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Test: Elgato Eve Thermostat 2 (2017)

“Siri, dreh die Heizung auf 21 Grad”

| von Manuel Schreiber

Fazit

Das Elgato Eve Heizkörperthermostat lässt sich im Test zuverlässig per Siri, App und am Regler selbst steuern. Optisch wirkt das Eve-Thermostat solide, und die Einrichtung klappt extrem einfach. Im Detail dürften dem ein oder anderen Nutzer aber ein paar Feineinstellungen fehlen, etwa mehrere Heizstufen. Umgekehrt bietet das Thermostat jedoch auch ein paar Extras, die man bei der Konkurrenz selten findet.

Vorteile
Sehr schnelle Einrichtung
Steuerung am Gerät, per Siri und App
HomeKit-kompatibel
Leise im Betrieb
Nachteile
Nur zwei automatisierte Heizstufen
Konfiguration nicht auf Tagesbasis

Elgato Eve Heizkörperthermostat im Überblick

Mit dem Eve Heizkörperthermostat (v.2) bringt Elgato einen smarten Regler auf den Markt, der sich in erster Linie an Apple- beziehungsweise iOS-User richtet. Denn die dazugehörige App ist nur für iPhones und iPads erhältlich. Android-Nutzer bleiben also außen vor – dafür profitieren iDevice-Besitzer von der HomeKit-Integration. Das heißt, das Heizkörperthermostat lässt sich in das Apple-Smart-Home einbinden, und kann entsprechend auch mit anderen Geräten interagieren und per Siri-Sprachbefehl gesteuert werden. Eine Bridge ist nicht nötig, da der Regler per Bluetooth direkt mit dem iPhone/iPad kommuniziert. Das bedeutet allerdings auch, dass für den Fernzugriff ein entsprechendes Apple-Gerät in der Nähe der Smart-Home-Produkte liegen muss, beispielsweise das iPad oder der Apple TV.

Das Elgato Eve Heizkörperthermostat kostet rund 70 Euro (bei Amazon ansehen). Weitere Produkte, darunter Tür- und Fenstersensoren sowie Funksteckdosen, sind vom Hersteller optional erhältlich. Weitere Details dazu erfahren Sie in unserem umfangreichen Elgato-Eve-Test.  

Installation des Eve-Heizkörperthermostats

Das Heizkörperthermostat von Elgato wird mit allem nötigen Zubehör zur Installation sowie einer kurzen Anleitung geliefert. Die Einrichtung ist dabei vorbildlich: Man lädt die App aus dem App Store herunter, legt die zwei AAA-Batterien in den Regler und klickt in der Anwendung auf “Gerät hinzufügen”. Anschließend scannt man den Produktcode des Geräts mit der Kamera des iPhones und kann den Regler an die Heizung schrauben. Gut: Der am Heizkörperthermostat angebrachte Schraubring besteht nicht wie bei vielen Konkurrenzprodukten aus Plastik, sondern Metall. Zwar sind dafür die Adapter aus Kunststoff, diese lassen sich aber leicht ersetzen.

Ebenfalls durchdacht ist der Batterieschacht: Sind die Batterien leer, muss man lediglich die Frontkappe abziehen, um an die Energiespender heranzukommen – klingt logisch, aber hier haben wir schon die kuriosesten Konstruktionen gesehen. 

Bedienung per App

Da Apple HomeKit die Steuerung übernimmt, ist keine separate Registrierung beim Hersteller nötig – der Nutzer kann nach dem App-Download also direkt loslegen. Die Elgato-Anwendung bietet die für diese Geräteklasse typischen Features, darunter diverse  Heizpläne und eine manuelle Steuerung. Es gibt aber auch ein paar nette Extras, die man selten sieht: Die App speichert beispielsweise einen Temperaturverlauf und hat eine Kindersicherung, damit die Heizung nicht versehentlich verstellt wird. Ebenfalls interessant ist die “Temperaturabweichung”, mit der sich der Regler unabhängig von der angezeigten Temperatur feinjustieren lässt. Denn Heizkörperregler können ohne zusätzliches Raumthermostat nur die Temperatur an der Heizung selbst messen – und die ist an der Heizung deutlich höher als im restlichen Raum. Stellt man die Heizung also auf 21 Grad, kann die Temperatur am anderen Ende des Zimmers ein bis zwei Grad darunter liegen. Entsprechend lässt sich die “Temperaturabweichung” programmieren, wenn es einem trotz Wohlfühltemperatur noch fröstelt.

Allerdings hat die App auch ein paar unverständliche Einschränkungen. So kann man beispielsweise pro Heizplan nur zwei Temperaturen festlegen, etwa 16 Grad bei Abwesenheit und 21 Grad bei Anwesenheit – Zwischenschritte sind nicht möglich. An ein langsames Aufheizen ist daher nicht zu denken. Auch die Programmierung pro Tag ist von der App nicht vorgesehen. Es lassen sich lediglich Arbeitstage und Wochenenden definieren. Zwar kann man auch jeden beliebigen Wochentag zu seinem “Wochenende” hinzufügen, das ist aber nur ein schwacher Ersatz für die tägliche Einstellung. Immerhin: Erlaubt man der App den Zugriff auf den Kalender, erkennt sie automatisch Feiertage und andere Termine – und richtet sich entsprechend ein.

Ein netter Bonus ist die Bedienung per Siri, mit der man sich das Öffnen der App erspart. Im Test klappte die Temperatureinstellung mit einem einfachen “Dreh die Heizung im Wohnzimmer auf 21 Grad” zuverlässig.

Mehr zum Thema

Weitere smarte Heizkörperthermostate finden Sie in unserem Artikel “Die Heizung per Handy und Sprache steuern“, die anderen Elgato-Eve-Produkte für Apples Smart Home hingegen in unserem Test. Wenn Sie mehr Details zu Apple HomeKit erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen zudem unseren Praxistest.

Manuel Schreiber

Manuel Schreiber

Für das CHIP Magazin schrieb Manuel Schreiber lange über Smartphones und Linux-Systeme, testete Software und vieles mehr. Heute verfolgt der stellvertretende Chefredakteur der Test und Kaufberatung bei CHIP den Smart Home-Trend.

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