/Sturm auf Elbphilharmonie – 11 weitere Schwerverletzte

Sturm auf Elbphilharmonie – 11 weitere Schwerverletzte

Der Auftakt des ersten G20-Gipfels in Deutschland ist von heftigen Krawallen überschattet worden. Die Anfahrt der Staats- und Regierungschefs zum Gipfelgelände in der Hamburger Innenstadt wurde durch Straßenblockaden behindert. Das Partnerprogramm musste wegen der angespannten Sicherheitslage verändert werden. Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump konnte wegen der Ausschreitungen zunächst nicht teilnehmen. Die Polizei forderte Verstärkung aus anderen Bundesländern an. In der Nacht und am Morgen kam es an vielen Stellen der Stadt zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei mit Verletzten auf beiden Seiten. Es gab Zerstörungen und zahlreiche Brände.

G20-Auftakt: Krawall auf der Straße – Ärger am Verhandlungstisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet mit den Staats- und Regierungschef großer Wirtschaftsmächte zunächst über Terrorbekämpfung. Dabei trafen erstmals US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin aufeinander. Trump hatte unmittelbar vor dem Treffen Drohungen gegen Russland ausgesprochen.

Ärger gibt es aber auch innerhalb des westlichen Lagers: Die Europäische Union drohte Trump umgehende Sanktionen an, sollte dieser zulasten europäischer Unternehmen den US-Stahlmarkt abschotten. “Wir sind in gehobener Kampfesstimmung”, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Protektionismus sei “absolut der falsche Weg”. Trump hatte im April eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die klären soll, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit in den USA beinträchtigen. Sie könnte eine Beschränkung der Einfuhren zur Folge haben.

Das erste G20-Gipfeltreffen in Deutschland wird von etwa 19 000 Polizisten geschützt. Für Freitagabend wurde eine weitere Demonstration unter dem Motto “G20 entern” angekündigt. Ab 6.00 Uhr bis Samstagnachmittag 17.00 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt ein Versammlungsverbot. Dann etwa endet das G20-Treffen.

G20-Demo “Welcome to Hell” eskaliert – Weitere Proteste am Freitag

Die Protest-Aktion “Welcome to Hell” am Donnerstagabend endete mit Zusammenstößen zwischen G20-Gegnern und der Polizei. Die Polizei setzte während und nach der Autonomen-Kundgebung Wasserwerfer ein, gewalttätige Demonstranten warfen Flaschen auf die Beamten. In einigen Straßen der Innenstadt brannten Barrikaden, Schaufenster wurden eingeschlagen. Die Polizei sprach von mindestens 76 verletzten Beamten, einer der “Welcome to Hell”-Initiatoren von “zahlreichen” Verletzten auf Seiten der Demonstranten.

Etwa 1000 Vermummte hatten sich nach Angaben der Polizei unter die rund 12 000, überwiegend friedlichen Demonstranten gemischt. Die Beamten stoppten den Zug kurz nach dem Start und setzten Pfefferspray sowie Wasserwerfer ein. Aus den Reihen der Demonstranten flogen Flaschen, Feuerwerk wurde gezündet. Die Menge wurde auseinandergetrieben. An vielen Orten in der Innenstadt gab es anschließend Scharmützel, kleinere Barrikaden wurden errichtet und angezündet. Die Veranstalter warfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor. Auch das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilte die Polizei-Strategie. Nach Angaben des Demo-Veranstalters hatte es am Abend mehrere Festnahmen gegeben.

Alle wichtigen Entwicklungen zum G20-Gipfel in Hamburg lesen Sie HIER im News-Ticker:

+++ Freitag, 07.07.2017, 18:03 Uhr:Putin und Trump sprachen länger als zwei Stunden miteinander +++

Das erste Treffen der Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin ist am Freitag in Hamburg erst nach über zwei Stunden zu Ende gegangen. Die Präsidenten aus den USA und Russland sprachen am Rande des G20-Gipfels deutlich länger miteinander als geplant, wie russische Agenturen meldeten. Zum Auftakt sagten beide, dass sie auf eine Verbesserung der angespannten bilateralen Beziehungen hoffen. Durch das lange Gespräch verzögerte sich auch Trumps und Putins Eintreffen zum Abendprogramm des Gipfels in der Hamburger Elbphilharmonie. Es wurde erwartet, dass US-Außenminister Rex Tillerson in Kürze über den Inhalt des Gesprächs informiert.

+++ Freitag, 07.07.2017, 18:03 Uhr: Neue Zusammenstöße mit der Polizei im Stadtteil St. Pauli? +++

Gewaltbereite Demonstranten in Hamburg bereiteten sich am frühen Abend offenbar auf neue Zusammenstöße mit der Polizei im Stadtteil St. Pauli vor. In Seitenstraßen der Reeperbahn und in der nahen Hafenstraße wurden Barrikaden aus Bauzäunen und Mülltonnen errichtet. Die Polizei versprühte Tränengas. Zeitgleich trafen die Staats- und Regierungschefs zum Abendprogramm in der Elbphilharmonie ein.

+++ Freitag, 07.07.2017, 18:23 Uhr: Journalisten Akkreditierung entzogen +++

 

Mehreren deutschen Journalisten sind während der Berichterstattung vom G20-Treffen in Hamburg die Akkreditierungen entzogen worden. Betroffen waren unter anderem Reporter von “Weser-Kurier” und “Junge Welt”, wie die Tageszeitungen am Freitag berichteten. Das Bundeskriminalamt bestätigte, dass “in einigen Fällen” wegen sicherheitsrelevanter Erkenntnisse Akkreditierungen entzogen worden seien. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestierte gegen das Vorgehen.

Der “Weser-Kurier” in Bremen teilte mit, seinem Fotografen Rafael Heygster sei die Berichterstattung über den G20-Gipfel untersagt und die Akkreditierung entzogen worden. Eine Begründung sei nicht genannt worden. Die Zeitung kündigte an, anwaltlich gegen den Ausschluss vorzugehen.

Die Tageszeitung “Junge Welt” berichtete, Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) hätten ihrem Reporter Willi Effenberger beim Betreten des Zentrums auf dem Messegelände die Akkreditierungspapiere weggenommen. Mindestens drei weitere Pressevertreter seien bis zum Mittag ebenfalls betroffen gewesen.

Das Bundeskriminalamt teilte auf Twitter mit, die Sicherheitsbehörden prüften, ob sicherheitsrelevante Erkenntnisse vorlägen, die gegen eine Akkreditierung sprächen. Das Bundespresseamt (BPA) entscheide dann gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden über einen möglichen Entzug der Akkreditierung. In einigen Fällen sei dies der Fall gewesen.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestierte gegen den Entzug der Akkreditierungen. “Journalisten sind Berichterstatter und nicht Krawallmacher”, sagt der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Das seien völlig willkürliche Entscheidungen, die unverzüglich revidiert werden müssten.

+++ Freitag, 07.07.2017, 18:03 Uhr: Merkel: Schwierige Gespräche zu Klimaschutz +++

Im Streit über Formulierungen zur Klimapolitik zeichnet sich auf dem G20-Gipfel in Hamburg nach den ersten Gesprächsrunden noch keine Lösung ab. Kanzlerin Angela Merkel sagte am frühen Freitagabend vor Journalisten, die allermeisten Staats- und Regierungschefs hätten sich zum Pariser Klimaabkommen bekannt. Bedauerlicherweise hätten sich die USA aber von dem Vertrag verabschiedet. Das spiele in der Diskussion natürlich eine Rolle.

US-Präsident Donald Trump sei vor seinem ersten offiziellen Treffen im kleinen Kreis mit Russlands Staatschef Wladimir Putin noch kurz in der Sitzung zum Thema Klima dabei gewesen und habe auch das Wort ergriffen. Sie könne aber noch nicht sagen, wie die G20 die verschiedenen Meinungen bis diesen Samstag sortieren würden, sagte die Kanzlerin. Der Gipfel soll am Samstagnachmittag enden.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:59 Uhr: G20-Gipfel will UN-Reaktion auf jüngsten Raketentest Nordkoreas +++

Die G20-Staaten haben sich für eine Reaktion des UN-Sicherheitsrates auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas ausgesprochen. Man hoffe gemeinsam auf eine «angemessene Antwort» durch das Gremium, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag nach den ersten G20-Gesprächen in Hamburg. Die Entwicklung in Nordkorea sei von allen Staats- und Regierungschefs, die sich dazu geäußert hätten, als “sehr bedrohlich” bezeichnet worden.

Ob es auch Übereinstimmung in der Frage gibt, wie die Reaktion des UN-Sicherheitsrates aussehen sollte, sagte Merkel nicht. Theoretisch könnte er zum Beispiel weitere Sanktionen auf den Weg bringen.

Nordkorea hatte am Dienstag erstmals eine Interkontinentalrakete getestet. US-Präsident Donald Trump drohte Machthaber Kim Jong Un daraufhin mit einer harten Reaktion. Die Regierung in Washington befürchtet unter anderem, dass das isolierte Land mit Atomsprengköpfen versehene Langstreckenraketen baut, die US-Territorium erreichen können.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:55 Uhr: Merkel an Elbphilharmonie angekommen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Abend an der Elbphilharmonie angekommen, wo sich die G20-Gipfelteilnehmer zu einem Konzert treffen wollten. Sie kam kurz vor 18 Uhr mit einem Wagen.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:54 Uhr: Notstand und Katastrophenfall nicht ausgerufen +++

Trotz der gewalttätigen Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg mit zahlreichen Verletzten sind weder der Notstand noch der Katastrophenfall ausgerufen worden. Darauf wies die Polizei auf Twitter ausdrücklich hin – “aufgrund diverser Anfragen”, wie es hieß.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:52 Uhr: Kundgebung aufgelöst – Demonstranten verschwunden +++

Die Kundgebung an den Landungsbrücken löste sich am frühen Abend auf. Es waren nur noch einige Vermummte übrig geblieben. Unklar blieb zunächst, wo mehrere tausend Demonstranten hingezogen sind.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:45 Uhr: Geschäfte in Hamburger Innenstadt bereits geschlossen +++

Die Warenhäuser und Geschäfte in der Hamburger Innenstadt haben wegen der G20-Ausschreitungen früher als angekündigt geschlossen. Seit dem späten Vormittag hätten die Läden nach und nach dicht gemacht, sagte City-Managerin Brigitte Engler. «Die Unternehmen waren in Sorge um ihre Mitarbeiter angesichts der in den Netzen verbreiteten Fotos und Videos.» Vom ausfallenden Umsatz habe keiner mehr gesprochen. Ursprünglich wollten die Geschäfte in der Innenstadt und in den Passagen mindestens von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet haben.

Die Haupteinkaufsmeilen um Mönckebergstraße, Jungfernstieg und Gänsemarkt waren am Freitagnachmittag im Vergleich zu normalen Werktagen nahezu leer. Das City-Management bezifferte die erwarteten Umsatzausfälle in der Innenstadt durch den G20-Gipfel auf rund 15 Millionen Euro. Auch in der Hafencity blieben Geschäfte geschlossen.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:44 Uhr: Erneut Autos angezündet +++

Bei den G20-Krawallen sind erneut Autos angezündet worden. Oberhalb der Hamburger Landungsbrücken, wo die Polizei rund 6000 Demonstranten am Vorrücken auf die Elbphilharmonie hinderte, brannten zwei Wagen. Seit Beginn der Ausschreitungen am Donnerstag sind bereits mehrere Dutzend Autos vor allem im Hamburger Westen in Flammen aufgegangen, wie die Sprecher der Feuerwehr sagte.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17.42 Uhr: Merkel: G20 ringen um Kompromiss zu Handel +++

Die G20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte ringt beim Gipfel in Hamburg weiter um einen Kompromiss zur Handelspolitik. Am Rande der Beratungen der G20-Staats- und Regierungschefs sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag: “Hier sind die Diskussionen sehr schwierig. Da will ich gar nicht drumrum reden.” Hintergrund ist der Abschottungskurs von US-Präsident Donald Trump.

Von den “allermeisten” G20-Teilnehmern sei darauf hingewiesen worden, dass “wir einen freien, aber auch fairen Handel brauchen”, sagte Merkel. Die Welthandelsorganisation WTO sei in ihrer Bedeutung noch einmal herausgestellt worden.

Allerdings werden die G20-Unterhändler (“Sherpas”) Merkel zufolge in den Verhandlungen über die G20-Abschlusserklärung zum Handel in der Nacht zu Samstag “noch ein großes Stück Arbeit vor sich haben”. Sie hoffe, dass es dann an diesem Samstag zum Abschluss des G20-Gipfels ein “gutes Resultat” geben werde, sagte die Kanzlerin.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:37 Uhr: Merkel verurteilt Krawalle am Rande des Hamburger G20-Treffens +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Krawalle mit hunderten verletzten Polizisten und Demonstranten am Rande des G20-Treffens scharf kritisiert. “Ich habe jedes Verständnis für friedliche Demonstrationen, aber gewalttätige Demonstrationen bringen Menschenleben in Gefahr”, sagte sie am Freitag nach den ersten Gesprächsrunden im G20-Kreis in Hamburg. “Deshalb ist das nicht zu akzeptieren.” Bei den gewalttätigen Ausschreitungen brächten Menschen sich selbst, Polizisten und Anwohner in Gefahr.

Sie danke den Einsatzkräften und schätze deren sehr harte Arbeit, sagte Merkel. “Mein gesamter Rückhalt gilt den Sicherheitskräften, die hier in diesen Stunden ihren Dienst tun. Und das ist ein sehr harter Dienst und deshalb sind wir sehr dankbar.”

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:35 Uhr:Polizeipräsident entschuldigt sich für Verkehrschaos zum G20-Gipfel +++

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer hat sich für das Verkehrschaos vor Beginn des G20-Gipfels am Donnerstag entschuldigt. Was die Autofahrer zum Teil über Stunden hätten erdulden müssen, sei “sicherlich nicht in Ordnung gewesen”, sagte er am Freitag. Vor allem die Stadtteile Alsterdorf, Eppendorf und Winterhude seien betroffen gewesen. Mehr Delegationen als erwartet seien bereits am Donnerstag angereist. Man habe zwar versucht, die Autofahrer über die Verkehrsnachrichten zu informieren. “Doch anscheinend sind doch viele überrascht worden”, sagte Meyer.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:21 Uhr: Trump als schreiendes Baby mit vollen Windeln +++

Greenpeace-Aktivisten haben mit einer Trump-Plastik auf der Elbe für den Klimaschutz protestiert. Die Umweltschützer zogen eine sieben Meter hohe Figur des US-Präsidenten Donald Trump auf einem Ponton vor das Konzerthaus Elbphilharmonie. Dort wollten die G20-Teilnehmer am Abend ein Konzert besuchen. Die Plastik zeigt Trump als schreiendes Baby mit vollen Windeln auf einem Globus sitzend. In den Händen hält er das zerrissene Pariser Klimaabkommen.

“Die anderen G20-Chefs können nicht darauf warten, bis Donald Trump erwachsen wird”, erklärte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid dazu. Trump hatte den Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen angekündigt.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:16 Uhr: Demonstranten wollen Elbphilharmonie erreichen +++

Die Polizei drängte die Demonstranten an den Hamburger Landungsbrücken mit Hilfe von Wasserwerfern ab. Die Protestierer hatten versucht, sich der rund einen Kilometer entfernten Elbphilharmonie zu nähern. Dort soll am Abend ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs stattfinden.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:14 Uhr: Elf Schwerverletzte bei Einsturz eines Absperrgitters +++

Auf der Flucht vor der Polizei sind am frühen Freitagmorgen im Hamburg elf Anti-G20-Demonstranten schwer verletzt worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, stürzten sie bei dem Versuch, mit einer größeren Gruppe von Demonstranten in Hamburg-Bahrenfeld über eine Mauer mit Absperrgitter zu klettern, aus etwa vier Metern Höhe ab, weil das Absperrgitter unter der Last zusammenbrach. Sie wollten sich den Angaben zufolge Zugang zu einem Firmengelände verschaffen. 13 Demonstranten, die sich zum Teil schwer am Kopf verletzten, wurden in Krankenhäuser gebracht. 65 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Hamburg waren mit zwölf Rettungswagen, fünf Notarzteinsatzfahrzeugen und zwei Löschfahrzeugen im Einsatz.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:10 Uhr: G20-Gegner wollen übers Wasser zum Gipfel +++

G20-Gegner versuchten mit Schlauchbooten, sich der Elbphilharmonie von der Wasserseite zu nähern. Etwa 15 Boote näherten sich der Sperrung auf der Elbe mit hoher Geschwindigkeit. Mehrere Aktivisten sprangen rund 200 Meter vor der Elbphilharmonie über die Sperrlinie ins Wasser, dort wurden sie von der Wasserpolizei umringt.

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:05 Uhr: Weg für Rettungswagen versperrt +++

Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Ausschreitungen an den Landesbrücken unter Kontrolle zu bringen. Flaschen und Steine flogen aus Demonstrantengruppen auf Beamte. Die Feuerwehr twitterte: “Lasst unsere Rettungskräfte an den #Landungsbruecken zu einem Notfall!! Wir kommen nicht durch!!”

+++ Freitag, 07.07.2017, 17:02 Uhr: Banken schließen Filialen in Hamburg vorübergehend +++

Nach Krawallen im Zuge des G20-Gipfels haben etliche Banken ihre Filialen in Hamburg am Freitag vorübergehend geschlossen. Die Postbank schloss sämtliche Filialen im Hamburger Stadtgebiet, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Auch die Hamburger Sparkasse öffnete viele Filialen nicht. “Wir sind im engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden und haben aufgrund der Sicherheitslage die Filialen im Innenstadtbereich nicht geöffnet”, sagte eine Haspa-Sprecherin. Zusätzlich seien in umliegenden Stadtteilen wie Rothenburgsort und Wilhelmsburg einzelne Filialen aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen, hieß es.

Etliche Finanzanbieter informierten ihre Kunden mit Schildern über die kurzfristigen Schließungen, die bei Anwohnern für Unmut sorgten. Zur Zahl der von Sachschäden betroffenen Bankfilialen konnte die Polizei am Freitag zunächst keine Angaben machen.

+++ Freitag, 07.07.2017, 16:56 Uhr: Trump und Putin äußern Hoffnung auf bessere Beziehungen +++

US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin haben ihr erstes lange erwartetes persönliches Gespräch geführt. Die beiden setzten sich mit einigen wenigen Begleitern am Freitag beim G20-Gipfeltreffen in Hamburg zusammen. Putin sagte, er wolle die drängendsten bilateralen und internationalen Fragen besprechen und hoffe “auf positive Ergebnisse”. Trump sagte, er hoffe, “dass positive Dinge geschehen”.

Das russisch-amerikanische Verhältnis ist so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Trump reagierte nicht auf den Zuruf von Reportern, ob er die mutmaßliche russische Einmischung in die US-Wahl ansprechen werde. Nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten haben russische Hacker versucht, durch den Diebstahl von Daten der Demokratischen Partei die Wahl zu beeinflussen.

+++ Freitag, 07.07.2017, 16:51 Uhr: Polizei warnt Autofahrer +++

Nach den langen Staus am Vortag in einigen Stadtteilen hat die Hamburger Polizei die Autofahrer am Freitag aufgefordert, ihre Wagen stehen zu lassen. «Aufgrund der derzeitigen Krawalle empfehlen wir, nicht mit dem Fahrzeug in die Innenstadt zu fahren.» Aber auch für S- und U-Bahnfahrer sah es nicht gut aus: «An den Landungsbrücken werden Gegenstände auf die Schienen geworfen. Es kommt zu Störungen im U-Bahn-Verkehr», twitterte die Polizei. Laut Bundespolizei war auch der S-Bahnverkehr zwischen Altona und Hauptbahnhof am späten Nachmittag unterbrochen.

+++ Freitag, 07.07.2017, 16:20 Uhr: Einsatzkräfte mit Gegenständen beworfen +++

+++ Freitag, 07.07.2017, 16:19 Uhr: Polizeipräsident Meyer verteidigt G20-Einsatz +++

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer hat den Einsatz bei der in Krawalle ausgearteten “Welcome to Hell”-Demonstration verteidigt. Er sei sich “absolut sicher”, dass der Einsatz verhältnismäßig gewesen sei. “Wir beurteilen solche Situationen ja immer mit unseren Juristen, die quasi im Einsatz zuschauen”, sagte er am Freitagnachmittag in der Hansestadt. 45 Minuten lang habe man am Donnerstagabend versucht, die Versammlung zu realisieren. Doch der Schwarze Block sei nicht bereit gewesen, die Vermummung abzulegen. “Vermummung dient zur Vorbereitung von Straftaten”, betonte Meyer. Man habe nichts anderes machen können, als den schwarzen Block von den friedlichen Demonstranten zu trennen. “Es geht darum, eine freie Versammlung zu realisieren für die, die sich eben nicht vermummen.”

+++ Freitag, 07.07.2017, 16:00 Uhr: Demonstranten auf dem Weg zu den Landungsbrücken +++

+++ Freitag, 07.07.2017, 15:30 Uhr: Bus-Verkehr in der Innenstadt eingestellt +++

+++ Freitag, 07.07.2017, 14:45 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft G20-Demonstanten zur Ordnung +++

In einem Interview mit der “Bild”-Zeitung hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die G20-Chaoten zur Ordnung aufgerufen. “Brutale Gewalt hat auf unseren Straßen nichts zu verloren. Sie hat keine Rechtfertigung und kann nicht mit Verständnis rechnen. Meinen Respekt haben diejenigen, die wie von unserer Verfassung garantiert – auch ihren Protest – zum Ausdruck bringen und die Polizisten, die es mit ihrem Einsatz ermöglichen, dass Deutschland ein guter Gastgeber für wichtige und notwendige Gespräche sein kann”, zitiert “Bild” Steinmeier.

+++ Freitag, 07.07.2017, 13:39 Uhr: Diplomaten: Trump lobt sich in erster G20-Arbeitssitzung selbst +++

US-Präsident Donald Trump hat seinen Redebeitrag in der ersten Arbeitssitzung des G20-Gipfels für ein Eigenlob genutzt. Trump habe berichtet, wie gut es der US-Wirtschaft gehe, seitdem er im Amt sei, hieß es am Freitag in Hamburg. Zudem habe er sich über die nordkoreanischen Raketentests geäußert, obwohl dies gar nicht Thema gewesen seien.

Trump war den Angaben aus Diplomatenkreisen zufolge der erste Staats- und Regierungschef, dem Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel in der Gesprächsrunde zum Thema Wirtschaft und Handel das Wort erteilte. Danach ließ die Bundeskanzlerin EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker reden. Der Luxemburger grenzte sich den Angaben zufolge deutlich von Trump ab, indem er sich im Namen der EU klar für offenen multilateralen Handel aussprach und über die erst am Donnerstag getroffene Grundsatzeinigung für ein europäisch-japanisches Freihandelsabkommen sprach.

+++ Freitag, 07.07.2017, 13:50 Uhr: Polizist mit Eisenstange attackiert +++

+++ Freitag, 07.07.2017, 13:27 Uhr: Polizeigewerkschafter Wendt: Polizei hat Lage in Hamburg im Griff +++

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hält die Situation rund um die Anti-G20-Proteste in Hamburg für absolut beherrschbar. “Die Polizei hat die Lage im Griff”, sagte Wendt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. “Wir sind von bürgerkriegsähnlichen Zuständen weit entfernt.”

+++ Freitag, 07.07.2017, 13:27 Uhr: Polizei: Bei G20-Krawallen 159 verletzte Beamte und 45 Festnahmen +++

Bei den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg sind nach Angaben der Polizei bisher 159 Beamte verletzt worden (Stand: 12.20 Uhr). Dabei handele es sich um Polizisten und Bundespolizisten, hieß es am Freitag bei der Hamburger Polizei. 45 Menschen seien festgenommen und 12 in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Bundespolizei berichtete, einer ihrer Beamten habe am Freitag Schnittverletzungen erlitten, als rund 60 Vermummte die Bundespolizei im Bahnhof Hamburg-Altona angegriffen hätten. Mit einem Hammer seien die Scheiben am Wagen des darin sitzenden Beamten eingeschlagen worden.

VIDEO: Impressionen aus einer belagerten Stadt

+++ Freitag, 07.07.2017, 13:23 Uhr: Wegen Sicherheitslage: G20-Partnerprogramm geändert +++

Das Partnerprogramm für die Eheleute beim G20-Gipfel in Hamburg wird angesichts der angespannten Sicherheitslage geändert. Nach dpa-Informationen soll ein bisher geplanter Termin im Klimarechenzentrum nun durch Vorträge der Experten im Hotel Atlantik ersetzt werden.

+++ Freitag, 07.07.2017, 12:34 Uhr: Demonstranten hindern Melania Trump an Verlassen der Unterkunft +++

Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump ist von Demonstranten an der Teilnahme am Partnerprogramm des G20-Gipfels gehindert worden. “Wir haben von der Polizei bisher keine Sicherheitsfreigabe zum Verlassen des Gästehauses”, sagte eine Sprecherin von Melania Trump der Deutschen Presse-Agentur.