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Smart vision EQ fortwo: Vorstellung Das Apple iCar von Mercedes

— 30.08.2017

Das Apple iCar von Mercedes

Mercedes zeigt mit der elektrisch betriebenen und autonom fahrenden Studie Smart vision EQ fortwo die Zukunft von Car2Go.

Studie für Ende 2020: Smart will autonomes Fahren massentauglich machen
➤ Design: Ohne Tridionzelle
➤ Interieur: Mit Desinfektionsmittel und Tinder-Funktion
➤ Das Prinzip hinter der Studie: Ständig in Bewegung

Apple und Google machen ein großes Geheimnis daraus. Angebliche Projekte zum Aufbau von autonomen Flotten bleiben im Nebel. Mittlerweile geht es beiden Tech-Giganten wohl mehr um Software fürs autonome Fahren. Wie die Hardware dafür aussehen könnte, zeigt Mercedes mit dem Smart vision EQ fortwo. Eine elektrisch angetriebene Studie für Ende 2020, die über den Mobilitätsanbieter Car2go Autos mit autonomen Level 5 flächendeckend in die Großstädte bringen soll. Nach Mercedes Concept EQ, Future Truck 2025 und Vision Van ist das Smart Konzept die vierte Studie im EQ-Portfolio.

Design: Ohne Tridionzelle

Die schware Glaskugel soll laut Designern an eine Perle erinnern.

©Mercedes

Der Smart vision EQ fortwo ist mit seiner Länge von 2,7 Metern, einer Breite von 1,7 Metern und einer Höhe von 1,5 Metern etwas kleiner als der aktuelle fortwo, wirkt durch seine Runde Glaskugel dennoch größer. Diese schwarze Glasperle wird eingefasst von einem weißen Schutzkörper, wie eine Handyhülle – ade Tridionzelle! Mit dem autonomen Fahren sollen Unfälle ohnehin um bis zu 70 Prozent abnehmen, weil die Roboter vorausschauend und regelkonform sowie stets konzentriert unterwegs sind. An der Stelle des Kühlergrills sitzt beim Smart vision EQ fortwo ein Black-Panel. LED-Displays nehmen die Plätze der Scheinwerfer und Heckleuchten ein. Die Displays ersetzen Handzeichen und weitere Gesten des Fahrers. So sollen sie beispielsweise Fußgängern signalisieren können: “Ich habe dich gesehen, du kannst über die Straße gehen”.

Interieur: Mit Desinfektionsmittel und Tinder-Funktion

Großer Bildschirm, aber kein Touchscreen in der Studie.

©Mercedes

Die gewölbten Glastüren öffnen flügelartig nach hinten. Das erleichtert den Einstieg, spart in Parkbuchten Platz und verringert hoffentlich die Kollision mit Radfahrern und Fußgängern. Im Inneren der Kugel mag man kaum glauben, in einem Smart zu sein! Kugelform, Glasflächen, die große Sitzbank und der Wegfall von Antriebsstrang, Lenkrad und Pedalen sorgen für ein neues, luftiges Raumgefühl. Der 24-Zoll-Bildschirm, der das klassische Armaturenbrett ersetzt, ist kein Touchscreen. Sprachsteuerung und das Smartphone übernehmen die Bedienung. Ein Profil des Nutzers wird im Auto gespiegelt. Musik und Bilder lassen sich von Benutzerkonto abrufen. Auch Credits können gesammelt werden. Beispielsweise, wenn man jemanden auf seiner Route mitnimmt. Mögliche Begleitungen werden angezeigt, können akzeptiert oder abgelehnt werden. Ein wenig wie beim Datingportal Tinder. Für die Privatsphäre lässt sich eine Mittelarmlehne hochfahren, für die Intimsphäre kann das Glas abgedunkelt werden. Auf den Außenflächen der Türen lässt sich dann auch Werbung anzeigen oder eine Information zum Wetter.

Jeder Nutzer von Carsharing kennt das Problem mit verdreckten Innenräumen. Auch dagegen will Smart künftig mehr unternehmen. Die mit Kunstleder bezogenen Sitzflächen und der Gummiboden sollen sich leicht und unkompliziert reinigen lassen.  Für noch mehr Hygiene sorgen Desinfektionsspender an den Seiten der Bank. Einen Kofferraum hat die Studie nicht. Kleinere Taschen passen auch in den Innenraum. Unter elastischen Flächen und Bändern unter und vor den Sitzen passen kleinere Gegenstände.

Das Prinzip hinter der Studie: Ständig in Bewegung

Ende 2020 sollen die autonomen Smart über die Straßen rollen. Die Vorteile für die Kunden:

1. Man muss nicht erst zu einem Parkplatz laufen, der Smart wird immer unterwegs sein und einen dort abholen, wo man ihn braucht.

2. Reinigen, Warten und Laden übernimmt der Roboter.

3. Durch die ständige Bewegung der Fahrzeuge will Smart die Anzahl der Flottenfahrzeuge reduzieren und trotzdem mehr Menschen befördern. Das spart Geld, was auch der Kunde spüren soll. Möglich machen das clevere Algorithmen. Das dafür benötigte Nutzerverhalten studieren die Stuttgarter bereits fleißig bei Moovel, Mytaxi und Car2go. Und auch mit dem Taxi-Konkurrenten Uber kuscheln die Stuttgarter. Anfang 2017 unterzeichneten Daimler und Uber eine Absichtserklärung, dass “in den nächsten Jahren” selbstfahrende Mercedes-Modelle auf der Internetplattform von Uber angeboten werden sollen. Die Zukunft hat also schon längst begonnen.

Robin Hornig

Fazit

Von allen Studien zum autonomen Fahren scheint der Smart vision EQ fortwo das durchdachteste Konzept zu sein. So kann autonomes Fahren massentauglich werden. Sicherlich kann keiner sagen, was in 15 Jahren wirklich sein wird, aber sämtliche Ideen zum Konzept sind logisch und keine Spielereien – auch wenn Smart zur Präsentation einen Teddy unter das Halteband schnallt.