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Test: HTC U11 life: Android-One-Handy im Praxis-Test

Fazit

Das HTC U11 life hinterlässt bei uns einen guten Ersteindruck. Für 350 Euro schickt HTC ein sogenanntes Android-One-Handy ins Rennen, dessen Clou das Update-Versprechen ist: 3 Jahre Sicherheits- und zwei Jahre Hauptversions-Updates sind angesichts des Mittelklassepreises durchaus ein Wort. Das Gerät folgt HTCs U11-Design-Sprache und sieht recht gut aus. Mit dabei ist ein drucksensitiver Rahmen, eine angepasste Kamera-App und ein paar Noise-Cancelling-Ohrstecker. Leider fehlt dem U11 life aber eine klassische Kopfhörerbuchse.

Vorteile
3 Jahre Sicherheits-Updates
Schickes Design und wasserdichtes Gehäuse
Nachteile
Rückseite ist Fingerabdruck-anfällig
Keine klassische Kopfhörerbuchse

HTC U11 life angefasst

Das Design des HTC U11 life erinnert klar an das des namensgebenden HTC U11, das zu den Top-Geräten unserer Handy-Bestenliste zählt. Es hat einen 5,2 Zoll großen Full-HD-Screen, der in recht große Displayränder eingefasst ist. Auf der Vorderseite befindet sich eine Hometaste, unter der ein Fingerabdruck-Scanner liegt, sowie die kapazitiven beleuchteten Steuertasten. Obwohl die Rückseite auf den ersten Blick aussieht, als sei sie aus Glas (und ebenso schnell von Fingerabdrücken verunziert wird), verwendet HTC hier Kunststoff beziehungsweise Acrylglas. Das hört man, wenn man mit dem Finger auf die Rückseite tippt, da es ein bisschen hohl klingt.

Dem hochwertigen Look tut das aber keinen Abbruch. Das Material soll in etwa die gleiche Bruchfestigkeit wie Glas aufweisen, wohl aber etwas kratzanfälliger sein. Obendrein ist das Gerät nach IP-Norm 67 wasserdicht.

Der Fingerabdruck-Scanner befindet sich gut erreichbar auf der Vorderseite.

Edge Sense: Zusatzaktionen per Händedruck

HTC baut auch in sein Mittelklasse-Handy den Edge Sense genannten druckempfindlichen Rahmen ein. Ebenfalls zu finden ist die Technik im HTC U11, dem U11 Plus und in abgespeckter Form in den Pixel-2-Phones. Wer das Gerät fest in der Hand hält und einmal wahlweise kurz oder lang drückt, löst recht frei konfigurierbare Aktionen aus. Praktisch klingt für uns die Möglichkeit, die Taschenlampe bei ausgeschaltetem Gerät zu aktivieren. Auch der Mini-Launcher mit den beliebtesten Apps, den das System auf Wunsch bei Druck startet, könnte sich als praktisches Feature herausstellen. HTC bietet aber noch viel mehr Möglichkeiten, die von beliebigen App-Starts bis zu In-App-Aktionen reichen.

Im entsprechenden Menü lassen sich sowohl die nötige Druckstärke, als auch die auszuführenden Aktionen auswählen. HTC lässt dem User somit viel Freiraum, Edge Sense für sich bestmöglich einzustellen. Das Feature kann teils nützlich sein, bleibt für uns letztlich aber trotzdem eher ein Gimmick.

Wer den Rahmen drückt, löst auf Wunsch die Taschenlampe oder andere Aktionen aus.

Höherauflösende, aber schlechtere Kamera als im U11

Bei der Kamera des U11 life entschied sich HTC für ein 16-Megapixel-Modell mit einer eher kleineren Maximalblende als beim U11 (F2.0 statt F1.7, je kleiner die Zahl, desto größer die Blende, desto besser, weil mehr Licht auf den Sensor fällt). HTC wollte sich anders als beim HTC U11 Plus zur genauen Pixelgröße nicht äußern, wir erwarten daher eher kleine Pixelabstände, die ebenfalls die Lichtaufnahme verringern. Zusammen mit der nicht besonders großen Maximalblende und dem fehlenden optischen Bildstabilisator dürfte das negative Auswirkungen auf die Fotoqualität haben. Kurzum: Wir schätzen, dass sich das U11 life bei Dämmerlicht eher im Mittelfeld bewegen wird.

Das Smartphone zeichnet des Weiteren neben Full-HD- auch 4K-Videos auf. Obwohl das System weitestgehend ohne Veränderungen von HTC auskommt, installiert der Hersteller seine Kamera-App, die unter anderem einen laut eigener Aussage verbesserten HDR-Modus bietet.

Das HTC U11 life ist von hinten recht gefällig. Dass die Rückseite aus Kunststoff ist, hört man aber, wenn man darauf klopft.

Solide Leistung und Akkulaufzeit erwartet

Das HTC U11 life arbeitet mit Qualcomms Snapdragon-630-Prozessor. Dabei handelt es sich um einen recht gut ausgerüsteten Mittelklasse-System-on-Chip, der beispielsweise LTE-Speeds von bis zu 600 MBit pro Sekunde im Downstream erlaubt und der mit seinen acht auf Effizienz getrimmten, 2,2 GHz schnellen Cortex-A53-Kernen im Alltag durchaus flott zur Sache geht. Beim Cortex A53 handelt es sich zwar nicht um ARMs neueste Kern-Architektur – die Leistung gab uns im ersten Check aber keinen Grund zur Kritik.

Energie bezieht der Prozessor aus einem mit 2.600 Milliamperestunden möglicherweise etwas knapp bemessenen Akku. Laufzeitwunder darf man vom HTC U11 life wohl eher nicht erwarten, bei normalem Einsatz wird es aber für einen (Arbeits)-Tag reichen. HTC unterstützt hier die Schnellladetechnik, aber kein kabelloses Laden.

Eine 3,5-Millimeter-Buchse für Kopfhörer fehlt. Dafür gehört ein Ohrstecker-Set mit USB-Typ-C-Anschluss zum Lieferumfang.

Weitere Ausstattung

Das Gerät funkt per Bluetooth 5.0 oder schnellem AC-Wlan. Die Typ-C-Buchse transferiert Daten allerdings nur nach dem langsamen USB-2.0-Standard. Anders als beim U11 und dem U11 Plus lässt sich in das U11 life nur eine SIM-Karte einlegen.

HTC verkauft das U11 life in zwei Versionen: Das Modell mit 3 GByte Arbeitsspeicher und nominell 32 GByte Nutzerspeicher kostet 350 Euro, auf 64 GByte verdoppelter Speicherplatz samt 4 GByte RAM schlagen mit insgesamt 380 Euro zu Buche. Der Speicherplatz lässt sich per Micro-SD-Karte erweitern. Als Farben stehen Blau (Sapphire Blue) und Dunkelgrau (Brillant Black) zur Auswahl. Die Preise gehen für die gebotene Ausstattung in Ordnung – insbesondere, wenn man den für ein Mittelklasse-Handy langen Update-Zeitraum mit bedenkt.

Auf dem HTC U11 life läft Android 8. Auch das Sicherheits-Patch-Level ist aktuell.

Die Vorteile des Android-One-Programms

Denn das U11 life gehört zu Googles Android-One-Programm, was bedeutet, dass es besondere Voraussetzungen erfüllen muss. Die für den Nutzer wichtigste ist das Versprechen von Google und HTC, das Gerät die nächsten drei Jahre mit Sicherheits-Updates zu versorgen und zwei Jahre lang Haupt-Aktualisierungen durchzuführen. Für den Nutzer bedeutet das zum einen, gelegentlich neue Features zu bekommen; unserer Meinung nach wichtiger ist zum anderen jedoch die erhöhte Sicherheit, da HTC Bug-Fixes spätestens am Ende eines jeden Monats ausrollen will. Aktuell läuft Android 8 auf dem U11 life, der letzte Sicherheitspatch datiert auf den 1. Oktober 2017 – ist also aktuell.