnelllade-Netzteil ist der Akku nach 2 Stunden wieder voll einsatzbereit.

Kurios: Der Schnelllader ist mit dem großen iPhone-8-Plus-Akku schneller fertig als mit dem viel kleineren iPhone-8-Akku, weil der Ladestrom hier höher ausfällt (Anfangs 20 Watt statt 12 Watt). Für iPhone-8-Plus-Käufer kann sich die Investition somit lohnen, wenn sie ihr Handy für gewöhnlich tagsüber aufladen. Dass Apple 90 Euro für ein Produkt verlangt, welches bei anderen Herstellern zum Lieferumfang gehört, ist jedoch ärgerlich.

iPhone-8-Plus müssen sich an dieses Bild wohl gewöhnen: Die Ladezeit fällt mit 3,5 Stunden sehr lang aus.

iPhone 8 Plus kabellos Laden

Wie das iPhone 8 unterstützt auch das iPhone 8 Plus kabelloses Laden gemäß Qi-Standard. Wir haben das mit einem im Apple Store verkauften Ladegerät getestet und mussten 4:16 Stunden warten, bis der Akku am Anschlag war. Es dauert also 50 Minuten länger als mit Standardnetzteil lädt. Übrigens lädt auch der Qi-Charger das iPhone 8 Plus schneller als das iPhone 8. Apple muss die Ladeelektronik des kleineren Modells sehr konservativ eingestellt haben. Nach Abschluss des eigentlichen Ladevorgangs verbraucht die Ladematte konstant 1,3 Watt, wenn das Handy auf ihr liegt. Wer ein bisschen Strom sparen möchte, nimmt es dann herunter.

Die Ausstattung des iPhone 8 Plus weicht sonst nicht weiter von der des Standardmodells ab. Ausführliche Infos dazu, ebenso wie eine Einschätzung zu den Stärken und Schwächen von iOS lesen Sie in unserem Testbericht des iPhone 8.

Das iPhone 8 Plus lässt sich wie das iPhone 8 (hier im Bild) auch kabellos laden.

Preis und Speicher-Ausstattung

Unterm Strich bietet das iPhone 8 Plus zwar eine Top-Leistung, es steht jedoch mehr noch als das kleinere Schwestermodell im Schatten des iPhone X. Durch seinen sehr hohen Verkaufspreis von 909 Euro für die von uns getestete 64-GByte-Version und 1.079 Euro für die 256-GByte-Variante steht es preislich näher an Apples „Zukunfts“-Phone als das normale iPhone 8. Zudem ist es ähnlich ausgestattet, wirkt aufgrund seines Designs aber konventionell und für manche Fans sicher auch langweilig. Wer das klassische Design liebt, wird hier bestens bedient. Doch die faszinierten Blicke erntet am Ende das iPhone X.