/So groß ist die Kluft zwischen Arm und Reich

So groß ist die Kluft zwischen Arm und Reich

Nur jeder Dritte deutsche Arbeitnehmer verdient mehr als den Durchschnittslohn.
Bild: dpa

Im Zusammenhang mit der Bundestagswahl 2017 und der “Sozialen Gerechtigkeit” hat “Spiegel Online” einen Blick auf die Gehälter der deutschen Bundesbürger geworfen und dabei Überraschendes herausgefunden.

Medienbericht enthüllt: So verdienen deutsche Arbeitnehmer

Für die Untersuchung der deutschen Löhne haben die Autoren verschiedene Grafiken aus dem Jahr 2014 herangezogen. Aktuellere Daten in diesem Umfang gäbe es noch nicht, heißt es in dem Bericht. Dennoch haben die Autoren einen ausführlichen Blick auf die Gehälter der Bundesbürger gewagt. Die erschreckende Wahrheit: Nur jeder Dritte verdient mehr als den Durchschnittslohn. “Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland verdient zwischen 2100 und 3700 Euro brutto. Weniger bekommen knapp 20 Prozent, rund 30 Prozent haben hingegen ein höheres Monatsgehalt”, schreibt “Spiegel Online”.

Nur jeder Dritte verdient mehr als den Durchschnittslohn

Zwar sei der Durchschnittslohn in den vergangene Jahren stetig gestiegen, dies ändere dennoch nichts an den drastischen Einkommensunterschieden. Um zu den Besser-Verdienern zu gehören, reichte “Spiegel” zufolge vor drei Jahren ein reguläres Bruttogehalt von 10.505 Euro. Dies sei in den vergangenen Jahren jedoch so sehr angestiegen, sodass der Unterschied zwischen dem Durchschnitts- und Medianlohn (mittlerer Lohn) immer größer geworden ist . Der Medianlohn errechnet sich aus 50 Prozent der Arbeitnehmer, die weniger verdienen, und 50 Prozent der Arbeitnehmer, die mehr als 50 Prozent verdienen. Im Jahr 2014 beziffert das Blatt den Medianlohn auf 2990 Euro.

Um jedoch den tatsächlichen Durchschnittslohn berechnen zu können, müssen erst alle einzelnen Löhne addiert und dann durch die Anzahl aller Arbeitnehmer geteilt werden. Am Ende sorgen die großen Lohn-Unterschiede dafür, dass sich ein durchschnittlicher Lohn von 3441 Euro ergibt. Nicht viele deutsche Arbeiter können über 65 Prozent mehr Gehalt als alle anderen Arbeitnehmer für sich verbuchen.

Lohnspreizung nimmt weiter zu

Den Grund für die Lohnspreizung sehen die Experten in der Zeit zwischen 1995 und 2015. In diesen Jahren “sanken die Reallöhne des untersten Einkommenszehntels jedes Jahr im Schnitt um 0,6 Prozent.” Einfach ausgedrückt: Die Arbeitnehmer konnten sich Jahr für Jahr 0,6 Prozent weniger leisten. Bei den Besserverdienern hingegen stieg die Kaufkraft immer mehr an. Bei einigen sogar um rund ein halbes Prozent. Dieser Trend hat sich nun jedoch verändert. Wie “Spiegel” berichtet, haben seit 2012 auch die untersten Einkommensklassen an Kaufkraft zugelegt. Allerdings liegen sie damit noch immer weit unter den einkommensstarken Mitbürgern.

Sollten die aktuellen Daten des Statistik-Portals “Statista” stimmen, so stiegt das Durchschnittseinkommen von 2014 (3.441 Euro) im Jahr 2016 auf 3.703 Euro. Dies würde bedeuten, dass die Lohn-Unterschiede zwischen den schlechter Verdienenden und Besserverdienern noch weiter angestiegen sind.

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sba/bua/news.de