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Schnelles WLAN auch im letzten Winkel: Das können die neuen Mesh-Systeme

WLAN überall im Haus

| von Peter Krajewski

Je größer die Entfernung und je zahlreicher die Hindernisse sind, die das WLAN-Signal überwinden muss, desto schwieriger wird die drahtlose Kommunikation. Die neueste Lösung sind Mesh-WLAN-Systeme. Sie versprechen eine lückenlose WLAN-Abdeckung auch in großen Wohnungen und im ganzen Haus. Wir haben das mal ausprobiert.

WLAN wird immer besser – jedenfalls theoretisch

Hersteller arbeiten permanent an der Verbesserung ihrer WLAN-Router und -Verbindungen. Neue Features, mehr Bandbreite, dabei immer günstiger. Das Problem: Große Entfernungen oder massive Hindernisse wie Wände bremsen die theoretisch möglichen Transferraten oft auf einen Bruchteil. Die Verbindung zwischen Router und Rechner im Wohnzimmer mag spitze sein, ob aber der Filius ein Stockwerk höher oder die intelligente Gefriertruhe im Keller davon profitieren können, das ist die Frage.

Die Anwort darauf heißt üblicherweise: Ein WLAN-Repeater muss her. Der schafft mehr Reichweite und funktioniert in der Regel tadellos. Wichtige Anregungen dazu finden Sie etwa in unserem aktuellen Praxis- und Kauftipp. Eine weitere Alternative ist die Reichweitenerhöhung per Powerline-Adapter. Aber die sind nicht überall einsetzbar und manchmal mangelt es an der Zuverlässigkeit.

Viele WLAN-Erweiterungen sind recht kompakt und leicht überall in der Wohnung unterzubringen wie hier die Stationen von TP-Link Deco.

Wartungsarme WLAN-Erweiterung

Noch bessere Erfolge versprechen freilich die angesprochenen Mesh-WLAN-Systeme. Sie bestehen aus im Prinzip beliebig vielen Funkstationen, die Sie strategisch in Haus oder Wohnung verteilen. Die Stationen kommunizieren über ein eigenes Funknetz und dienen jede für sich als Zugang zum gemeinsamen, heimischen WLAN-Netz. Dabei ist wichtig, dass das System sich und den Datenverkehr zwischen den Zugangspunkten und den Endgeräten praktisch selbst verwaltet. Der Anwender muss nicht eingreifen und die Konfiguration am Anfang erfordert – wenn überhaupt – nur einen minimalen Aufwand per Android- oder iOS-App. Bei der Standortwahl sollte man allerdings etwas überlegen. Unser Tipp aus den Praxistest-Erfahrungen: je höher desto besser. Auf der Schrankwand oder ganz oben im Bücherregal haben die Systeme freie Bahn für hohe Datenraten.

Alle WLAN-Systeme lassen sich – soweit nötig – per App sehr einfach steuern. Dort finden sich auch Tipps zur Optimierung wie hier bei Asus Lyra.

Google Wifi: Der Trendsetter

Prominentester Vertreter dieser neuen Geräte-Generation ist das Google Wifi-Paket.Und es gehört zu den preiswertesten Systemen: Rund 130 Euro kostet eine Funkstation, die schnell eingerichtet ist, allerdings auch kaum Einstellmöglichkeiten – und nur per App – bietet. Von den nominell 300 MBit Transferrate im 2,4-GHz-Band bleiben in der Praxismessung bei guten Bedingungen immerhin noch 165 MBit/s auf unserem Test-Tablet. Hinter einer dicken Mauer und auf 19 Metern Distanz sinkt dieser Wert auf 72 MBit/s, aber eine herkömmliche WLAN-Verbindung würde unter solchen Bedingungen kaum mehr zustande kommen. Im Vergleich mit den anderen Systemen ist das jedenfalls eine mittelgute Leistung. 

Etwas ärgerlich ist der Cloudzwang. Um Google Wifi nutzen zu können, ist zwingend eine Google-Cloud-Abo nötig, das kostet dann immer ein paar Euro im Monat extra, und es stellen sich die üblichen Fragen nach der Datensicherheit

Netgear Orbi: Der Tempomacher

Von allen Systemen, die wir angetestet haben, gefiel uns der Netgear Orbi am besten, vor allem wegen der Transferleistung: Auch unter schwierigen Bedingungen erreicht er mindestens 124 MBit/s. Das schaffte im Test kein Konkurrent auch nur annähernd. In der Spitze messen wir rekordverdächtige 191 MBit/s. Außerdem ist die Einrichtung des Systems recht simpel, man hat die Wahl zwischen App-Steuerung oder Web-Oberfläche, und Netgear ermöglicht zusätzliche Funktionalität, die anderen Lösungen fehlen. So lässt sich ein zusätzliches Heimnetz aufsetzen oder Sie integrieren Orbi als Access Point in ein bestehendes Netz. Außerdem ist kein Cloud-Abo nötig. Dafür ist diese Lösung recht kostspielig: Die Basisausstattung mit Router und einem Satellit kostet rund 400 Euro.

WLAN-Mesh-Systeme: Alle Test-Modelle im Überblick

Die Übersicht zeigt alle reinen Mesh-Systeme, die wir uns im Praxistest angesehen haben mit den ermittelten Datenraten im Vergleich zum Nominaltempo, Preisen der Testkonfiguration und einem Hinweis auf eine Liste mit Bezugsquellen.

WLAN-Mesh-Systeme im Praxistest

Produkt Preis (ca.)

Asus Lyra

440 Euro

Google Wifi

360 Euro

Linksys Velop

500 Euro

Netgear Orbi

600 Euro

TP-Link Deco

300 Euro

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