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Test: Google Home im Test – So erschreckend schlau ist der Lautsprecher

Sprachassistent Google Home steuert Ihr Heim

Fazit

Im Test zeigt Google Home (Google Assistant), wie weit künstliche Intelligenz für den Heimgebrauch bereits ist: Die Sprachsteuerung von Google Home macht Spaß und die Kontexterkennung ist erstaunlich gut. Das Weiterleiten von Inhalten an kompatible Geräte wie Chromecast ist zudem extrem praktisch. In Deutschland ist die KI aber noch nicht ganz so weit, wie in den USA – aber das dürfte nur eine Frage der Zeit sein.

Vorteile
Beeindruckende KI
Solide Verarbeitung
Ansprechendes Design
Gute Integration der Google-Dienste
Nachteile
Redet sehr mechanisch
Noch wenig nützliche Erweiterungen
Keine Bluetooth-Anbindung

Passt in jedes Wohnzimmer

Google Home ist die Antwort des Suchmaschinengiganten auf Amazons Echo: Beide Hersteller bieten hier eine Smart Home-Box mit integriertem Rundum-Lautsprecher und intelligenter Sprachsteuerung an. Während Echo aber auf den Amazon-Dienst Alexa zugreift, nutzt Google die von den Pixel-Phones bekannte Funktion Google Assistant mit dem Aktivierungsbefehl “OK Google”. So sehr sich die Hardware der beiden Konkurrenten auf den ersten Blick ähneln, so unterschiedlich sind sie im Detail.

Zunächst aber zur Hardware: Der Lautsprecher wirkt trotz des dominierenden Plastiks hochwertig verarbeitet und edel, was vor allem an der bauchigen, mit Stoff überzogenen Unterseite liegt, die per Magnetverschluss gehalten wird und dank sieben möglicher Farbvarianten in so ziemlich jede häusliche Umgebung passen dürfte. Obwohl die Bedienung des Google Home-Lautsprechers per Sprache erfolgt, gibt es ein einfaches Touchfeld auf der Oberseite des Geräts, mit dem man etwa die Lautstärke regelt. Zudem zeigen unter dem Plastik versteckte RGB-LEDs in den Google-Farben an, ob die Aktivierung per “OK Google” funktioniert hat. Ansonsten befindet sich nur noch eine Mute-Taste auf der Rückseite des Devices, mit der man das Mikrofon deaktiviert, sowie der Stromanschluss.

Google Home: Die Antwort auf Amazon Echo

Schnell eingerichtet

Die Einrichtung von Google Home ist einsteigerfreundlich gehalten und sollte niemanden vor Probleme stellen: Sie installieren einfach die Google Home-App, bestätigen Ihr Google-Konto und wählen ein Netzwerk aus, mit dem sich die smarte Box verbinden soll – mehr ist hier im Grunde nicht zu beachten. Anschließend erhalten Sie noch ein paar einleitende Tipps und können anfangen, Google die ersten Fragen zu stellen.

Einrichtung: Die Bedienung ist kinderleicht

Die Spracherkennung

Wie bereits erwähnt reagiert Google Home auf das Hotword “OK Google”, was im Test weniger natürlich klingt als das Amazon-Pendant “Alexa”. Auch scheint die Spracherkennung etwas zickiger als bei Amazon Echo zu sein, wenn die Umgebungsgeräusche lauter sind oder mehrere Personen im Raum reden – das kann der Echo einen Tick besser. Im Punkt Reaktionsfreudigkeit steht Google Home dem Konkurrenten aber in nichts nach. Die Box reagiert prompt, man muss also keine künstliche Pause einlegen, um seine Frage stellen zu können.

Die große Stärke von Google Home ist das fast schon natürliche Verständnis der Fragen: Egal, ob man nach Supermärkten in der Nähe, Personen oder Musik-Alben fragt – Google Assistant hat fast immer eine passende Antwort parat. Besonders beeindruckend ist dabei die Kontexterkennung. Fragt man Google beispielsweise nach der Einwohnerzahl von München, gibt der Dienst nicht nur die richtige Antwort, sondern weiß auch, was mit anschließenden Fragen wie “Und wie groß ist die Stadt” gemeint ist. Versucht man auf die gleiche Weise mit Amazons Alexa zu sprechen, erhält man lediglich die Antwort, dass sie nicht wisse, was mit dieser Frage gemeint sei, da dem Amazon-Dienst der Bezug – in diesem Fall also das Land – fehlt. In diesem Punkt ist Google Home daher weit vor der direkten Konkurrenz. Allerdings ist die deutsche Version von Google Home im Vergleich zum US-Pendant noch eingeschränkt. Das Kinoprogramm etwa ist in Deutschland derzeit nicht abrufbar, und auch Wegbeschreibungen erkennt Google Home nicht.

Viele andere Funktionen ähneln sich hingegen – darunter das Anlegen von To-Do-Listen, Vorlesen von Nachrichten sowie Kalendereinträgen und vieles mehr. Die Stimme der KI – wie bei Amazon weiblich – gefällt uns im Test nicht ganz so gut wie Alexa, da Google Assistant noch etwas mechanischer klingt.

Sehr ausgereift ist hingegen die Verknüpfung mit anderen Google-Diensten. Ohne große Einrichtungsprozedur erkennt die Box Chromecast-Geräte im gleichen Netzwerk und streamt auf Wunsch Inhalte an das entsprechende Device. Im Test nannten wir einen Chromecast-Dongle schlicht “TV”, so dass Google Home mit dem Befehl “OK Google, streame ein YouTube-Video von CHIP auf meinem TV” richtig interpretierte und einen Clip aus dem CHIP-YouTube-Kanal auf dem Fernseher abspielte. Ähnlich klappt auch die Wiedergabe von anderen Dienste wie Google Music und Spotify – aber auch hier ist der deutsche Service noch etwas eingeschränkt.

Gerade im Bereich Musik ist es allerdings ärgerlich, dass Google Home keine anderen Bluetooth-Boxen direkt ansteuern kann. Wer einen Lautsprecher verbinden möchte, muss dies per Chromecast erledigen, etwa per Chromcast Audio (Klinkenstecker) oder Chromecast (HDMI). Das ist zwar weniger fehleranfällig als die Bluetooth-Verbindung des Amazon Echo, dafür aber auch deutlich unflexibler. Zur Not spielt man Musik aber einfach mit Google Home selbst ab: Für einen rund 149 Euro teuren, intelligenten Lautsprecher klingt der Ton durchaus in Ordnung, wobei der Bass etwas zu präsent und die Höhen nicht besonders spritzig sind – für eine Beschallung nebenher reicht es jedoch.

Unterseite: Das Unterteil ist in sieben Farben erhältlich

Eingeschränkt erweiterbar

Gerade der Punkt Flexibilität ist noch ein kleiner Schwachpunkt von Google Home: Google hat den Dienst erst Ende 2016 einigen Drittanbietern freigegeben. Entsprechend gibt es noch – im Vergleich zu Amazon Echo – relativ wenige Erweiterungen und Möglichkeiten zur Fernsteuerung, etwa für Smart Home-Geräte wie Funksteckdosen und Heizkörperthermostate.

Immerhin einige der wichtigsten Vertreter sind schon dabei: Offiziell kompatibel sind in diesem Bereich beispielsweise Honeywell Evohome, Nest, Philips Hue, Samsung SmartThings sowie Belkin WeMo, TP-Link Kasa, mydlink home und Osram Lightify. Je nachdem, wie gut Google Home von den Nutzern und Herstellern angenommen wird, sollten aber noch viele Anwendungen folgen, die das System deutlich aufwerten. 

Ein Workaround, um den Funktionsumfang von Google Home noch weiter auszubauen, ist der unterstützte Webservice IFTTT, mit dem man Geräte in das System einbindet, die noch nicht von Google Home direkt erkannt werden. So ist zum Beispiel die Einbindung des Logitech Harmony Hub möglich. Denkbar wäre per IFTTT auch die Integration eines Raspberry PI mit einem Smart Home-System wie Pimatic. Über Umwege ist also schon einiges möglich, was Google selbst noch zu bieten hat, wird sich allerdings erst zeigen.

Touchfeld auf der Oberseite: Lautstärkeeinstellung und Anzeige der “OK Google”-Erkennung
Manuel Schreiber

Manuel Schreiber

Für das CHIP Magazin schrieb Manuel Schreiber lange über Smartphones und Linux-Systeme, testete Software und vieles mehr. Heute verfolgt der stellvertretende Chefredakteur der Test und Kaufberatung bei CHIP den Smart Home-Trend.

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