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Sammelabschiebung! Sextäter nach Afghanistan geflogen

Per Sammelflug wurden afghanische Asylbewerber abgeschoben.
Bild: dpa

Nach einer längeren Pause sind am Dienstag erstmals wieder abgelehnte Asylbewerber per Sammelflug nach Afghanistan abgeschoben worden. Die Maschine hob nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Abend in Düsseldorf ab, um die Menschen in die afghanische Hauptstadt Kabul zu bringen. Wie viele Betroffene an Bord saßen, war zunächst nicht bekannt. Nach Angaben des Flüchtlingsrates NRW sollten mindestens zwölf Menschen von Düsseldorf aus nach Afghanistan geflogen werden.

Proteste am Flughafen wegen Sammelabschiebung nach Afghanistan

Auf dem Düsseldorfer Flughafen protestierten am frühen Abend Menschenrechtsaktivisten gegen die Abschiebung. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 180 Demonstranten an der Aktion. Zwischenfälle habe es keine gegeben, sagte ein Sprecher. Die Demonstranten hatten sich in der Abflughalle des Airports versammelt. Auf Transparenten und Schildern hieß es: “Abschiebungen stoppen” und “Keine Abschiebungen in den Tod”.

Ein Abschiebeflug ist am Mittwoch in Afghanistan gelandet. Mohammad Asif Abbasi, ein Sprechers des afghanischen Flüchtlingsministeriums, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass insgesamt elf abgelehnte Asylbewerber den Flug angetreten hätten, aber zunächst nur acht aus dem Flugzeug gebracht worden seien. Weitere Angaben über den Verbleib der drei weiteren Asylbewerber machte er nicht. Unter den Abgeschobenen auf dem Flug waren seinen Angaben zufolge drei Straftäter.

Flieger voller Sextäter! waren die abglehnten Asylbewerber alles Straftäter

Wie die “Bild”-Zeitung berichtet, seien unter den abgeschobenen Afghanen vier direkt aus NRW, die dort im Knast gesessen haben. Alle sollen brutale Straftäter sein. Laut dem Blatt sollen vor allem Sexualdelikte in den Strafakten stehen. Vergewaltigung, sexueller Kindesmissbrauch sowie schwerer sexueller Missbrauch sollen den Männern zu Last gelegt werden.

Es ist die erste Sammelabschiebung nach Afghanistan seit dem Anschlag vom 31. Mai in Kabul, bei dem die deutsche Botschaft schwer beschädigt worden war. Hilfsorganisationen lehnen die Abschiebungen ab, weil die Situation in Afghanistan lebensgefährlich sei. Pro Asyl hält den Abschiebeflug für ein Wahlkampfmanöver. “Man will ein Signal der Härte setzen, um kurz vor der Bundestagswahl im flüchtlingsfeindlichen Milieu nach Stimmen zu fischen”, hatte der Geschäftsführer der Organisation, Günter Burkhardt, der dpa in Berlin gesagt. Bisher hat Deutschland in etwa einem halben Dutzend Sammelflügen mehr als 100 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben.

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bua/news.de/dpa