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Server-Performance: AMD Epyc vs. Xeon-SP in der SPEC CPU2017

HPE ProLiant DL385 Gen10 mit 2 x AMD EPYC

In den HPE ProLiant DL385 Gen10 passen zwei AMD Epyc und bis zu 4 TByte DDR4-RAM.

(Bild: HPE)

Nach einigem Zögern haben viele Server-Hersteller nun Ergebnisse der Benchmark-Suite SPEC CPU2017 für AMD Epyc 7601 und viele Intel Xeon-SP veröffentlicht.

In der Benchmark-Suite SPEC CPU2017 können Hersteller von Prozessoren und Servern zeigen, was sich mit hoch optimiertem Code und neuesten Compilern aus den Maschinen herauskitzeln lässt. Im Wettstreit zwischen AMD Epyc und Intel Xeon-SP herrschte allerdings auf den Ergebnis-Webseiten auf www.spec.org lange Ruhe: Anscheinend wollte sich keiner blamieren. Nun stehen haufenweise SPU2017-Ergebnisse bereit, sowohl AMD als auch Intel und ihre jeweiligen Kunden – die Server-Hersteller – melden diverse Rekorde.

AMDs Epyc-Spitzenmodell Epyc-7601 mit 32 Kernen hält in der Gleitkomma-Disziplin SPECrate2017_fp_base den Rekord für Dual-Socket-Systeme mit 257 Punkten. Der (fast) teuerste Xeon Platinum 8180 zum OEM-Listenpreis von 7007 US-Dollar bringt es als Tandem “nur” auf 252 Punkte. Er hat freilich weniger Kerne (28 statt 32) und ihm stehen nur sechs statt acht DDR4-Speicherkanäle zur Verfügung.

Genau umgekehrt sieht es beim Integer-Rennen SPECrate2017_int_base aus, hier liegen die beiden Xeon Platinum 8180 mit 302 Punkten vor dem Epyc-Pärchen (271) im HPE ProLiant DL385 Gen10.

SPEC CPU2017: AMD Epyc und Intel Xeon-SP
Prozessor Kerne/Threads Server RAM SPECrate2017_
int_base
SPECrate2017_
fp_base
2 × AMD EPYC 7601 64/128 (2 × 32/64) HPE ProLiant DL385 Gen10 16 × 64 GByte DDR4-2666 271 257
2 × Xeon Platinum 8180 56/112 (2 × 28/56) Huawei 2288H V5 24 × 16 GByte DDR4-2666 302 252
4 × Xeon Gold 6130 64/128 (4 × 16/32) HPE ProLiant DL580 Gen10 16 × 64 GByte DDR4-2666 299 269
Werte von www.spec.org

Zum Preis eines Epyc 7601 bekommt man allerdings fast zwei Xeon Gold 6130 mit je 16 Kernen und kann vier davon in einem (teureren) Quad-Socket-Server wie dem HPE ProLiant DL560 Gen10 kombinieren. Dann wiederum liegt das Intel-Quartett mit 299/269 Punkten vor dem Epyc-Tandem.

Mit Code, den weniger hoch optimierende Compilern wie gcc erzeugen, ergibt sich im Großen und Ganzen ein ähnliches Bild, wie die CPU2017-Messungen im c’t-Labor zeigten.

Der HPE ProLiant DL385 Gen10 gehört zu den ersten Allzweck-Rackservern mit AMD Epyc der großen IT-Marken. Epyc-Systeme bieten hierzulande aber auch schon mehrere kleinere Serverfirmen an, meistens auf Basis von Supermicro-Barebones.

Für den ProLiant DL385 Gen10 meldet AMD auch den Rekord für Dual-Socket-Server im Gleitkomma-Teil der alten CPU2006: 1980 Punkte im SPECfp_rate_2006.

HPE hebt hervor, dass sich der ProLiant DL385 Gen10 wegen der vielen Kerne, des riesigen möglichen Hauptspeichers und dank Funktionen wie Secure Memory Encryption auch sehr gut für die Virtualisierung eignet. Ein Xeon Scalable Processor steuert pro CPU maximal 1,5 TByte RAM an, aber dazu braucht man eine der mindestens 5500 US-Dollar teuren M-Versionen. Die “normalen” Xeon-SP sind auf 768 GByte beschränkt.


(ciw)