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Schulz verkürzt Abstand auf Merkel

Im Endspurt des Wahlkampfs hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beim direkten Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgeholt. Das zeigt eine Umfrage des Instituts Emnid für die “Bild am Sonntag”. Könnte der Bundeskanzler direkt gewählt werden, würden sich aktuell nur noch 45 Prozent für Merkel entscheiden, Schulz käme auf 32 Prozent.

Wahl 2017: AfD würde nach neuester Wahlprognose drittstärkste Kraft im Bundestag

In den letzten vier Wochen hat sich der Abstand zwischen beiden damit von 29 auf 13 Punkte verkürzt. Vor vier Wochen hatte Merkel noch mit 51 zu 22 Prozent geführt. Derweil kann die AfD ihren Platz als drittstärkste Partei behaupten und könnte somit drittstärkste Partei im Bundestag werden. Sie kommt laut Umfrage auf 13 Prozent und erreicht damit kurz vor der Wahl ihren höchsten Wert seit Februar 2017.

Diese Koalitionen sind nach neuester Wahlprognose möglich

Die FDP sowie Die Linke können hingegen ihre Umfragewerte der vergangenen Tage halten und kommen laut INSA-Umfrage auf neun bzw. 11 Prozent. Nach diesen Werten könnte es wieder eine Große Koalition aus CDU und SPD (insgesamt 55 Prozent) oder ein Jamaika-Bündnis mit CDU, FDP und den Grünen (insgesamt 51 Prozent) geben.

So waren die Umfrage-Werte drei Tage und zwei Tage vor der Wahl.

Wahlprognosen – ein nicht unriskantes Spiel mit Zahlen

Die Befragung der Wahlbürger ist heute technisch besser als noch vor ein paar Jahren. Bundesweit wird in der Regel zu 70 Prozent über das Festnetz befragt und zu 30 Prozent mobil. Bei solchen Umfragen gibt es im wesentlichen drei bis vier Unsicherheitsfaktoren: die Unentschlossenen, die Extremen, die Taktierer und die Briefwähler – abgesehen von Hochwasser, Katastrophen wie in Fukushima oder einem Anschlag.

Unsicherheitsfaktor Wähler – Bindung an Volksparteien hat stark nachgelassen

Der Wähler ist heute ein “flüchtiges Wesen”. Es gibt inzwischen nichts Schwierigeres, als Stammwähler zu definieren, also Wähler, die über mehrere Legislaturperioden der gleichen Partei ihre Stimme geben. Es gibt mehr Wechselwähler und daher eine große Zahl Unentschiedener. Die halten sich bis in die Wahlkabine hinein offen, wo sie ihr Kreuzchen machen, und sind deshalb für Umfragen nur schwer zu fassen. Die Bindung an sogenannte Volksparteien etwa hat generell stark nachgelassen.

Bei der Bundestagswahl 2017 sind 25 bis 30 Prozent Briefwähler

Das Problem der Briefwähler taucht erst am Wahlsonntag auf. Dann werden ab 8 Uhr an etwa 450 Wahllokalen stichprobenartig Wähler, die gerade ihre Stimme abgegeben haben, von den Wahlforschern gebeten, dieses anonym nochmals für die Prognose um 18 Uhr zu tun. Diese Prognose hat eine wesentlich höhere Genauigkeit als Umfragen. Allerdings fehlen hier zur Einschätzung das Stimmverhalten der Briefwähler. Die werden immer mehr und liegen dieses Mal bei 25 bis 30 Prozent.

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gea/news.de/dpa