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Segwit 2x: Blockgrößen-Update für Bitcoin abgesagt

Bitcoin

2 MByte große Bitcoinblöcke mit Segwit 2x wird es doch nicht geben: Die Initiatoren haben das für die nächste Woche angekündigte Update abgeblasen, weil sie eine Spaltung der Community abwenden wollen.

Eigentlich sollte in der kommenden Woche ein Update mit neuen Regeln für das Bitcoin-Netzwerk stattfinden, bei dem der Parameter der Blockgröße in der Blockchain von einem auf 2 MByte angehoben wird. Doch zentrale Initiatoren des Updates haben dies nun abgesagt. Es sei nicht geglückt, in der Community einen Konsens für größere Blöcke zu schaffen, heißt es in der Mitteilung vom Bitgo-Chef Mike Belshe. Den derzeitigen Weg weiter zu verfolgen, könne für eine Spaltung sorgen und dem Bitcoin schaden.

Dennoch betonen Belshe und die Unterzeichner der Mitteilung, darunter der ehemalige Core-Entwickler Jeff Garzik und der Bitmain-Chef Jihan Wu, dass eine Skalierungslösung für den Bitcoin nötig ist angesichts hoher Transaktionsgebühren. Möglicherweise finde die Bitcoin-Gemeinde in Zukunft eine Einigung, die auch größere Blöcke beinhalte.

So etwas lässt sich in einem dezentralen System wie dem Bitcoin nicht einfach verordnen: Ein Regelupdate für höhere Blöckgrößen ist nicht kompatibel zu älteren Clients; zieht ein Teil der Miner und Nodes nicht mit, würden diese auf einer separaten Blockchain weiterlaufen, aus der eine neue Kryptowährung erwachsen könnte.

Hintergrund des Segwit-2x-Updates ist ein langwieriger Streit in der Community, wie das Bitcoin-Netzwerk mehr Transaktionen verarbeiten kann. Das Update war als Kompromisslösung gedacht, die vor allem von Unternehmen der Kryptogeldszene und professionellen Minern getragen wurde. Das Update kommende Woche sollte der zweite Teil von Segwit 2x sein; zuvor wurde bereits die Änderung Segregated Witness (SegWit) aktiviert, die die Eintragung von Transaktionssignaturen in der Blockchain verändert und dadurch mehr Kapazitäten schaffen soll.

Das Team der Kernentwickler des Referenzclients Bitcoin Core lehnte bislang jegliche direkte Blockvergrößerung entschieden ab – und opponierte auch gegen den zweiten Teil von Segwit 2x. Wechselseitig haben sich Protagonisten beider Lager mit Vorwürfen überzogen, etwa dass eine feindliche Übernahme des Bitcoin geplant sei. Was die Absage des Updates für die Zukunft des Bitcoin bedeutet, bleibt abzuwarten.

Der Kurs des Kryptogeldes machte zumindest kurz nach Bekanntwerden einen Satz nach oben, fiel dann aber wieder und liegt derzeit bei rund 6800 US-Dollar (5800 Euro). Stattdessen machte die Konkurrenzwährung Bitcoin Cash, die 8 MByte große Blöcke in der Blockchain aufweist, einen Satz nach oben auf rund 800 US-Dollar (687 Euro).

Die Transaktionsgebühren sind seit Ende Oktober wieder angestiegen und liegen laut bitinfocharts bei derzeit rund 7,6 US-Dollar pro Transaktion (6,5 Euro). Damit ist der Bitcoin für Alltagszahlungen praktisch unbrauchbar. Die Gebühren sind theoretisch freiwillig und dienen als Anreiz für die Miner, eine Transaktion bevorzugt in den knappen Platz eines Blocks aufzunehmen. Praktisch kommt man aber kaum drumherum. Auch wenn die von dem Bitcoin-Core-Lager bevorzugte Skalierungslösung Segwit schon seit einigen Monaten aktiv ist, wird sie bislang wohl nicht in dem Umfang genutzt, um das Gebührenproblem nachhaltig zu lösen.


(axk)