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Test: Call of Duty: WW2 (PC, Action)

Call of Duty – WWII – Offizieller Story-Trailer deutsch

Fazit vom 06.11.2017

Mit Call of Duty: WW2 liefert Activision einen 3D-Shooter in gewohnter Qualität ab. Im Test überzeugen insbesondere das action-reiche Gameplay, die hervorragend inszenierte Kampagne und die insgesamt gute technische Grundlage. Weniger gefällt uns die kurze Spielzeit für Solo-Spieler und die recht uninspirierte Gegner-K.I. Das immer und immer wiederkehrende Weltkriegs-Setting ist hingegen Geschmacksache.

Vorteile
Actiongeladene Kampagne, …
Eingängiges Shooter-Gameplay
Ansehnliche Grafik-Engine
Viele Multiplayer-Optionen
Nachteile
… aber wie immer arg kurz
Gegner-K.I. teils richtig doof
K.I.-Kameraden recht sinnlos
Für Einsteiger evtl. zu schnell


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Testwertungen aus dem CHIP-Testcenter (Stand 06.11.2017)

Call of Duty: WW2 im Test – Das hat uns gefallen

Call of Duty ist so ein wenig das FIFA des Shooter-Genres. Publisher Activision veröffentlicht im Jahresrhythmus eine neue Version des Action-Klassikers. Nach dem eher ungewöhnlichen Zukunfts-Setting aus Infinite Warfare besinnen sich die Entwickler auf vergangene Ereignisse und packen mal wieder den Zweiten Weltkrieg aus, um dessen wichtigsten Momente aus der Sicht einzelner Soldaten zu zeigen. Die extrem schnell und action-geladene Kampagne startet dort, wo man es von einem WW2-Shooter erwartet – in der Normandie mit einer entsprechend krassen D-Day-Einstiegsszene. Schon hier wird klar, dass sich die Entwickler auf das Schicksal des Protagonisten Ronald “Red” Daniels und seiner Kameraden fokussiert. Im Grunde stehen die kleinen und großen Veränderungen der Charaktere im Zentrum jeder Mission. Während wir uns – meist auch in der Haut von Daniels – von der Küste ins Landesinnere von Frankreich kämpfen und dabei massenhaft deutsche Kämpfer erledigen, erleben wir den Einfluss des Kriegs auf jeden der story-relevanten US-Soldaten. In Summe ist die Kampagne okay und bietet gerade zum Ende hinaus einige Überraschungen.

In Sachen Gameplay beschreiten die Entwickler weitgehend bekannte Wege und machen sogar den ein oder anderen Schritt zurück. So erlaubt sich beispielsweise die Lebensenergie-Anzeige ein Comeback. Zuletzt war ein derartiger UI-Bestandteil in Shootern eher verpönt. Die unterschiedlichen Waffen fühlen sich im Kampf gut und ausreichend auseinander differenziert an. Nach einigen Minuten finden wir den Schießprügel, der unsere Spielweise am besten unterstützt. Von krachenden Shotguns über Maschinengewehre bis hin zum Scharfschützengewehr fährt Sledgehammer Games ein großes Arsenal auf. Hin und wieder nehmen wir auch an stationären Wummen Platz, um beispielsweise feindliche Flugzeuge vom Himmel zu holen oder Gegnermassen nieder zu mähen. Auch Fahrzeuge sind wieder mit von der Partie. Fortschritt erzielen wir durch das Erreichen von Checkpoints. Haben wir eine bestimmte Anzahl an Gegnern erschossen oder einen bestimmten Punkt auf der Karte erreicht, geht’s weiter.

Der Multiplayer-Modus, den wir bereits ein Wochenende (zumindest teilweise) ausprobieren konnten, mischt Bekanntes mit ein paar spannenden Neuerungen. Allem voran ist der Spieltyp “Krieg” ein gelungener Zuwachs. Insbesondere für Einsteiger und Fortgeschrittene, die aber keine erprobten Shooter-Spezialisten sind, kommen hier überproportional zum Zug und dürfen als Teil des Teams ihren Part zum Missionsziel beitragen ohne nur auf die Kill-Death-Ratio reduziert zu werden. Spaßig fällt zudem der Zombie-Modus aus, der als kooperatives 4-Spieler-Gefecht konzipiert wird. Dabei treten wir als Team gegen immer stärker werdende Wellen an Nazi-Zombies an, entdecken die Geheimnisse der Map und lösen die Aufgaben, die uns das Spiel vorgibt. So werden die Zombie-Partien zu einem angenehm lockeren Zeitvertreib für zwischendurch.

Call of Duty: WW2 im Test – Das gefällt uns weniger

Auch wenn sich Call of Duty diesmal auf Einzelschicksale fokussiert, bleibt es doch eine überzeichnete Darstellung des Zweiten Weltkriegs aus Sicht von US-Soldaten. Von markigen Sprüchen und dramatischen Entwicklungen über unrealistische Rettungsaktionen bis hin zu mysteriösen Heilungskräften von Medi-Kits fahren die Entwickler wieder alles auf, was sich auch Hollywood für einen CoD-Film ausdenken würde. Wer nach Realismus und authentische Kriegsberichterstattung sucht, ist bei Call of Duty schon immer falsch dran gewesen – und daran ändert auch WW2 kein Stück. Hinzu kommen auch die klassischen Schwachpunkte, die ein Checkpoint-basierter Shooter mit sich bringt. Zum einen sind unsere Mitkämpfer im Gefecht keine besonders große Hilfe. Denn im Zentrum stehen schließlich wir – und wir müssen deshalb auch den Großteil der Feinde ausschalten. Im Grunde reduzieren wir unsere Kameraden auf Munitions- und Medi-Kit-Lieferanten. Haben wir beispielsweise genug Nazis erschossen, wirft uns der “beste Kumpel” Zussman bei Bedarf ein Päckchen Lebensenergie zu.

Aber auch die deutschen Soldaten, die sich uns in rauen Mengen entgegen werfen, sind nicht mit besonderer Kampf-Intelligenz gesegnet. Im Gegenteil: Selbst dann, wenn sie direkt vor uns stehen, schießen sie mal gern daneben oder haben eine so lange Reaktionszeit, dass sie locker vorher umnieten. Manchmal ignorieren sie unsere Kameraden gerne mal vollständig und konzentrieren sich dann ausschließlich auf uns. Schade nur, dass unsere Einheit davon nicht profitiert und wir durch die Aufmerksamkeit offene Schussbahnen für andere eröffnen können. Da wir zudem keine Befehle geben können, haben wir auch keinen Einfluss auf unser Squad, sondern müssen damit leben, dass sie nicht besonders effektiv agieren. Besonders albern wird es dann, wenn wir bewusst nicht zu einem Checkpoint laufen, um zu sehen, was passiert. Dann wird aus einer packenden und dramatischen Szene schon mal Situationskomik mit sich immer wiederholender verbaler Aufforderung, dann doch mal weiterzugehen.

Bei Call of Duty war der Multiplayer-Modus schon immer das Herz des Spiels. Durch verschiedene Spielarten, Progression und Charakter-Entwicklung muss das Gameplay hier mindestens ein Jahr durchhalten – bis eben das nächste CoD auf den Markt kommt. Die Kampagne, die auch dieses Jahr wieder mehr erzwungen als wirklich gewollt wirkt, fristet ihr Dasein als einmaliges Geballer, das nach 6 bis 8 Stunden ein Ende findet. Für eine zweite Runde durch den Story-Modus gibt es so gut wie keine Gründe – Einsteigern dient sie immerhin als Trainingsplatz für den folgenden Mehrspieler-Part.

Florian Holzbauer

Florian Holzbauer

Als Experte für PC-Hardware, Virtual Reality und Spielekonsolen interessiert sich Florian Holzbauer insbesondere für technische Innovationen und den Einfluss von leistungsstarker Hardware auf Videospiele. Nebenbei schreibt er auch noch Tests zu Spielen.

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