/Sport 4.0: Virtuelle Athleten und digitale Arenen

Sport 4.0: Virtuelle Athleten und digitale Arenen

Sport 4.0: Virtuelle Athleten und digitale Arenen


Hans-Arthur Marsiske

Sind E-Sports die Zukunft des Sports und wenn ja, was bedeutet das für andere Sportarten? Dieser und anderen Fragen, auch zum VR-Hype widmet sich gerade ein Kongress in Hamburg.

“The Virtual Reality of Sports” lautet der Titel des 17. Hamburg Congress on Sports, Economy and Media, der sich am Montag und Dienstag an der Hafencity Universität versammelt, um über die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Sport zu diskutieren. Am ersten Tag steht dabei die journalistische und mediale Verarbeitung von Sportereignissen im Mittelpunkt, während es am zweiten Tag schwerpunktmäßig um Auswirkungen auf den Sport selbst und unter dem Stichwort “E-Sports” um die Entstehung ganz neuer Sportarten gehen soll.

Entstanden ist die alljährlich stattfindende Veranstaltung im Jahre 2002, um die Bewerbung der Stadt als Austragungsort für die Olympischen Spiele zu unterstützen. Till Wewer (Universität Lüneburg) erinnerte in seinem Vortrag daran, dass die Ablehnung der Olympiabewerbung durch die Hamburger Bevölkerung gezeigt habe, wie genau die Öffentlichkeit Kosten und Nutzen solcher Großveranstaltungen abwäge. Insbesondere achteten die Bürger auch sehr genau darauf, wer den Nutzen davontrage – und wer dafür zahle.

Es werden nicht mehr Sportfans

Am Beispiel des Baus neuer Stadien zeigte er, wie solche Projekte häufig mit Annahmen über künftige höhere Zuschauerzahlen und damit verbundene höhere Einnahmen angepriesen würden, die auf sehr tönernen Füßen stünden. In der Regel werde durch solche Maßnahmen keine neue Nachfrage generiert, sondern lediglich die alte verschoben. Schließlich hätten die Zuschauer nur begrenzte Budgets an Zeit und Geld. So sei in Hamburg der Zuschauerschwund in einzelnen Sportarten wie Handball und Eishockey in den letzten zehn Jahren durch Zugewinne in anderen Sparten aufgefangen worden, die Gesamtzahl der Personen, die Sportereignisse besuchten, aber ungefähr gleich geblieben.

Die Frage, ob E-Sports Wege eröffneten, um neue Fans zu gewinnen und an Vereine zu binden, stellte Wewer in den Raum, ohne sie zu beantworten. In jedem Fall, so seine Forderung, müsse dabei geklärt werden, wem die Fans und Zuschauer weggenommen werden. Im 21. Jahrhundert reiche es nicht mehr aus, sich nur auf die vermeintlich positiven Wirkungen zu berufen.