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Sony will wieder Schallplatten pressen

Sony will wieder Schallplatten pressen


Ulrike Kuhlmann

Schallplatten sind beliebt. So beliebt, dass Sony wieder in die Massenproduktion von Vinyl einsteigen will. Das wirft allerdings ein paar Probleme auf.

Sony will nach fast 30 Jahren Abstinenz wieder in die Schallplattenproduktion einsteigen. Nach einem Bericht des japanischen Asian Review sollen in einem alten Presswerk in der japanischen Präfektur Shizuoka bereits im kommenden März wieder Schallplatten gepresst werden. Sony Music Entertainment hatte die Schallplattenfertigung in Japan 1989 eingestellt, nachdem sich die CD durchgesetzt hatte.

Laut Asian Review hat Sony Music schon im Februar in einem Tonstudio in Tokio Anlagen für die Master-Produktion installiert. Von diesen Master-Scheiben werden später die Kopien im Presswerk hergestellt. Ein Problem ist das Wissen um die Herstellung solcher Master: Es ist mit den Ingenieuren in Rente gegangen. Die versucht Sony nun anscheinend zu reaktivieren.

Mehr Schallplatten als CDs

Gepresst werden sollen vornehmlich alte japanische Musik und ausgewählte Alben mit aktuellen Hits. Letztere verkaufen sich bereits jetzt recht gut. So bringen Stars wie Adele oder Radiohead ihre neuen Alben (auch) auf Vinyl raus.

Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr 3,1 Millionen Platten verkauft. In USA waren es 2016 rund 17,2 Millionen Platten, in Großbritannien sollen zeitweise sogar mehr Platten als CDs verkauft worden sein. Die meisten Käufer sind mitnichten aus der Generation Ü50: In den USA waren 70 Prozent der Schallplattenkäufer jünger als 35 Jahre.

Das erste Schallplatten-Patent reichte der deutsch-amerikanischen Erfinder Emil Berliner im Frühjahr 1887 ein. Als die CDs auf den Markt kamen, schien das Ende der Platten besiegelt – heute ist sie der einzige Tonträger, dessen Absatz Jahr für Jahr deutlich ansteigt.


(uk)