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Spiele-Engine Unity 2017.2 zielt vor allem auf 2D-Entwicklung und Extended Reality

Die Spiele-Engine enthält umfangreiche 2D-Werkzeuge, darunter einen Tilemap-Editor. Außerdem unterstützt sie nun Windows Mixed Reality, Vuforia und OpenVR und soll allgemein die Performance von AR- und VR-Spielen verbessern.

Vier Monate nach der ersten Unity-Variante, die dem neuen Versionierungsschema entspricht, hat die gleichnamige Firma nun Version 2017.2 veröffentlicht. Die Macher der Spiele-Engine haben sich dabei besonders auf Werkzeuge zum Entwickeln von 2D-Spielen sowie die Verbesserung der AR- (Augmented Reality) und VR-Unterstützung (Virtual Reality) sowie der Anbindung an die Autodesk-Tools konzentriert.

Der Werkzeugkasten für 2D-Spiele hat einige Erweiterungen bekommen. Der neue 2D-Tilemap-Editor vereinfacht das Erstellen von Kachelgrafiken. Level-Designer können entsprechende Spiele direkt in Unity entwerfen, ohne auf Editoren von Drittanbietern zurückzugreifen. Im Editor können sie Vorlagen und sogenannte Smart Brushes anlegen, die das Innere und den Rand von Flächen vorgeben, beispielsweise für Wände und Böden von Räumen. So lassen sich Level in einem Gitternetz entwerfen. 2D Extras ist ein zusätzliches Repository mit vorgefertigten Kacheln und Smart Brushes.

Der Tilemap-Editor vereinfacht das Erstellen von Spielen, die aus Kacheln zusammengesetzt sind.

Die in Version 2017.1 eingeführte Cinemachine hält nun auch Einzug in die 2D-Welt. Mit ihr können Designer und Entwickler Filmsequenzen erstellen, ohne dafür Code zu schreiben. Die Unity-Macher haben Cinemachine um spezielle 2D-Funktionen erweitert, unter anderem um einzelne Objekte oder Gruppen mit der virtuellen Kamera zu verfolgen oder orthographische Projektionen zweidimensionaler Levels zu erstellen.

Auf dem Bereich Extended Reality (XR) lag ein weiterer Fokus in der Entwicklung. So arbeitet Unity 2017.2 unter anderem mit Windows Mixed Reality, Vuforia und OpenVR auf macOS zusammen. Für die Apple-Welt gibt es zudem ein ARKit-Plug-in, und für Android existiert eine Anbindung an Googles ARCore-SDK. Auch soll mit der aktuellen Version die Performance für VR-Spiele besser geworden sein. Unter anderem soll Stereo Instancing unter Windows mit DX11 die Möglichkeiten der Hardware besser nutzen. Für Google VR soll die Asynchronous Reprojection die Videoqualität auf Daydream View verbessern.

Ein besseres Zusammenspielen mit den Werkzeugen von Autodesk bringen Erweiterungen zur Integration von FBX-Dateien (Filmbox). Die neuen FBX-Importer/Exporter-Pakete enthalten ein Maya-Plug-in, das direkten Zugriff unter anderem auf die GameObject-Hierarchien, Materialien und Texturen bietet.


Das FBX-Importer/Exporter-Paket vereinfacht das Zusammenspiel mit Autodesk Maya.

Das FBX-Importer/Exporter-Paket vereinfacht das Zusammenspiel mit Autodesk Maya.

(Bild: Unity
)

Weitere Neuerungen wie die Visualisierung von Audioclips im Timeline-Editor lassen sich dem Unity-Blog entnehmen. Unity ist für den privaten Gebrauch, Einsteiger und Studenten kostenlos. Die Plus-Version kostet monatlich pro Entwickler 35 US-Dollar, die Pro-Variante 125 US-Dollar. Weitere Informationen finden sich auf der Store-Seite von Unity.


(rme)