/Tausende protestieren gegen den Kompromiss der griechischen Regierung in Mazedonien

Tausende protestieren gegen den Kompromiss der griechischen Regierung in Mazedonien

Tausende Menschen aus ganz Griechenland versammelten sich am Sonntag in der Hauptstadt Athen, um ihre Ablehnung des möglichen Kompromisses der griechischen Regierung in einem langjährigen Streit mit dem Nachbarn Mazedonien über seinen offiziellen Namen zu bekunden.

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Der Protest folgt einer weiteren Kundgebung in Thessaloniki, Die Hauptstadt der griechischen Provinz Makedonien, vor zwei Wochen, als Tausende demonstrierten gegen den gemunkelten Kompromiss der Regierung.

Der Namensstreit weckt starke Leidenschaften unter den Griechen, die Mazedonien, das von Alexander dem Großen regierte alte Königreich, als integralen Bestandteil ihrer Heimat betrachten. Sie beanspruchen das ausschließliche Recht auf den Namen Mazedonien.

“Mazedonien ist Griechisch und nur Griechisch. Sie versuchen, die Geschichte zu stehlen. Wir alle müssen kämpfen und die Welt wissen lassen”, sagte Allia Sarellis, ein Mitglied der griechischen Diaspora, die aus den Vereinigten Staaten einflogen.

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Was ist in einem Namen?

Der Streit brach aus, nachdem Mazedonien 1991 von Jugoslawien die Unabhängigkeit erlangt hatte. Griechenland sagt, dass der Name seines Nachbarn Ansprüche auf seine eigene Provinz Mazedonien impliziert und will, dass sie sich ändert.

Skopje widerspricht der Behauptung, das Land sei lange Zeit als Makedonien bekannt.

Der Streit hat Griechenland, ein NATO-Mitglied, dazu veranlasst, den Beitritt Mazedoniens zur Allianz seit 2008 zu blockieren.

Griechische Einwände zwangen die Vereinten Nationen, Mazedonien unter dem provisorischen Namen “Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM)” aufzunehmen, der international weiterhin sein offizieller Titel ist.

Neuer Vorstoß zur Beilegung des Streits

Die linksgerichteten Regierungen beider Länder haben vereinbart, dieses Jahr die Verhandlungen zu intensivieren, um den Konflikt zu lösen. Sie haben Gespräche mit UN-Unterhändler Matthew Nimetz geführt, der in den letzten Tagen in beide Länder gereist ist.

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Griechische Beamte bevorzugen einen zusammengesetzten Namen, der das Wort Mazedonien durch Hinzufügen eines Modifikators “Upper”, “New” oder “North” irgendwie qualifiziert. Aber die Vorschläge haben in beiden Ländern zu Protesten geführt.

Zu Beginn dieser Woche erhielt der griechische Außenminister Nikos Kotzias, der die Gespräche leitet, einen Drohbrief, der nach Ansicht der Behörden mit den Versuchen des Ministers zusammenhing, den langjährigen Konflikt zu lösen.

ap / tj (AP, Reuters, AFP)