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Tesla Model 3 (2017): Infos Endlich: Alle Infos zum Model 3

— 29.07.2017

Endlich: Alle Infos zum Model 3

AUTO BILD fuhr das Tesla Model 3. Außerdem gibt’s jetzt offizielle Preise und technische Daten sowie Ausstattungsdetails.

Vorstellung: Die ersten 30 Autos wurden übergeben

Mit dem riesigen Glasdach wirkt das Model 3 sehr luftig, das Heck ist gefällig gezeichnet.

©Tesla

Endlich ist es da! Die ersten 30 Käufer haben ihren Tesla Model 3 bei einer Party am 28. Juli 2017 im Tesla-Werk in Kalifornien erhalten. AUTO BILD Reporter Hauke Schrieber war vor Ort, schaute sich das Model 3 genauer an und konnte es sogar für gut zehn Minuten fahren. Seine Eindrücke: Da steht das Model 3 also. Ich gehe einmal herum, Fotografieren streng verboten. Mögliche Macken dieser ersten Autos, die hier in Fremont vom Band rollen, sollen nicht um die Welt gehen. Der erste Eindruck: Typisch Tesla, und doch anders. Ein Monolith. Wie aus einem Guss, obwohl halb Stahl, halb Alu (Model S: nur Alu). Was sich andere nicht trauen, macht Tesla einfach: E-Motor im Heck. Akku im Boden. Vorn und hinten Kofferräume. Das Dach fast komplett Glas. Ein einzigartiges Design, ohne zu schräg zu sein.

Interieur: Reduziert, modern und luftig

Das gigantische Display wird horizontal eingebaut. Herkömmliche Instrumente entfallen.

©Tesla

Das Model 3 wird per Smartphone geöffnet und ist startbereit. Ich nehme Platz – und sitze in der Zukunft. Das Cockpit besteht aus einem Lenkrad mit zwei kleinen Knöpfen, die alles regeln, einem 15-Zoll-Touchscreen und sonst: nichts. Rundinstrumente? Lüftungsdüsen? Schalter? Mittelkonsole mit Gangwahlhebel und Handbremse? All das kommt mir plötzlich uralt vor. Braucht kein Mensch mehr. Dafür Platz, und den habe ich mehr als genug. Trotz 1,92 Metern eine Handbreit überm Kopf (auch hinten!) und im Fond ausreichend Beinfreiheit. Nicht Business-Class, aber Premium-Economy. Frischluft kommt im Model 3 über ein neuartiges Belüftungssystem aus einem einzigen Schlitz.

Fahren: Weich und sportlich im Level 2

Ich fahre eine Runde um das gigantische Tesla-Werk, natürlich per Autopilot (Level 2, heißt, ich hab die Hände immer in Lenkrad-Nähe, kostet 5000 Dollar extra). Die Faszination des Fahrens kenne ich aus Model S und X. Das hier ist aber keine fette Limousine, kein fetter SUV. Das kompakte Format gibt dem “3” eine gewisse Selbstverständlichkeit. Wäre da nicht diese E-typische Gummiband-Beschleunigung. Die stärkere Version mit der größeren Reichweite, die ich fahre, ist in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Die Federung: Ein Kompromiss von amerikanisch weich und sportlich, softer als ein 3er BMW.

Nachteile des Tesla Model 3

Da es kein Head-up-Display gibt, schaue ich oft nach rechts auf das waagerechte Tablet voller Infos. Und weniger auf die Straße. Das ist der Nachteil dieses radikalen Designs. Und: Auch bei Tesla muss der vergleichsweise günstige Preis irgendwo herkommen. Also ist auch Plastik verbaut, der Kofferraum kann nur mechanisch geöffnet werden. Und wer das “offenporige Holzdecor”, doppelte Ablagefächer und zweifachen Handy-Anschluss haben will, zahlt noch mal 5000 Dollar für das “Premium-Package”. Die ersten 30 Model 3 gingen an Mitarbeiter. Sie sollen Kinderkrankheiten melden. Bis Ende 2017 soll die Produktion auf 5000 Autos im Monat hochgefahren werden, dann eine halbe Million pro Jahr. Zunächst nur die teure High-End-Version. Dann wird die lange Liste der Vorbesteller abgearbeitet.

Fazit: Wie kein Auto zuvor bricht das Model 3 mit Traditionen. Dieses Auto lässt niemanden kalt. Was etablierte Hersteller als Zukunftsvisionen per Einzelstück auf Messen stellen, baut Tesla jetzt schon in Serie. BMW, Audi, VW, Daimler – ihr seht gerade ganz alt aus.

Ausstattung: Wenig Auswahl zum Beginn

Tesla räumt Kunden zunächst kaum Wahlmöglichkeiten bei der Ausstattung ein, um die Produktion schnell hochfahren zu können.

Aufpreisliste:

Premium-Interieur: 5000 USD
Autopilot: 5000 USD
vollautonomes Fahren (wenn verfügbar und nur mit Autopilot): 3000 USD
Metallic-Lack: 1000 USD
19-Zoll-Sporträder: 1500 USD

Laden: Kein kostenloses Supercharging

Das Schnellladen an den Superchargern wird voraussichtlich nicht kostenlos sein wie etwa beim Model S und Model X. Möglicherweise bietet Tesla eine nachbuchbare Schnellladefunktion an, diese Option gab es bereits für die Einstiegsversion des Model S mit 60-kWh-Batterie (nicht mehr erhältlich).

Preise und Motoren: Theoretisch ab 21.400 Euro zu haben

Für das Tesla Model 3 haben bereits 400.000 Menschen schon 1000 Euro angezahlt. Und Tesla-Boss Elon Musk erwartet, dass es bald eine Million sein werden. Weil der Preis (in den USA) bei umgerechnet 29.900 Euro beginnt. Abzüglich verschiedener E-Subventionen startet das “E-Auto für alle” bei 21.400 Euro. Theoretisch. Seeehr theoretisch. Tatsächlich wird das Auto (bis zu 500 Kilometer Reichweite und voll ausgestattet), über 60.000 Dollar kosten und mit ein paar Optionen an der 70.000-Dollar-Marke kratzen. Die ersten US-Kunden, die jetzt bestellen, bekommen das Model 3 laut Elon Musk Ende 2018. In Deutschland dürfte das erste private Model 3 vermutlich in 2019 über die Straßen rollen.

Technische Daten:

Model 3 (Standard)
Akku-Größe: k.A. (AUTO BILD vermutet 55 kWh)
Leistung E-Motor: k.A.
Reichweite: bis 350 km*
Ladedauer: 210 km Reichweite/30 Min. (Supercharger)
48 km Reichweite/Std. (32A)
0-100 km/h: 5,6 s
Vmax: 208 km/h
Leergewicht: 1610 kg
Preis (ab Herbst 2017): ab 35.000 USD
 
Model 3 (Long Range)
 Akku-Größe: k.A. (AUTO BILD vermutet 75 kWh)
Leistung E-Motor: k.A.
Reichweite: bis 500 km*
Ladedauer: 272 km Reichweite/30 min (Supercharger)
60 km Reichweite/ Std. (40 A)
0-100 km/h: 5,1 s
Vmax: 224 km/h
Leergewicht: 1730 kg
Preis (ab Juli 2017): ab 44.000 USD
 
Abmessungen
L/B/H 4694/1849/1443 mm
Radstand: 2875 mm
cw-Wert: 0,23
Heckantrieb
Hersteller-Garantie: 4 Jahre oder 80.000 km
Garantie auf Akku: 8 Jahre oder 160.000 km (Standard) bzw. 192.000 km (Long Range)

* EPA-Zyklus (realistischerer US-Wert)

Autoren: Katharina Berndt, Hauke Schrieber