/Spiele-Streaming: GeForce Now Beta für Macs in Europa gestartet

Spiele-Streaming: GeForce Now Beta für Macs in Europa gestartet

Spiele-Streaming: GeForce Now Beta für Macs in Europa gestartet


Holger Zelder

Über einen Umweg will Grafikkartenhersteller Nvidia aktuelle PC-Titel auf Macs bringen: Bei GeForce Now rendern Server das Spielegeschehen und streamen es übers Internet auf private Apple-Rechner – eine schnelle Leitung vorausgesetzt.

Grafikchip-Hersteller Nvidia hat seinen Streaming-Dienst GeForce Now in Europa gestartet: Abonnenten können damit über eine Internet-Verbindung auf ihren Macs PC-Titel spielen. GeForce Now überträgt den Bildschirminhalt auf den Mac und umgekehrt die Maus- und Tastatureingaben des Mac-Nutzers an den Dienst. Die Rechenarbeit erledigen Nvidias Server, in denen Tesla-Grafikprozessoren werkeln.

Auch neuere Titel, die (noch) nicht für macOS entwickelt wurden, etwa “Cuphead”, “Overwatch”, “Playerunknown’s Battlegrounds” oder “Shadow of War” sollen so ohne Windows-Installation auf Apple-Hardware laufen.

Spiele selbst mitbringen

Die Titel muss man allerdings selbst besitzen: Nvidias Streaming-Dienst umfasst keine Spiele, greift aber auf Plattformen wie Battle.net oder Steam zurück. Dafür loggt man sich in der GeForce-Now-App mit dem entsprechenden Account ein und verifiziert so den Besitz der Spiele. Sie stehen dann direkt auf dem Server bereit und starten innerhalb von knapp 30 Sekunden. Auf dem Mac installieren muss man sie nicht. Nvidia legt für die unterstützten Spiele angepasste Einstellungen fest, die beim Start geladen werden.

Die Leistung des Cloud-Dienstes soll in etwa der eines anspruchsvollen Gaming-PC samt Geforce GTX 1080 Ti entsprechen. Der Hersteller verspricht, etwa 60 Frames pro Sekunde bei Full-HD-Auflösung zu liefern.

Auch für betagte Hardware

GeForce Now setzt mindestens macOS 10.10 Yosemite voraus. Die Internet-Verbindung muss einen Downstream von mindestens 25 MBit/s, besser 50 MBit/s liefern. Damit soll die Latenz etwa 30 Millisekunden betragen. Steht zwischenzeitlich eine geringere Bandbreite zur Verfügung, soll GeForce Now Details und Auflösung verringen, um die Latenz niedrig zu halten. Nvidia empfiehlt die Nutzung einer Ethernet-Verbindung oder eines 5-GHz-WLANs. Außerdem rät der Hersteller zur Benutzung von USB-Gaming-Mäusen, da Apples Magic Mouse keine separate linke und rechte Maustaste besitzt. Einige Gamepads von Logitech oder Sonys DualShock-4-Controller werden ebenfalls unterstützt. Weitere Anforderungen nennt Nvidia nicht.

Aktuelle Titel sollen mit GeForce Now selbst auf schwächeren Modellen wie dem MacBook mit 12 Zoll oder älteren Macs problemlos laufen: Der Hersteller listet unter anderem iMacs von 2009 als kompatibel zu GeForce Now. Bei einem Pressetermin in London führten Nvidia-Mitarbeiter der Mac & i-Redaktion die Spiele “Playerunknown’s Battlegrounds” und “Fortnite” unter anderem auf einem MacBook Pro von 2012 vor. Die Titel liefen flüssig und verzögerungsfrei darauf.

Preis noch unbekannt

Zum Europastart sind Spiele und Interface beim Streaming-Dienst noch englischsprachig. Die deutsche Lokalisierung soll demnächst folgen; ein genauer Termin steht noch nicht fest. Bis Ende 2017 bleibt die GeForce-Now-Beta gratis. Zum geplanten Preis wollte sich Nvidia noch nicht äußern. Für die Nvidia-Shield-Konsole kostet das Abo 10 Euro pro Monat. In den USA ist die GeForce Now Beta für Macs bereits seit März verfügbar. Für Windows-PCs soll das Angebot später starten.


(hze)