/Seat Leon Cupra R (2017): Test, PS, Daten Alle Infos zum Leon Cupra R

Seat Leon Cupra R (2017): Test, PS, Daten Alle Infos zum Leon Cupra R

— 23.11.2017

Alle Infos zum Leon Cupra R

Seat bringt sein stärkstes Serienauto auf den Markt! Mit 310 PS hat der Cupra R genauso viel Leistung wie ein Golf R. AUTO BILD ist das Topmodell gefahren!

Vorstellung: Chrom ist out, Kupfer ist in
Interieur : Alcantara geht immer
Fahren: Bissig den Berg hinauf (UPDATE!)
Motoren und Preise: Volle Leistung nur mit Handschaltung

Von der Rennstrecke auf die Straße, oder doch umgekehrt? Das Cupra steht bei Seat traditionell für “Cup Racing”. Jetzt bringen die Spanier einen besonders schnellen Leon. Der Cupra R mit 310 PS hat das Cup nicht mehr nur im Namen, man sieht ihm die Verwandtschaft zum Tourenwagen Cup Racer jetzt auch an.

Vorstellung: Chrom ist out, Kupfer ist in

Dafür sorgen vor allem die auffälligen Verbreiterungen inklusive Entlüftung an den hinteren Radhäusern. Die hat der Rennwagen Leon Cup Racer nämlich auch – allerdings stärker ausgeprägt. Ansonsten bekommt das Straßenauto ein ganz eigenständiges Aerodynamik-Paket inklusive Echtcarbonteilen. Die Lufteinlässe an der Front fallen größer aus, die Nebelleuchten werden gestrichen. Carbon hat momentan jeder, deshalb setzen die Spanier auf Kupfer! Die Spiegelkappen, Embleme und mehr sind beim Cupra R Kupfer.

Interieur: Alcantara geht immer

Auch im Innenraum gibt es für das Sondermodell eine Extraportion Kupfer. Die Zierleisten um das Navi und in der Mittelkonsole plus die Nähte der Sitze sind Kupfer. Das eigentliche Highlight ist aber die Handschaltung. Der kleine Schaltknauf ist mit Alcantara ummantelt – sportliche Gangwechsel sollten im Cupra R kein Problem sein. Und wo man bei Seat schon mal dabei war, hat man auch dem Lenkrad Alcantara spendiert – ein Traum. In der Mittelkonsole wird das auf 799 Stück limitierte Sondermodell durchnummeriert ausgeliefert. Besonders sportlich sollen die Türtafeln und Sitzwangen in Carbonoptik wirken – mein Geschmack ist es nicht. Dafür bieten die vom normalen Cupra bekannten Sitze ausreichend Seitenhalt und viele Verstellmöglichkeiten. Der Tacho im Cupra R geht bis 300 km/h, die Ziffernblätter sind weiß. Das Interieur des Cupra R hat Seat durch Alcantara- und Kupfer-Akzente gezielt aufgewertet.

Fahren: Bissig den Berg hinauf

Der Cupra R ist vor allem eines: bissiger als seine Ausgangsversion! Die 310 PS aus dem Golf R stehen dem Seat gut zu Gesicht. Der Motor erzeugt beim Start schon ein leichtes Grollen, der modifizierten Abgasanlage aus dem Golf GTI Clubsport sei Dank. Auf der Autobahn rollt der Cupra entspannt dahin und ist auch für den Sprint nach der Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung  bereit. Die Schaltwege sind kurz, die intuitiv gestaltete Schaltkulisse macht das Suchen nach einem Gang überflüssig. Der Cupra R ist schon im “Comfort”-Modus straff abgestimmt. In den Fahrmodi “Sport” und “Cupra” (letzterer ausschließlich dem Sondermodell vorbehalten) werden Dämpfer und Lenkung nochmals härter. Auch die Klappen des Auspuffs sind dann geöffnet und produzieren bei Lastwechseln das typische Grummeln im Auspuff – allerdings sehr dezent. Das mit Alcantara bezogene Lenkrad bietet einen guten Griff, der sich vor allem bei schnellen Kurvenfahrten auszahlt. Aber überfüllte Straßen bieten nicht genügend Platz, um dem Kompaktsportler genügend Auslauf zu bieten.

AUTO BILD fuhr den Cupra R daher auf einer abgesperrten Bergstraße. Hier kann der durchzugsstarke Vierzylinder sein Potenzial voll ausschöpfen – eigentlich. Denn am Start der Teststrecke gelingt das leider nicht. Hier fehlt dem Seat trotz “Michelin Sportcup 2″-Reifen die nötige Traktion um ohne durchdrehende Reifen starten zu können. Ist der Grip wieder da, ziehen die 380 Nm den Wagen aber sehr bestimmt den Berg hinauf. In Kurven neigt der Cupra R leicht zum Untersteuern, was dem fehlendem Allradantrieb geschuldet sein dürfte. Auch bei steileren Spitzkehren verlässt den Cupra in niedrigen Gängen ab und an die Traktion. Um das zu relativieren, muss man aber wissen, dass die Strecke zum Teil nicht die sauberste war. Deshalb wollen wir hier mal fair bleiben. Auf der Bergstrecke ist man über die kurzen Schaltwege dankbar, der Gang sitzt jedes Mal! Die direkte Lenkung macht auch enge Kurven zu einer Banalität, das Handling ist bis auf das Untersteuern einwandfrei. Hier machen sich die breitere Spur und der größere Sturz bemerkbar.

Motoren & Preise: Volle Leistung nur mit Handschaltung

Das Topmodell bekommt einen Carbon-Diffusor und einen neuen Sportauspuff.

Ansonsten spendiert Seat seinem neuen Topmodell – ganz nebenbei der stärkste Serien-Seat aller Zeiten – eine breitere Spur und neue Felgen mitsamt Michelin Pilot Sportcup 2-Bereifung. Der Zweiliter-Vierzylinder leistet im Cupra R 310 PS – allerdings nicht immer. Der Clou: Wer die Sechsgang-Handschaltung bestellt, bekommt die vollen 310 PS. Wer das DSG nimmt, hat 300 PS im Cupra R. Also ein klarer Grund für den Handschalter. Die Farbauswahl ist mit den drei Farben Grau, Schwarz und Mattgrau eher überschaubar. Mit 44.980 Euro ist der Leon Cupra R definitiv kein Schnäppchen.

Autoren: Jan Götze, Andreas Huber