/Saturn-Sonde Cassini: Wehmut nach Missionsende, neue Ziele im Visier

Saturn-Sonde Cassini: Wehmut nach Missionsende, neue Ziele im Visier

Saturn-Sonde Cassini: Wehmut nach Missionsende, neue Ziele im Visier


Martin Holland

Enceladus wenige Stunden vor Cassinis Ende

(Bild: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute)

Die Saturnsonde Cassini ist Geschichte, aber noch sind die von ihr gesammelten Daten nicht ausgeschöpft. Nach dem Missionsende herrschen bei NASA und ESA Stolz und Wehmut vor, aber auch die Hoffnung auf künftige Missionen.



Cassinis Absturzstelle auf dem Saturn

Cassinis Absturzstelle auf dem Saturn

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Bild: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute


Nach dem Ende der Cassini-Sonde haben Forscher Abschied von der überaus erfolgreichen Saturnsonde genommen und an deren wichtige Entdeckungen erinnert. Besonders emotional ging es bei der NASA zu, wo Michael Watkins, der Chef des Jet Propulsion Laboratory, von einem bittersüßen, aber liebevollen Abschied sprach. Cassinis Mission habe einen unglaublichen Schatz an Entdeckungen zurückgelassen, die nicht nur unser Bild vom Saturn sondern auch vom Sonnensystem verändert hätten. Projektleiter Earl Maize lobte das für die Sonde zuständige Team, das herausragende Arbeit bei der Steuerung und der Vorbereitung des Großen Finales geleistet habe. Im Rahmen dieser Manöver war Cassini zwischen den Saturn und dessen Ringe getaucht.

Grundlage für die Zukunft

Der wissenschaftliche Leiter der europäischen Weltraumagentur ESA, Alvaro Giménez erklärte, Cassini habe 13 Jahre lang unser Bild des des Saturnsystems revolutioniert: “Diese Mission hat unseren Blick auf Ozeanwelten im Sonnensystem verändert, verlockende Hinweise auf Orte eröffnet, die lebensfreundliche Umwelten beherbergen könnten und uns mit Titan ein planetengroßes Labor geliefert, dass sogar für das Verständnis der Entstehung von Leben auf der Erde relevant sein könnte.” Nicolas Altobelli, der bei der ESA für Cassini zuständig ist, gestand zwar ein, dass solch ein Missionsende traurig ist, erinnerte aber daran, dass damit auch die Grundlage für künftige Missionen gelegt wurde.

Cassini war vergangenen Freitag in den Saturn gerast und dabei explodiert. Der Sonde war nach 13 Jahren in dem System der Treibstoff ausgegangen und die NASA wollte nicht das Risiko eingehen, das eine manövrierunfähige Sonde auf einen der Saturnmonde stürzt und dabei schlimmstenfalls eine Umwelt kontaminiert, die die Entstehung von Leben ermöglichen könnte. Vor ihrem Ende hatte die Sonde noch eine Reihe besonders gewagter Manöver durchgeführt und war dem Saturn und seinen Ringen dabei so nahe gekommen, wie nie zuvor. Die während dieses Großen Finale gesammelten Daten werden derzeit ausgewertet und auch wenn Cassini bereits Geschichte ist das Erbe der Sonde deswegen auch noch lange nicht zu überschauen.

Jupiter statt Saturn

Trotz der Wehmut ob des Missionsendes blickt man bei der NASA aber auch in die Zukunft der planetaren Missionen im äußeren Sonnensystem. Dabei steht aber erst einmal der Jupiter weiter im Fokus. Dort kreist nicht nur die Sonde Juno, in einigen Jahren soll auch die Sonde Europa Clipper zum größten Planeten des Sonnensystems geschickt werden. Die soll Europa erforschen und herausfinden, ob der Jupiter-Mond ähnlich komplex ist, wie die spannendsten beim Saturn. Eine Rückkehr zu dem Ringplaneten ist derzeit nicht geplant, aber bei der US-Weltraumagentur prüft man verschiedene Konzepte, etwa um die Ozeane auf Titan zu untersuchen und bei Enceladus nach Spuren von Biologie zu fahnden. Auf Cassini könnten demnach aber auch Sonden aufbauen, die noch weiter hinaus fliegen und den Uranus erforschen könnten.


(mho)