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Sonderkündigung in der Kfz-Versicherung Nach dem 30. November wechseln

— 05.12.2017

Nach dem 30. November wechseln

Der Stichtag zum Wechsel der Kfz-Versicherung ist bereits verstrichen? Oft kann man den Anbieter mithilfe des Sonderkündigungsrechts auch nach dem 30. November noch kündigen. Wie das geht, und welche Fristen zu beachten sind.

Der 30. November gilt allgemein als Stichtag zur Kündigung der Kfz-Versicherung. Bei den meisten Anbietern endet das Versicherungsjahr am 31. Dezember, nur wenige Versicherer weichen davon ab. Mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist, kann die Versicherung also bis zum 30. November gekündigt werden. Was viele Autofahrer nicht wissen: Auch wenn diese Frist bereits verstrichen ist, kann die Kfz-Versicherung mit dem Sonderkündigungsrecht noch gewechselt werden. Dieses Recht zur außerordentlichen Kündigung greift, wenn die Versicherung die Beiträge erhöht. Bis zu welchem Termin die Sonderkündigung möglich ist, hängt davon ab, wann der Versicherte über die Beitragserhöhung informiert wurde. Mit Erhalt der Benachrichtigung hat er vier Wochen Zeit zu kündigen.

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Viele Kfz-Versicherungen verschicken die jährliche Beitragsrechnung erst im Laufe des Novembers oder sogar noch später. Wer den Stichtag 30. November verpasst hat, sollte daher noch einmal einen genauen Blick auf die Beitragsrechnung werfen. Hat sich der Beitrag erhöht, ist ein Wechsel der Kfz-Versicherung immer noch möglich – sofern nach Erhalt der Rechnung noch keine vier Wochen verstrichen sind. Verschickt die Versicherung die Beitragsrechnung erst im Laufe des Dezembers, ist bei einer Beitragserhöhung sogar im Januar noch eine Kündigung – rückwirkend zum Jahreswechsel – möglich.

Kfz-Versicherung: Sonderkündigung bei Beitragserhöhung

Um vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen, sollten Versicherungsnehmer ihre Beitragsrechnung genau unter die Lupe nehmen. Denn oft ist eine Erhöhung der Kosten für die Kfz-Versicherung nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Ist der fällige Betrag nicht höher als im Vorjahr, oder sogar etwas niedriger, kann es sich auch um eine verdeckte Beitragserhöhung handeln: Ist der Versicherte ein Jahr lang unfallfrei bzw. schadenfrei gefahren, erhöht sich sein Schadenfreiheitsrabatt. Die Vergünstigung kommt aber oft nicht vollständig beim Versicherten an. Ob tatsächlich eine Beitragserhöhung vorliegt, erkennt der Versicherte an dem sogenannten Vergleichsbeitrag in der Rechnung. Der Vergleichsbeitrag gibt an, wie hoch der Beitrag unter der bisherigen Berechnung – jedoch mit Einbeziehung des neuen Schadenfreiheitsrabatts – ausfallen würde. Ist der Vergleichsbeitrag niedriger als der neu zu zahlende Beitrag, hat es eine Beitragserhöhung gegeben.

Beispiel für eine verdeckte Beitragserhöhung
Aktueller Beitrag Neuer Beitrag Vergleichsbeitrag
(SF-14) (SF-15) (SF-15)
Haftpflicht 200 Euro 190 Euro 180 Euro
Kasko 300 Euro 280 Euro 280 Euro
Gesamt 500 Euro 470 Euro 460 Euro
Sonderkündigungsrecht!
Quelle: Verivox

Auch wenn sich nur ein Bestandteil der Kfz-Versicherung erhöht hat – also Haftpflicht oder Kasko – greift das Sonderkündigungsrecht. Allerdings gehen Versicherungen beim Vergleichsbetrag nicht immer in gleicher Weise transparent vor, wie das Vergleichsportal Verivox erklärt. Während manche Versicherungen die Beiträge wie im obigen Beispiel übersichtlich in einer Tabelle zusammenstellen, müsse man sich bei anderen Anbietern die Zahlen von zwei unterschiedlichen Seiten der Rechnung zusammensuchen, so Verivox.

Von einer Beitragserhöhung ist übrigens ein großer Anteil aller Versicherten betroffen, da sich eine Erhöhung oftmals aus einer Veränderung der jährlich aktualisierten Typklassen– oder Regionalklassen-Statistik ergibt.

Wann das Sonderkündigungsrecht nicht greift

In manchen Situationen gilt das Sonderkündigungsrecht trotz einer Beitragserhöhung der Kfz-Versicherung nicht. Das ist vor allem der Fall, wenn der Versicherungsnehmer selbst für die Änderung des Beitrages verantwortlich ist. Zum Beispiel wenn die Regionalklasse durch einen Wohnortswechsel steigt oder Parameter der Kfz-Versicherung (z.B. Kilometerleistung, eingetragene Fahrer) geändert wurden. Sollte der Betrag durch eine Steigerung der staatlichen Versicherungssteuer steigen, ist eine Sonderkündigung ebenfalls nicht möglich.

Bei der Kündigung auf Formalitäten achten

Egal ob ordentliche Kündigung oder Sonderkündigung der Kfz-Versicherung: Wer auf Nummer sicher gehen will, versendet die Kündigung immer als Einschreiben mit Rückschein – auch wenn eine Kündigung per Fax oder E-Mail laut Geschäftbedingungen der Versicherungsgesellschaft möglich wäre. Bei eventuellen Unstimmigkeiten ist so immer der Nachweis möglich, dass die Kündigung fristgerecht versendet wurde und den Empfänger erreicht hat. Wichtig beim Sonderkündigungsrecht: Nehmen Sie in dem Kündigungsschreiben ausdrücklich Bezug auf den Grund für die Kündigung (zum Beispiel: Sonderkündigungsrecht wegen Beitragserhöhung). Anderenfalls kann die Versicherung eine Kündigung nach dem 30. November ablehnen.