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Tesla-Truck: Vorstellung Teslas Elektro-Trucks

— 21.11.2017

Teslas Elektro-Trucks

Tesla hat seinen Semi E-Truck vorgefahren und einen Pick-up präsentiert – mit Top-Beschleunigung, bis zu 800 Kilometern Reichweite und einem mittig platzierten Fahrer. Alle Infos!

Staatliche Ausmaße: Der Pick-Up soll einen Ford F-150 Huckepack nehmen können.

Neben dem neuen E-Truck und dem Roadster hat Elon Musk auch einen Pick-up-Truck gezeigt. Laut Zeichnung, die Musk am 17. November 2017 in Hawthrone, Kalifornien präsentierte, wäre das Gefährt in der Lage, einen kompletten Ford F-150 zu transportieren. Gerade das amerikanische Volk liebt Pick-ups und da ist es nicht abwegig, dass sich Tesla auch in diesem Markt positionieren will. Aktuell existiert der Pick-up aber nur auf dem Zeichenbrett. Technische Daten gibt es nicht, sie dürften sich aber nicht groß von denen des E-Trucks unterscheiden. Mit einem Marktstart ist vielleicht 2022 zu rechnen, denn der Roadster, das Model Y und der Truck haben Vorrang.

Prio 1 für den Semi-Truck




‘Wird’s der Tesla-Truck bringen?’

Der Tesla-Sattelschlepper deutet eine Revolution des Lieferverkehrs auf der Straße an. Denn er ist schneller, kostengünstiger und sicherer als alles, was bisher Güter im Fernverkehr transportiert hat. Und er soll kommen – Firmengründer Elon Musk versprach bei der Präsentation jedem, der den Tesla Semi jetzt bestellt, eine Lieferung im Jahr 2019. Allerdings sind Zweifel angebracht: Tesla hatte auch die Präsentation zweimal verschoben und machte zuletzt Schlagzeilen wegen Produktionsschwierigkeiten beim Massen-Stromer Model 3.

Aber was kann der Tesla Semi Truck genau?

Fahrverhalten und Sicherheit: Er hat vier unabhängige Antriebe an den hinteren Achsen. Die Zugmaschine alleine soll dank der bei E-Autos üblichen Direktübertragung ohne Getriebe und Differenzial in fünf Sekunden von null auf (fast) 100 km/h (60 mph) beschleunigen – Sportwagen-Werte. Vollgepackt mit 30 Tonnen Ladung auf dem Hänger soll der Sprint 20 Sekunden dauern, immer noch deutlich schneller als bei einem Lkw mit Verbrennungsmotor und äußerst hilfreich bei Überholmanövern. Die Topgeschwindigkeit wird bei 104 km/h liegen, bis zu einer Steigung von fünf Prozent. Sein Übriges für die guten Werte tut auch das futuristische und vor allem aerodynamische Design.

Sicherheit: An Sicherheitsfeatures sind beim Tesla Semi ein Notbremsassistent, eine Spurhaltefunktion und ein Kollisionswarnsystem an Bord, Angaben zu möglichen autonomen Fähigkeiten machte Musk nicht. Zudem soll es keine geborstenen Scheiben mehr geben, im Cockpit könne man auch “eine Nuklearexplosion überleben”, wie Musk vollmundig versprach. Nicht unwichtig in den USA. Nicht wegen eines drohenden Nuklearkrieges, sondern weil Lkw mit einer beschädigten Scheibe keinen Inch mehr bewegt werden dürfen.

Die neuen Tesla-Supercharger-Stationen bieten neben Lademöglichkeiten auch eine Lounge, einen Souvernirshop und Kinder- und Haustierbetreuung.

Reichweite: Sie beträgt je nach Akkupack satte 480 oder 800 Kilometer, deutlich mehr als Analysten vorher erwartet hatten. Einzelheiten zur Kapazität der Batterien nannte Musk nicht. Der Energieverbrauch liegt laut Tesla pro Meile (ca. 1,6 km) bei weniger als 2 kWh. In nur 30 Minuten soll Saft für bis zu 640 Kilometer nachgeladen werden können, Einzelheiten auch hier Fehlanzeige. Immerhin versprach Musk sogenannte Megacharger als Ladepunkte für die stromernden Lkw. Nur eine Spinnerei? Erst wenige Tage zuvor hatte Tesla neue riesige Supercharger-Stationen mit Gastro-Lounge und Souvenirshop vorgestellt, die wie Lkw-Autohöfe wirken.

Cockpit: Dieses hat beim Tesla Semi Truck nicht mehr viel mit einem herkömmlichen Lkw-Bock zu tun. Der Fahrer sitzt mittig platziert und kann sich bei Bedarf sogar hinstellen. Links und rechts sind – selbstverständlich für einen Tesla – zwei große Touchscreens vorhanden. Der Blick kann ungehindert in alle Richtungen schweifen, der so gefährliche tote Winkel dürfte einiges an Schrecken verlieren. Viele Schalter, Knöpfe und Hebel gehören hier der Vergangenheit an.

Rundumsicht statt toter Winkel: Im Cockpit vom Tesla Semi hat er Fahrer alles gut im Blick.

Betriebskosten: Der (fossile) Treibstoff – meist Diesel – ist und bleibt der Hauptkostenpunkt für einen Spediteur. Zwar wird er derzeit teurer, aber auf niedrigem Niveau. Der Tesla Truck verspricht nun 200.000 Dollar (ca. 170.000 Euro) Einsparungen pro Jahr. Bei einer 160 Kilometer langen Strecke und einem maximalen Gesamtgewicht von 40 Tonnen, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h und einem Preis von 7 Cent pro Kilowattstunde soll der Tesla Semi 1,26 Dollar pro Meile kosten, so rechnete Tesla vor. Bei Konvoi-Fahrten soll es noch mal deutlich günstiger werden: nur 0,85 Dollar pro Meile. Die Kosten für einen Diesel-Lkw beziffert Tesla bei einem Gallonenpreis von 2,50 Dollar mit 1,51 Dollar pro Meile. Macht letztendlich eine Einsparung von rund 20 Prozent.

Foto vom ungetarnten Tesla-Truck

Anfang Oktober hatte ein Fotograf ein in der Nähe vom Tesla-Hauptquartier in Kalifornien geschossenes Foto vom ungetarnten Tesla-Sattelschlepper veröffentlicht. Es passte zum Teaserbild, das Tesla bereits Mitte des Jahres verbreitet hatte. Derzeit kämpft Tesla mit erheblichen Produktionsengpässen beim neuen Model 3. Zudem will Firmenchef Elon Musk nach früheren Angaben in eineinhalb bis zwei Jahren einen Pick-up präsentieren. Musk kündigte auch einen Bus für den öffentlichen Nahverkehr an. Sein langfristiger Plan sieht auch den Aufbau einer Flotte selbstfahrender Fahrzeuge vor, die als Roboter-Taxis und -Transporter den Verkehr revolutionieren sollen. Bislang setzt Tesla auf die Sportlimousine Model S und das größere Model X.