/Telefónica O2: Misstöne begleiten den Start ins freie Europa-Roaming

Telefónica O2: Misstöne begleiten den Start ins freie Europa-Roaming

Verbraucherschützer bemängeln, dass bestimmte O2-Kunden von Telefónica Deutschland von dem Wegfall der Roaming-Gebühren erst dann profitieren, nachdem sie eine SMS an ihren Anbieter geschickt haben.

(Bild: dpa, Rolf Vennenbernd)

Der Mobilfunkanbieter Telefónica O2 setzt die EU-Verordnung zum aufpreisfreien Roaming nicht sauber um, wie Verbraucherschützer meinen: In manchen Tarifen müssen Kunden selbst aktiv werden, bevor sie ohne Zusatzkosten Auslandsverbindungen nutzen können.

Der Start in die erhoffte sorgenfreie Welt des Telefonierens und Surfens in der Europäischen Union ohne Zusatzkosten scheint nicht durchgehend reibungslos zu funktionieren. Drei Monate nach Inkrafttreten der neuen EU-Regelung sehen Verbraucherschützer immer noch Tücken bei der Umsetzung. Im Zentrum der Kritik steht vor allem der europaweit kundenstärkste Anbieter Telefónica O2. Einige Teilnehmer in bestimmten Tarifen müssten per SMS die Umstellung selbst aktivieren, moniert der Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV).

Das aber widerspreche der EU-Verordnung; Verbraucher würden in die Irre geführt. Mitte August habe der Verband deshalb Klage vor dem Münchner Landgericht eingereicht, sagte eine Verbandssprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zu dem laufenden Verfahren wollte sich Telefónica nicht äußern, das Unternehmen verteidigte aber grundsätzlich sein Vorgehen. “Kein Kunde wird benachteiligt, der Wechsel ins neue EU-Roaming ist jederzeit kostenfrei möglich”, beteuerte ein Sprecher des Unternehmens.

Einige Kunden hätten in der Vergangenheit individuelle Roaming-Lösungen gebucht, zum Beispiel das “EU Roaming Flat”-Paket. Diese Nutzer sollten nun selber entscheiden können, ob ein Wechsel sinnvoll ist. Alle anderen seien automatisch umgestellt worden. Es könnte von Vorteil sein, den alten Tarif beizubehalten, wenn man sich beispielsweise häufig in der Schweiz aufhalte, wo die EU-Verordnung nicht gelte, ergänzte der Sprecher.

Bei Vodafone und der Deutschen Telekom lief die Umstellung hingegen bislang glatt und ohne Kritik. Beide Unternehmen hatten allerdings viele ihrer Tarife bereits Monate vor der Abschaffung der EU-weiten Extragebühren für das “Wandern” durch fremde Netze der neuen Regelung angepasst. “Bei uns hat es kaum Änderungen gegeben”, betonte ein Telekom-Sprecher. Es seien zu Beginn Fragen in der Kundschaft aufgetaucht, die Umstellung sei aber ohne Probleme vollzogen worden und bei den Kunden gut angekommen, hieß es auch bei Vodafone. (dpa) /


(jss)