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Tesla Semi Lkw: Enthüllung Das muss der Tesla-Truck können

— 16.11.2017

Das muss der Tesla-Truck können

Tesla fährt endlich seinen E-Truck vor. Aber was muss der Elektro-Lkw alles können, um ein Erfolg zu werden? Die Enthüllung gibt’s live im Stream!

Es ist so weit: Der mit Spannung erwartete E-Truck von Tesla wird am 16. November 2017 (Ortszeit) in Hawthorne (Kalifornien) vorgestellt (Link zum Livestream im Tweet unter diesem Absatz). Für Firmengründer Elon Musk nicht irgendein Truck, sondern ein Wunderwerk: “Er wird euch umhauen. Er kann sich in einen Roboter verwandeln, Aliens bekämpfen und einen höllisch guten Kaffee machen”, twitterte der Milliardär mit einem Augenzwinkern. Genau genommen ist der Truck eine elektrische Zugmaschine, daher der Name “Tesla Semi” (vom englischen “Semi Truck” für Zugmaschine). Tesla hatte die Präsentation ursprünglich für September angekündigt und dann mehrfach verschoben.

Vier Erfolgsfaktoren für den Tesla-Truck

Nun also gilt’s für den zuletzt angeschlagenen Elektro-Pionier. Aber was muss der Lkw-Stromer mitbringen, um erfolgreich auf die Langstrecke zu gehen und nicht gleich wieder in der Versenkung zu verschwinden? Die amerikanischen Analysten von “Marketplace” haben die vier Erfolgsfaktoren für den Tesla Semi herausgefunden:

Die Reichweite: Experten rechnen beim Tesla-Sattelschlepper mit einer Reichweite von 300 bis 450 Meilen pro Ladung, umgerechnet etwa 480 bis 725 Kilometer. Echte Langstreckenfahrer auf dem Bock sind gerne mal bis zu 1000 Kilometer am Tag unterwegs, vorgeschriebene Ruhezeiten hin oder her. Der Tesla E-Truck scheint also auf den ersten Blick eher geeignet für den regionalen Lieferverkehr. In jedem Fall werden die Produktionskosten entscheidend vom Batteriepaket abhängen. Das Aufladen: Die existierenden Ladestationen in den USA sind meist nicht auf Trucks ausgerichtet. Es besteht Nachholbedarf. Auch hier wird das Einsatzfeld des Tesla-Trucks mitentscheidend sein: Bei eher regionalem Verkehr steht einem Aufladen über Nacht nichts im Wege.

Autonomes Fahren: Tesla bewirbt den Semi mit einem fortgeschrittenen Fahrassistenzsystem (ADAS = Advanced Driver Assistance System). Die Analysten der Wall Street rechnen laut “Marketplace” mit einer möglichen Kolonnenfähigkeit des E-Trucks, das heißt mehrere Trucks können alleine oder nahezu alleine einem von Menschenhand gesteuerten Führungsfahrzeug folgen. Da der größte Nutzen dabei bislang das Spritsparen ist, ist der Gewinn für ein Elektrofahrzeug nicht abzusehen. Immerhin: Laut “Marketplace” könnte ein teilautonomer Truck die Nachwuchsprobleme in der Transportbranche lösen helfen, da junge Leute am Steuer Zeit für soziale Medien hätten und sich das das Berufsbild des Truckers durch technischen Innovationen modernisieren würde. Völlig autonome Lkw machten indes wenig Sinn, da ein Fahrer auch Papierkram erledigen und zudem die Ladung bewachen müsse, so die Analysten.

Die Betriebskosten: Der (fossile) Treibstoff – meist Diesel – ist und bleibt der Hauptkostenpunkt für einen Spediteur. Zwar wird er derzeit teurer, aber auf niedrigem Niveau. E-Trucks dürften im Unterhalt wegen weniger Verschleißteilen günstiger als Verbrenner-Lkw sein, Genaueres dürfte die Industrie aber erst nach einer drei- bis fünfjährigen Findungsphase wissen. Angesichts des Fehlens qualifizierter Diesel-Mechaniker in den USA ist ein ähnlicher Mangel bei E-Truck-Technikern zu befürchten.

Foto vom ungetarnten Tesla-Truck

Anfang Oktober hatte ein Fotograf ein in der Nähe vom Tesla-Hauptquartier in Kalifornien geschossenes Foto vom ungetarnten Tesla-Sattelschlepper veröffentlicht. Es passte zum Teaserbild, das Tesla bereits Mitte des Jahres verbreitet hatte. Derzeit kämpft Tesla mit erheblichen Produktionsengpässen beim neuen Model 3. Zudem will Firmenchef Elon Musk nach früheren Angaben in eineinhalb bis zwei Jahren einen Pick-up präsentieren. Musk kündigte auch einen Bus für den öffentlichen Nahverkehr an. Sein langfristiger Plan sieht auch den Aufbau einer Flotte selbstfahrender Fahrzeuge vor, die als Roboter-Taxis und -Transporter den Verkehr revolutionieren sollen. Bislang setzt Tesla auf die Sportlimousine Model S und das größere Model X.