/Studie: Twitter-Aktivitäten der Kandidaten hatten messbare Auswirkungen auf britisches Wahlergebnis

Studie: Twitter-Aktivitäten der Kandidaten hatten messbare Auswirkungen auf britisches Wahlergebnis

Studie: Twitter-Aktivitäten der Kandidaten hatten messbare Auswirkungen auf britisches Wahlergebnis

Lassen sich Wähler durch Beiträge von Kandidaten in sozialen Medien beeinflussen? Die Ergebnisse einer Studie von Forschern am Oxford Internet Institute sprechen dafür.

Twitter und andere soziale Medien sind zu einer festen Größe in der Politik geworden. Wie groß ihr Einfluss konkret ist, ließ sich bislang aber kaum sagen, weil er sich schlecht von anderen Faktoren trennen lässt. Britische Forscher haben sich jetzt die Tatsache zunutze gemacht, dass in Großbritannien zwei Parlamentswahlen relativ kurz nacheinander stattfanden, und anhand von Vergleichen versucht, den Einfluss von Twitter darauf zu isolieren. Demnach hatten die Twitter-Aktivitäten der Kandidaten tatsächlich messbare Auswirkungen auf das Wahlergebnis, wie Technology Review online in „Stimmen fangen mit Twitter“ berichtet.

Die letzten regulären Parlamentswahlen in Großbritannien fanden im Mai 2015 statt, gefolgt von einer kurzfristig angesetzten Neuwahl nach dem Brexit-Referendum im Juni 2017. Dieser relativ kurze Abstand macht die Annahme plausibel, dass sich die allgemeinen Nutzungsmuster bei sozialen Medien in dem Zeitraum nicht stark verändert haben. Somit sahen die Forscher vom Oxford Internet Institute eine gute Gelegenheit, den Zusammenhang zwischen der Twitter-Aktivität der Kandidaten auf das Wahlergebnis zu analysieren.

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass Politiker ihren Stimmanteil um 1 Prozent steigern konnten, wenn sie die Zahl ihrer Tweets um einen Faktor zwischen 0,28 und 1,75 erhöhten. Dies klingt zunächst einmal unbedeutend, ist im britischen Mehrheitswahlsystem aber durchaus relevant: „In rund 14 Prozent der Wahlbezirke, die unserer Untersuchung zugrundeliegen, lag der Abstand unter 5 Prozentpunkten, und in 4 Prozent der Bezirke unter 1 Prozentpunkt“, schreiben die Forscher in ihrer Studie, und weiter: „Insgesamt sprechen die Daten dafür, dass die Nutzung von sozialen Medien in Wahlkämpfen einen konkreten und erheblichen Unterschied macht.“

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)