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Standortübermittlung bei Notruf: Apple zu Unterstützung aufgerufen

Standortübermittlung bei Notruf: Apple zu Unterstützung aufgerufen


Leo Becker



Eine Notruforganisation hat den iPhone-Hersteller aufgefordert, endlich eine Technik in iOS zu unterstützen, die die automatische Übermittlung des Aufenthaltsortes an Rettungsdienste ermöglicht. Android bietet die Funktion schon seit längerem.

Apple iPhone 7 32GB schwarz

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Für die “Sicherheit der Nutzer” sollte Apple das quelloffene Protokoll Advanced Mobile Location (AML) endlich auf dem iPhone unterstützen, fordert die europäische Notruforganisation EENA (European Emergency Number Association). Die Übermittlung des exakten Standortes ist im Fall eines Notrufes schließlich essentiell für eine effektive Hilfeleistung, betont die Organisation. Der Anrufer wisse oft nicht, wo er gerade ist oder gebe irrtümlich eine falsche Position durch.

Auf Mobiltelefonen mit AML-Integration soll deshalb das Gerät im Fall eines Notrufs automatisch den möglichst genauen Standort (anhand von GPS-Daten oder WLAN-Triangulation) erfassen und diesen per SMS an die Rettungsleitstelle übermitteln. Die Technik muss vom Hersteller in das Betriebssystem integriert und von den lokalen Netzbetreibern unterstützt werden.

Notruffunktion in Android bereits integriert

Google hat mit Android Emergency Location (AEL) eine entsprechende Technik schon im Sommer 2016 eingeführt und auf allen Geräten bis hinab zu Android-Version 2.3 verfügbar gemacht. iPhone-Nutzer sind deshalb im Notfall “klar benachteiligt zu Android-Nutzern”, erklärt die Organisation. Apple kenne die Technik, hat sie bislang aber nicht integriert. Man habe “über Monate versucht”, einen Kontakt zu dem Konzern herzustellen, um gemeinsam an der Implementation zu arbeiten, schreibt die Notruforganisation – dies habe “leider zu keinem Ergebnis geführt”. Von Apple liegt bislang keine Stellungnahme vor.

AML ist derzeit in Großbritannien, Niederösterreich, Belgien, Island, Litauen, Estland und Neuseeland aktiv. Acht weitere europäische Länder testen die Technik momentan, erklärte die Organisation gegenüber Mac & i auf Nachfrage – sie soll dort in den kommenden Wochen oder Monaten eingeführt werden. Ländernamen könne man aus Datenschutzgründen noch nicht nennen.

Apple mit eigener “Notruf SOS”-Funktion



Notruf Apple Watch

Auf der Apple Watch können Nutzer per Tastendruck einen Notruf auslösen.

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Bild: Apple


Die Apple Watch bietet bereits eine eigene “Notruf SOS”-Funktion, die per Tastenkombination einen Notruf absetzt. Dabei wird “möglicherweise” der Standort an die Leitstelle übermittelt – ”unabhängig davon, ob die Ortungsdienste aktiviert sind oder nicht.”

Welche Technik Apple für die Standortfreigabe einsetzt und in welchen Ländern diese unterstützt wird, bleibt unklar. Nutzer können zudem Notfallkontakte definieren, die dann ebenfalls in Kenntnis gesetzt werden – und den Standort auch über einen längeren Zeitraum einsehen können. Eine ähnliche SOS-Funktion ist auch für das iPhone geplant, sie wurde schon mit iOS 10.2 eingeführt, ist bislang aber nur in Indien aktiv. iOS 11 schaltet dies möglicherweise im Herbst global frei.


(lbe)