/Supercomputing 17: OCP-/Azure-Board für Cavium Thunder X2

Supercomputing 17: OCP-/Azure-Board für Cavium Thunder X2

Microsoft Project Olympus: Board mit Cavium ThunderX2

Microsoft Project Olympus: Board mit Cavium ThunderX2

(Bild: Open Compute Project (OCP))

Wenige Tage vor der HPC-Konferenz SC17 hat Cavium im Rahmen des Open Compute Project ein Thunder-X2-Mainboard für Microsoft-Azure-Server “Project Olympus” vorgestellt.

Microsoft kooperiert mit dem Open Compute Project (OCP) und veröffentlicht dort auch die eigenen Entwicklungen für die Azure-Cloud-Rechenzentren. Im Rahmen des Project Olympus sind dort schon neue Server-Mainboards für Prozessoren von AMD (Epyc) und Intel (Xeon Scalable Performance) dokumentiert, nun folgt eines für zwei Cavium ThunderX2: Das dürfte bei seinem Erscheinen der leistungsstärkste ARMv8-A-Prozessor sein.

Die Serverboard-Spezifikation verrät viele neue Details zum bisher nicht sonderlich gut öffentlich dokumentierten ThunderX2, den es in zahlreichen Varianten mit bis zu 54 CPU-Kernen geben soll – vermutlich ab 2018, also etwas später als den deutlich schwächer ausgelegten Qualcomm Centriq 2400.

Auch letzterer wurde – wie der HPE Superdome Flex mit SGI-Technik und 48 TByte – kurz vor der Supercomputing 17 (SC17) vorgestellt, der Konferenz zu High-Performance Computing (HPC) nächste Woche in Denver. Dann erwartet man auch die nächste Top500-Liste.

Anders als der Centriq 2400 kann der ThunderX2 in Multi-CPU-Konfiguration laufen, das Project-Olympus-Board hat zwei Prozessorfassungen. Die Thermal Design Power (TDP) des ThunderX2 liegt mit 195 Watt zwischen AMD Epyc und Intel Xeon-SP.


Cavium ThunderX2 Project Olympus Motherboard

Cavium ThunderX2 Project Olympus: 16 DDR4-RAM-Kanäle mit 24 DIMM-Slots.

(Bild: Open Compute Project, OCP
)

Ebenso wie ein Epyc bindet jeder ThunderX2 acht DDR4-Speicherkanäle mit jeweils ein oder zwei DIMMs (1DPC, 2DPC) an; ein Xeon-SP hat sechs Kanäle.

Das Olympus-Board für zwei ThunderX2 hat 24 DIMM-Slots: je vier DIMM-Kanäle pro CPU sind für 2DPC ausgelegt.

Etwas verwirrend ist die maximale RAM-Menge beschrieben, denn angeblich werden DIMMs mit maximal 64 GByte unterstützt und 24 × 64 verweist auf maximal 1,5 TByte RAM. Als maximale Kapazität wird aber “nur” 1 TByte genannt, das wären 16 × 64 GByte.

Die DIMM-Slots nehmen aber auch nichtflüchtige NVDIMMs auf, die Persistent Memory beispielsweise für Storage- oder Datenbank-Server bereitstellen.

Genau wie die anderen “Project Olympus Motherboards” hat auch das ThunderX2-Board einen PCIe-x32-Slot sowie OCuLink-Buchsen zum PCIe-Anschluss einer NVMe-Backplane. Zudem stehen mehrere Fassungen für NVMe-SSDs im M.2-Format bereit.

Genau wie den ARMv8-A-Chip Centriq 2400 will Microsoft auch den ThunderX2 unter einer Spezialversion von Windows Server für 64-Bit-ARM laufen lassen. Diese Windows-Server-Version ist aber nur für Azure gedacht. Den Centriq 2400 setzt Microsoft dabei anscheinend vor allem in Storage-Servern ein.


(ciw)